Bericht der Welthandelsorganisation: Ripple, IOTA, Bitcoin & Ethereum sind wegweisende Technologien

In ihrem neuen, 236 Seiten starken Bericht „World Trade Report 2018 – The future of world trade: How digital technologies are transforming global commerce“ erwähnt die Welthandelsorganisation gleich mehrere Kryptowährungen. Ripple, IOTA, Bitcoin und Ethereum werden in dem Bericht als wegweisende Technologien dargestellt. Die gesamte Blockchain-Technologie und insbesondere Ripple können laut Welthandelorganisation dramatische und disruptive Auswirkungen auf das weltweite Finanzsystem haben.

In dem Bericht wird Ripple als ein Unternehmen hervorgehoben, welches die Art und Weise, wie Banken weltweit Geld bewegen, radikal verändern könnte. Zwar die Kryptowährung XRP nicht ausdrücklich genannt, aus dem Zusammenhang heraus, kann man aber deuten, dass die „Brückenwährung“ XRP gemeint ist:

Ein weiteres US-amerikanisches Unternehmen, Ripple, hat den Anspruch, das Korrespondenzmodell der Banken über seine Distributed-Ledger-Plattform zu umgehen. Es gibt den Banken die Möglichkeit, Gelder innerhalb von Sekunden und zu fast null Kosten direkt in verschiedene Währungen umzuwandeln, ohne sich auf Korrespondenzbanken verlassen zu müssen. Das Unternehmen hat Lizenzen mit mehr als 100 Banken und Finanzinstituten, aber es scheint, dass bisher nur eine begrenzte Anzahl großer Operationen stattgefunden hat.

Der Bericht hebt weiterhin vor, dass es neben der Blockchain auch weitere erteilte Ledger-Technologien gibt, die vielversprechend sind. Namentlich beschreibt die Welthandelsorganisation IOTA:

Blockchain ist die bekannteste Distributed Leder-Technologie (DLT), aber es werden immer mehr andere Modelle entwickelt, die wie Blockchain verteilt sind und die verschiedene kryptographische Techniken verwenden, die sich aber vom Konzept der „Blöcke“ – oder sogar von den Konzepten der „Blöcke“ und „Kette“ – entfernen. Ein Beispiel dafür ist IOTA, eine Kryptowährung, die für die Machine-to-Machine-Kommunikation entwickelt wurde, bei der jede Transaktion mit zwei früheren Transaktionen als Teil des Validierungsprozesses verknüpft ist, um ein „Tangle“ statt einer Kette zu bilden.

Der Bericht deckt auch Bitcoin und Ethereum ab und stellt fest, dass beide Kryptowährungen Pioniere auf ihrem Gebiet sind. Die Welthandelorganisation weist aber gleichzeitig auf die zukünftigen Herausforderungen hin, die nach wie vor bestehen, damit sie sich gegen Visa bestehen können.

Das tatsächliche Potenzial der Blockchain bleibt abzuwarten. Tatsächlich hängt der Einsatz von Blockchain derzeit von verschiedenen Herausforderungen ab. Erstens bleibt die Skalierbarkeit der wichtigsten öffentlichen Blockchains aufgrund der vorgegebenen Blockgröße und des Energiebedarfs für die Stromversorgung der Netze begrenzt. Die Bitcoin-Plattform beispielsweise wickelt im Durchschnitt etwa sieben Transaktionen pro Sekunde ab, die Ethereum Blockchain doppelt so viele, während Visa 2.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann, mit Spitzenwerten von 56.000 Transaktionen pro Sekunde.

Zweitens haben bestehende Blockchain-Netzwerke und Plattformen ihre eigenen technischen Besonderheiten und sprechen nicht „miteinander“. Unternehmen wie die International Organization for Standardization (ISO) und die International Chamber of Commerce (ICC) haben begonnen, sich mit Fragen der Interoperabilität und Standardisierung zu befassen, und verschiedene technische Lösungen werden von IT-Entwicklern entwickelt. Die Lösung des „Digital Island Problems“ dürfte jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Schließlich wirft der Einsatz der Blockchain-Technologie eine Reihe von Rechtsfragen auf, die von der Rechtsstellung der Blockchain-Transaktionen (ob Blockchain-Transaktionen rechtlich anerkannt sind), über das anwendbare Recht bis hin zu Haftungsfragen reichen, ganz zu schweigen von möglichen Kompatibilitätsfragen mit bestehenden Vorschriften.

Den vollständigen Bericht kannst du hier nachlesen.

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