Hintergrundsoftware vs. Bloatware

Stephan Vogel, Head of Business Development:

Wir alle haben diesen Ordner auf unseren Smartphones und Computern, der die „Apps, die ich nicht benutze“ enthält. Die Börsen-App, die To-Do-Listen-App, der Sprachrekorder, drei verschiedene Video-Editoren… Die maximale Speicher- und Rechenleistung unserer Geräte wird durch vorinstallierte Bloatware begrenzt, die wir nicht verwenden, nicht benötigen und oft nicht einmal erkennen, dass sie sich auf unseren Geräten befindet. Aber das ändert sich.

In letzter Zeit haben Softwareunternehmen begonnen, Maßnahmen zu ergreifen, um die unnötige Unordnung auf unseren Geräten zu minimieren. Apple erlaubt seinen Benutzern, bestimmte integrierte Anwendungen ab iOS 12 zu löschen, und Microsoft plant, im nächsten Jahr einige Bloatware von Windows zu entfernen. Tech-Unternehmen haben verstanden, dass Benutzer auf der Suche nach einer Top-To-Do-List-App oder ständige Börsen-Updates im App Store eine bessere Lösung finden können. Niemand will, dass die vorinstallierten, halbfertigen Lösungen ihre Geräte zum Stillstand bringen.

Erfahrene Benutzer haben bereits alles außer dem Wesentlichen manuell deinstalliert und ihre Geräte auf die Anwendungen reduziert, die sie tatsächlich verwenden. Die Einstellung der Verbraucher hat sich von „Ich will ein Gerät, das alles kann“ zu „Mein Gerät kann alles…. aber ich brauche nur diese Funktionen“ verschoben. Da die Geräte immer mehr auf die Bedürfnisse der Benutzer zugeschnitten werden, wäre es sinnvoll, wenn unsere lästigen kleinen Bloatware-Ordner verschwinden würden. Aber eine neue Art von App könnte ihren Platz einnehmen.

“Aus den Augen, aus dem Sinn” Apps könnten einen ähnlichen Platz auf Ihren Geräten einnehmen, aber anstatt Ihr Gerät zu verlangsamen und Platz zu verschwenden, sparen diese Apps Geld und Bildschirmzeit. Durch die Verwendung von KI verwalten sie die jeweils angebotenen Services, wie Home Utility Management und Smart Home Connectivity.

Diese Apps erfordern keine Benutzerinteraktion und optimieren sowohl die Kosten- als auch die Ressourceneffizienz für die Benutzer. Für alltägliche Belange wie Energieverbrauch, Gesundheit und finanzielle Interaktionen wird KI eingesetzt werden, um Entscheidungen zu treffen. Nutzer müssen also weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen, was im digitalen Zeitalter besonders wertvoll ist. Die Apps geben den Benutzern Feedback, wenn ein Problem auftritt oder der Nutzer einfach nur mehr über die automatisierten Prozesse wissen wollen.

Das in Berlin ansässige Blockchain-Energie-Start-Up Lition hat solch eine „aus den Augen, aus dem Sinn“-App entwickelt, um den Energiehandel für Nutzer zu vereinfachen. KI macht es möglich, ohne Nutzerinteraktion automatisch Energie zu kaufen und verkaufen. Während sich das Energieportal auf den Geräten der Nutzer befindet, erhält die App alle erforderlichen Eingaben über den SmartReader des Unternehmens. Hierbei handelt es sich um ein IoT-Gerät, welches den Energieverbrauch in Echtzeit analysiert und die gefundenen Daten an die App schickt. Nutzer können infolgedessen ihre Energieeffizienz optimieren, ohne einen Finger zu krümmen. So kombiniert man Geldsparen und Umweltschutz.

Wenn ein Nutzer auf die Daten zugreifen möchte, kann er einfach das Portal öffnen, in dem Lition eine intuitive und benutzerfreundliche Oberfläche entwickelt hat, die alle relevanten Informationen und Handelsoptionen anzeigt.  Das Lition-Team sprach kürzlich mit Forbes über die Zukunft des Software-Designs und betonte dabei die Bedeutung von modernisierten Benutzeroberflächen, sowie der Beseitigung von Bloatware und Minimierung der Bildschirmzeit.

Auch wenn die Bloatware-Ära dem Ende zugeht, ist dies nicht zugleich das Ende der ungeöffneten Apps auf unseren Geräten. KI und automatisierte Services werden einen ähnlichen Ordner belegen, nur diesmal wird der Ordner sowohl Zeit als auch Geld sparen.