Was ist Zcash ? | Verrückte Kursschwankungen und hohe Anonymität

Zcash legte am 28. Oktober 2015 den wohl verrücktesten Start in die Krypto-Welt hin, den es jemals gab und wahrscheinlich auch geben wird. Kurz nach Veröffentlichung auf den Börsen erreichte Zcash einen Wert von unglaublichen 3299 Bitcoin, umgerechnet waren dies damals ca. 2 Millionen Euro, für einen Zcash-Token! Bereits am nächsten Tag war ein Token aber nur noch 580 EUR wert, nur um kurz darauf am 30.10.2017 wieder 1750 EUR zu steigen und sich schließlich am 14.11. auf unter 100 EUR zu fallen.

Wie es zu es zu diesen verrückten Kurs-Schwankungen kam, was Zcash so besonders macht und welcher Kritik sich Zcash aussetzen muss, erfährst du im nachfolgenden Artikel.

Wie kam es zu dem anfänglichen Hype um Zcash?

Der extreme Hype und die Kursexplosion wurden hauptsächlich durch eine breit angelegte Medienkampagne ausgelöst. Bereits vor dem Initial Coin Offering (ICO) wurden riesige Erwartungen durch (wohl) abhängige Medien und Experten, die selber in ZEC investiert hatten und natürlich von einem Kursanstieg profitieren würden, geschürt. Unter anderem zählten zu den einflussreichen „Beeinflussern“ Bitcoin.com, das Coindesk Magazin und Bitcoin-Entwickler Gavin Anderson.

Im Zentrum der Medienkampagne stand vor allem die hohe Anonymität, die bis zu diesem Zeitpunkt von keinem anderen Altcoin in der Art gewährleistet werden sollte. Auch die immer größer werdende Bekanntheit der Tatsache, dass Bitcoin nicht anonym ist und Dritte die auf Bitcoins Blockchain aufgezeichneten Transaktionen nachvollziehen können, sorgte für den extremen Hype.

Was ist Zcash?

Der Fokus liegt bei Zcash auf Anonymität und Privatsphäre. Zwar werden die Zahlungen auch auf einer öffentlichen Blockchain (wie z. B. bei Bitcoin und Ethereum) gespeichert, jedoch haben die Nutzer die Möglichkeit Absender und Empfänger, sowie den Transaktionsbetrag zu verschlüsseln. Hierfür nutzt Zcash zwei besondere kryptografische Verfahren: das „Zerocoin-Protokoll“ und „zk-SNARKS“ – zero-knowledge succinct non-interactive argument of knowledge (Nullwahrnehmungsnachweis – Verfahren).

Während das Zerocoin-Verfahren die vollständige Anonymität ermöglicht, ist zk-SNARKS für die Überprüfung der Gültigkeit der Transaktion zuständig.

Im Übrigen basiert Zcash sehr stark auf Bitcoin-Codebasis. Dies ist auch kein Wunder, da sich die Gruppe von Entwicklern um den Gründer Wilcox aus ehemaligen Bitcoin-Entwicklern zusammensetzte. Laut Zcash-Webseite haben sich die Entwickler an dem Prinzip der konservativen Innovation orientiert. Leitsatz der Entwicklung war daher: “Vermeide Änderungen an Bitcoins Design, sofern es keinen guten Grund dafür gibt.”.

Was ist das Zerocoin-Protokoll und ein Nullwahrnehungs-Nachweis?

Nullwahrnehmungs-Nachweis bedeutet einfach gesagt, dass eine Berechnung bzw. Ergebnis nachgewiesen werden kann ohne diese zu wiederholen. Die Aussage kann trotzdem als wahr betrachtet werden.

Das Zerocoin Protokoll verschlüsselt die Adressen des Absenders und Empfängers sowie den Betrag kryptographisch bei privaten Transaktionen auf der öffentlichen Zcash-Blockchain.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Zcash und Bitcoin

Auffälligste Gemeinsamkeit ist dabei wahrscheinlich die begrenzte Anzahl an Token in Höhe von 21 Millionen. Übernommen wurde aber auch das „Reward Halvening“, d. h. das Halbieren der Belohnung für das Mining alle 4 Jahre.

Die größten Unterschiede im Vergleich zum Bitcoin sind:

  • Die Einführung von zk-SNARK, dass ein zweites optionales und vollständig anonymes Transaktionsformat ermöglicht.
  • Die Einführung einer Zwangsabgabe in Höhe von 10 Prozent der Mining-Erträge an die Gründer („Belohnung der Gründer“). Diese wird automatisch an die Gründer weitergeleitet.
  • Die Einführung eines anderen Mining-Algorithmus.
  • Eine langsamere Anpassung der Mining-Schwierigkeit.

Wie zuvor beschrieben, ermöglicht Zcash sowohl private (verschlüsselte) als auch transparente Transaktionen zu senden. Hierzu noch eine kurze Erläuterung: Transparente Transaktionen finden quasi wie beim Bitcoin-Protokoll statt. Die Angaben zu Sender, Empfänger und Betrag sind auf der Blockchain ermittelbar. Private Transaktionen hingegen bieten die beschriebene Anonymität. Sie können jedoch auch im Nachhinein im Einverständnis beider Parteien aufgedeckt werden, sodass die Transaktion von anderen Parteien betrachtet werden können. Ziel von diesem Feature ist es laut Gründer Zooko Wilcox gewesen die Einhaltung von strafrechtlichen Bestimmungen zur Geldwäsche und Besteuerung zu gewährleisten. Das Ziel von Zcash sei es laut Aussage von Wilcox nie gewesen illegale Aktivitäten zu unterstützen.

Die Entstehung von Zcash

Ursprünglich sollte das Zerocoin-Protokoll ins das Bitcoin-Protokoll integriert werden. Nachdem jedoch klar war, dass dies nicht passieren wird, hat sich eine Gruppe von Entwicklern um Zooko Wilcox gebildet, die Zcash entwickelt hat. Hierfür gründete Zooko Wilcox die Zerocoin Electric Coin Company.

Die Entstehung selbst ist sehr kurios und außergewöhnlich. Im Rahmen der Entstehung von Zcash wird von einer „Zeremonie“ gesprochen, die den Grundstein für Zcash legte. Für die Zeremonie bedurfte es 6 verschiedener Personen, die eine Software auf ihren Computern ausführten und diverse weitere Arbeitsschritte durchführen mussten. Als Ergebnis der Zeremonie wurden private und öffentliche Schlüssel erzeugt. Während die privaten Schlüssel durch alle 6 Personen im Rahmen der Zeremonie vernichtet werden sollten, sind die öffentlichen Schlüssel noch heute von Relevanz und bilden eine Grundlage von Zcash. Die privaten Schlüssel werden oft als kryptografischen Giftmüll bezeichnet, da sie, sofern alle 6 Teile des privaten Schlüssels, aus welchem Grund auch immer weiter existieren dazu führen könnten das im Geheimen endloses neue ZEC-Token generiert werden.

Nach Ansicht von Zooko Wilcox besteht dieses Problem aber nicht, da wenn mindestens einer der Teilnehmer an der Zeremonie erfolgreich seinen privaten Schlüssel zerstört, der kryptografischen Giftmüll unbrauchbar wird und Zcash somit vollständig sicher ist.

Zu den Teilnehmern gehörten u. a. Zooko Wilcox und Bitcoin Core-Entwickler Peter Todd (ein bekennender Zcash-Kritiker). Wilcox ließ sich bei der Zeremonie filmen. Todd und zwei weitere Teilnehmer haben sich selbst gefilmt. Die zwei weiteren Personen sind jedoch unbekannt.

Kritik an Zcash

Während die Option anonyme Transaktionen zu versenden von der Mehrheit der Öffentlichkeit als Verbesserung gegenüber Bitcoin angesehen wird, stehen andere Regelungen und insbesondere die Zeremonie in starker Kritik.

Die Kritikpunkte im Einzelnen (ohne Wertung seitens Coin Hero) sind:

  • Es ist nicht nachprüfbar, ob die sechs Teilnehmer sich nicht getan haben und den kryptografischen Giftmüll zusammengesetzt haben um eine Art „Masterkey“ zu generieren.
  • Hacker und andere Angreifer könnten könnten die Daten von den Computern der Zeremonie-Teilnehmer abgefangen haben und nun im Geheimen endlos neue Zcash Token generieren.
  • Gefälschte Token könnten aufgrund der eingesetzten kryptografischen Verfahren von regulären Token (durch „Mining“ generiert) nicht erkannt werden.
  • Die Zwangsabgabe in Höhe von 10 Prozent der Mining-Erträge wird von vielen Personen als gierig seitens der Entwickler angesehen.
  • Die Manipulierbarkeit der Währung wird bezweifelt. Bei anonymen Transaktionen ist der Betrag verschlüsselt. Somit ist es auch nicht möglich zu beweisen, ob der tatsächlich gesendete Betrag dem „offensichtlichen“ Betrag von Zcash entspricht.
  • Das Anonymisieren von Transaktionen bedarf erheblicher Computer-Ressourcen (mehr als 8 Gigabyte Arbeitsspeicher), die nicht Jedermann hat.

Was denkst du über Zcash? Teile uns gern deine Meinung in den Kommentaren mit.

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