HomeNewsBank of England stellt 3 Modelle für eine zentralbankgestützte Digitalwährung vor

Bank of England stellt 3 Modelle für eine zentralbankgestützte Digitalwährung vor

24 Mai 2018 By Marcus Misiak

Nach dem bereits die norwegische Zentralbank Norges als auch die schwedische Zentralbank Sveriges Riksbank Möglichkeiten einer CBDC (central bank digital currency) eruiert haben, stellt die Bank of England in einem Diskussionspapier mehrere Möglichkeiten vor, wie ein solches Modell im Detail aussehen könnte.

Die Pläne für eine zentralbankgestütze digitale Währung gibt es in Schweden bereits seit letztem Jahr. Um zu eruieren welche Kryptowährung am besten für ein solches Projekt geeignet ist, wurde ein Wettbewerb durchgeführt bei dem IOTA und Stellar Lumens es bis in die Endrunde geschafft haben. Die finale Entscheidung soll noch dieser Jahr gefällt werden.

Wie wir vorgestern berichteten, diskutiert auch die norwegische Zentralbank die Chancen und Risiken einer digitalen Währung. Hierbei gibt es jedoch noch keinen möglichen Zeithorizont der spezifiziert wann eine staatseigene Digitalwährung ins Leben gerufen werden könnte.

Die Bank of England hat ein Diskussionspapier veröffentlicht, in dem es drei unterschiedliche Modelle vorstellt wie eine CBDC aufgebaut und verwendet werden könnte.

Das erste Modell wird als „Financial Institutions Access Modell“ bezeichnet. Hierbei haben Banken und nicht von Banken finanzierte Finanzinstitute (NBFIs nonbanking-financial-institutions), wie z.B. Versicherer oder Scheckeinlösungsunternehmen Zugang zu Bankkonten die bei der Zentralbank liegen. Dabei können diese Institutionen die CBDC bei der Zentralbank kaufen und verkaufen. Auch wäre es in diesem Szenrio möglich CBDC für qualifizierte Vermögenswerte zu verleihen.

Das zweite Modell trägt den Namen „Financial Institutions Plus CBDC-Backed Narrow Bank Access Model“ und ähnelt dem ersten Modell. Der  Unterschied besteht darin, dass Kunden eine „indirect central bank digital currency“ kaufen können die analog einer CBDC funktionieren soll. In diesem Modell hätten die Banken weniger Kontrolle über das komplette System hinweg.

Diese ersten Modelle sehen vor, dass nur Finanzinstitutionen Zugang zur CBDC hätten, die normale Bevölkerung also davon ausgeschlossen bleibt. Dies ist anders im dritten Modell.

Das „Economy-Wide Access Model“ hingegen bietet allen an der Wirtschaft beteiligten Akteuren, auch normalen Verbrauchern bis hin zu Großbanken, Zugang zur zentralbankgestützten digitalen Währung. Dieses Modell entspricht aus Verbrauchersicht dem wahrscheinlich praxistauglichsten Modell um nicht nur Finanzinstitutionen, sondern auch die normale Bevölkerung an der Technologie und dessen Nutzung zu beteiligen.

Das Diskussionspapier nennt keinen konkreten Zeithorizont, sonden dient vorerst als Anhaltspunkt und Entscheidungsgrundlage um weitere Maßnahmen in diesem Bereich voranzutreiben.

Es scheint sich der Trend abzuzeichnen, dass immer mehr Länder die Möglichkeiten einer CBDC erforschen, um die Vorteile der Blockchaintechnologie für das zukünftige Finanzsystem zu nutzen. Es bleibt spannend in welche Richtung die weitere Entwicklung geht.