Zentralbankgestützte Digitalwährungen schon in 2018?

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Vor wenigen Tagen fand in Südkorea die Deconomy, ein globales Forum, welches das Thema der Distributed Ledger Technologie für die Wirtschaft diskutierte, statt. Ein Thema des Forums waren auch von Zentralbanken ausgegebene digitale Währungen (CBDC, central bank issued digital currency).

Auf der Konferenz äußerte sich u. a. Antony Lewis, R3 Direktor für Research, Cash und CBDC Strategie und teilte der Öffentlichkeit mit, dass er glaube, dass noch in diesem Jahr zentralbankengestützte Digitalwährungen emittiert werden könnten. CBDC sind digitale Währungen, die von einer Zentralbank ausgegeben werden und als gesetzliches Zahlungsmittel durch staatliche Regelungen oder Gesetzen legitimiert sind.

Einschränkend fügte Lewis aber hinzu, CBDCs zunächst nur für ausgewählte Finanzinstitute und bestimmte Finanzmärkte eingeführt werden sollten. Einzelne Personen sollen die CDBCs demnach noch nicht nutzen können.

Lewis erklärte (frei übersetzt):

Wir haben Gespräche mit Zentralbanken geführt, die bestimmte Probleme im Zahlungsverkehr beheben müssen. Eine Lösung, nach der sie suchen, ist eine Plattform vom Typ Blockchain.

Mit der Meinung von Lewis stimmte auch Stanley Yong, globaler CBDC-Leiter bei IBM und früherer CBDC-Forscher bei der Zentralbank von Singapur, überein. Seiner Meinung nach sollten CDBCs idealerweise für das Geschäftsbankensystem angewendet werden. Hingegen wären CDBCs für Verbraucher nur schwer zu realisieren, da die Zentralbanken die digitale Währung an Milliarden von Bürgern ausgeben müssten und entsprechend für alle Bürger individuelle Konten vorhalten müssten.

Darüber hinaus sah Ian Grigg noch ein anderes Problem. Mit der Ausgabe von CDBCs durch Zentralbanken würden diese die Rolle der Geschäftsbanken untergraben und die Einlagenbasis der bestehenden Geschäftsbanken, sowie deren Kreditmarkt beeinträchtigen.


Bereits vor 2 Wochen erklärte Jesse Lund von IBM, dass sein Unternehmen zusammen mit Stellar seit längerer Zeit mit Zentralbanken an digitalen Währungsprojekten arbeitet und das der Launch einer CBDC zeitnah bevorsteht. Er erwartet „definitiv“ eine Central Bank Digital Currency, die „bald“ veröffentlicht wird. Auf die Frage, wie weit die Entwicklung entweder auf der Stellar Blockchain oder auf einer Anderen fortgeschritten ist, antwortete er „VERY VERY CLOSE“ („sehr sehr nah“).

CBDCs müssen deutlich von Kryptowährungen unterschieden werden. Zentralbankgestützte, digitale Währung widersprechen mit ihrem zentralisierten Ansatz dem Grundgedanken von Bitcoin und anderen Kryptowährungen.


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