Was ist IOTA? | Die Kryptowährung für Maschinen

IOTA gehört zu den spannendsten Altcoins, die es derzeit auf dem Kryptomarkt gibt. Aus technologischer Sicht haben die Entwickler von IOTA einen komplett anderen Ansatz wie (fast) alle anderen Kryptowährungen gewählt. IOTA basiert auf keiner Blockchain sondern verwendet das sogenannte „Tangle“-Protokoll. Dazu später mehr. Laut Mitgründer Dominik Schiener ist es quasi eine Blockchain ohne Blöcke und ohne Kette. Es soll als Rückgrat des Internet-of-Things dienen. Wie das funktionieren soll, was das Team von IOTA im Detail plant und noch in Zukunft zu erwarten ist, erfährst du im nachfolgenden Artikel.
IOTAlogo

(MIOTA)

IOTA

Preis

€0.17

24H Change

2.60

7 Days Change

5.35

Market Cap

€483.06M

Die Grundidee von IOTA

Um den großen Sinn und Zweck zu verstehen, müssen wir etwas ausholen: Das Internet-of-Things ist ein riesiges und stark zukunftsträchtiges Innovationsfeld. Es wird alles digitalisiert, was zu digitalisieren geht. Im besten Fall, so dass Ziel des Internet-of-Things sollen die Maschinen mit anderen Maschinen unabhängig vom Menschen kommunizieren und so den Alltag des Menschen erleichtern. Zum Beispiel soll der Kühlschrank vollautomatisch den Wocheneinkauf bestellen, wenn der Kühlschrank leer ist. Ein Auto soll nicht nur autonom fahren können, sondern auch gleich das Parkhaus-Ticket buchen können. Diesem Umfeld beabsichtigt das Unternehmen hinter IOTA ein Machine-to-Machine – Payment (M2M) hinzuzufügen. Das heißt der Kühlschrank bezahlt auch gleich den Wocheneinkauf, das Auto bezahlt vollautomatisch das Parkhaus. Der IOTA Token stellt dabei die Grundlage für die vollautomatischen Transaktionen dar. Damit wird das Problem gelöst, dass derzeit ein Mensch notwendig ist, der die Zahlung zwischen Maschinen übernimmt bzw. ein Vermittler, der zwischen den verschiedenen Maschinensprachen übersetzt und zentral die Transaktion überprüft und schließlich durchführt. Dieser zentralen Instanz muss einerseits vertraut werden, anderseits besteht hier eine zentrale und potentiell angreifbare Schwachstelle. Diese soll eliminiert werden.

Warum ist IOTA dafür besser geeignet als Bitcoin, Ethereum & Co.?

Zunächst sind andere Digital-/Kryptowährungen hierfür genauso geeignet. Das Bezahlen zwischen Maschinen könnte grundsätzlich auch über beispielsweise Bitcoin stattfinden. Entscheidender Vorteil sind ist laut Argumentation der Gründer für IOTA aber die Skalierbarkeit und die Transaktionskosten der hauseigenen Kryptowährung. Das Tangle Protokoll ermöglicht eine unendliche Skalierbarkeit und benötigt keine Transaktionskosten. Die Skalierbarkeit ist insbesondere deshalb wichtig, weil Schätzungen davon ausgehen das zukünftig 50 Milliarden Maschinen miteinander vernetzt sein könnten. Bei solch einer Menge und den Anforderungen an das System müssten Millionen von Transaktionen in Echtzeit prozessiert werden. Die Skalierbarkeit in der wachsenden Krypto-Welt ein generelles und zentrales Problem ist. Beispielsweise schafft Bitcoin derzeit (trotz SegWit2X) nur 8 Transaktionen pro Sekunde. Ethereum plant noch dieses Jahr (2017) durch ein Update sagenhafte 1 Million Transaktionen pro Sekunde zu realisieren. Bei 50 Milliarden Maschinen scheint aber selbst das noch zu wenig zu sein. IOTA scheint hier mit Tangle das bessere Protokoll zur Grundlage zu haben. Außerdem müssen auch Mikro-Payments (z. B. ein Parkticket für 2 EUR) ohne erheblichen Aufwand, d. h. zusätzliche Kosten für eine Transaktion möglich sein. Auch dies stellt ein Alleinstellungsmerkmal von IOTA (zumindest derzeit im Vergleich zu den anderen großen Altcoins) dar. Bei IOTA werden keine Transaktionskosten verlangt.  

Kostenlose Transaktionen – Wie das funktioniert?

Das Konsensverfahren von IOTA beruht weder auf Mining noch auf Staking. Somit bedarf es keiner „Anstrengungen“, wie beim Mining wo teure Technik und viel Strom verbraucht werden oder beim Staking, wo die Anstrengung im Kauf bzw. Besitz (um validieren zu können) liegt. Jeder Netzwerkteilnehmer, der eine Transaktion tätigt, muss automatisch zwei weitere Transaktionen bestätigen. Aufgrund des Wegfalls von Minern und Stakern bedarf es keiner Belohnung mehr und somit auch keiner Transaktionskosten. Ziel des Unternehmens ist es das zentrale Protokoll der „Machine Economy“ zu werden. Hierfür kann über das Tangle-Protokoll nicht nur Geld versendet werden, sondern auch Daten. Unter anderem soll das Protokoll auch zu Ethereum und Bitcoin kompatibel werden (in Planung).

Das Tangle Protokoll

 Wie bereits beschrieben, ist jeder Nutzer dazu gezwungen bei jeder neuen Transaktion zwei andere Transaktionen zu validieren. Um die Bestätigung durchzuführen, muss die Node eines jeden Users einen einfachen Proof of Work durchführen. Dies klingt zwar zunächst sehr ähnlich zum Proof of Work von Bitcoin, technisch gesehen gibt es jedoch einen sehr großen Unterschied. Iota’s Proof of Work wird durch das IT-technische „Hashcash“-Verfahren realisiert und hat den Sinn Sybill-Attacken, d. h. Angriffe durch falsche Identitäten zu verhindern, die beabsichtigen Mehrheitsabstimmungen zu beeinflussen, das Netzwerk zu verlangsamen oder die Kommunikation zwischen Peers abzuhören. Außerdem beteiligt sich im IOTA Netzwerk jeder Teilnehmer an der Konsensfindung. Welche Transaktionen man validieren muss, wird durch einen Zufallsalgorithmus bestimmt. Nun könnte bei dir die Frage aufkommen: Kann es passieren das man seine eigene andere Transaktion validieren muss? Die Antwort: Theoretisch ja, hierfür bedarf es aber sehr viel Zufall oder sehr hoher Rechenleistung. Das besondere an Tangle ist außerdem, dass Transaktionen parallel verarbeitet werden. Eine Blockchain ist sequentiell, d. h. Blöcke können nur nacheinander hinzugefügt werden. Dagegen basiert Tangle basiert auf einem DAG (Directed Acyclic Graph), wodurch Parallelität erreicht wird und mehrere Transaktionen gleichzeitig validiert werden können. Je größer das Netzwerk wächst, umso sicherer und schneller wird folglich das Gesamtsystem.

Der Token IOTA

Alle IOTA-Token, die jemals existieren werden, wurden im Genesis Block generiert. Diese Anzahl wird sich auch nie ändern. Die Anzahl beträgt insgesamt ca. 2,7 Billiarden. Im Gegensatz zu anderen Coins ist ein IOTA-Coin nicht teilbar, d. h.  er kann keine Nachkommastellen haben. Den immer aktuellen IOTA Kurs findest du hier. Wie du IOTA kaufen kannst erfährst du hier. Wie du ein Wallet erstellst zeigen wir dir in unserer Schritt-für-Schritt Anleitung.

Das Unternehmen

Gegründet wurde IOTA 2015 von David Sønstebø, Sergey Ivancheglo, Dominik Schiener, and Dr. Serguei Popov. Die ursprüngliche Idee für das Projekt geht auf den Norweger David Sønstebø zurück, der mit seinem Startup Mikroprozessoren entwickelt hat und dabei festgestellt hat, dass es ein Machine2Machine Payment-System braucht, um seine Ideen umzusetzen. Während Sergey Ivancheglo und Dominik Schiener die Programmierung übernahmen, war Dr. (der Mathematik) Serguei Popov, für die mathematischen Grundlagen von Tangle zuständig. Bei dem im Dezember 2015 veranstalteten ICO wurden alle Token verkauft. Insgesamt wurden 1337 Bitcoin gesammelt, die zu großen Teilen in die IOTA Foundation geflossen sind und der Weiterentwicklung von IOTA dienen. Die Foundation hat ihren Sitz in Berlin.

Ausblick

IOTA gehört aus unserer Sicht definitiv zu den in Zukunft interessantesten Kryptowährungen, wenn es um innovative Projekte mit Anwendungsmöglichkeiten in der „realen“ Welt geht. Das Internet der Dinge wird in Zukunft immer mehr in die Öffentlichkeit rücken und Teil des öffentlichen Lebens werden. Sofern es IOTA schafft, wie sie es beabsichtigen, das Rückgrat für Transaktionen im Internet of Things zu werden, dann könnte IOTA eine große Zukunft bevorstehen. Vor allem die Bereiche wie Smart Cities, Supply Chain und Mobilität könnten dabei ein wichtiger Anwendungsbereich sein. Ob und inwiefern sich IOTA  durchsetzen kann, bleibt jedoch abzuwarten. IOTA befindet sich noch am Anfang. Die Roadmap ist lang. Große Features die noch hinzugefügt werden sollen, sind u. a.:
  • Smart Contracts
  • weitere Programmiersprachen wie Python und Java
  • „Permanodes“ zur Speicherung aller Snapshots
  • „Masked Authenticated Messaging“ (MAM), um sensible Daten verschlüsselt auf dem Tangle zu speichern
Was denkst du über IOTA oder auch das Internet of Things? Wir würden uns über deine Meinung in den Kommentaren freuen.

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