TenX – Die alltagstaugliche Kryptowährung?

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TenX (PAY) verspricht als ein absoluter Newcomer auf dem Markt Kryptowährungen alltagstauglich zu machen. Seit Veröffentlichung/ Initial Coin Offering (ICO) im Juni 2017 ist der Coin rasant auf 3,50 EUR (Stand Ende August 2017) im Kurs angestiegen. Wir möchten dir im folgenden Artikel erklären, was es sich mit TenX auf sich hat, wer hinter dem Coin steht und was in Zukunft von TenX zu erwarten ist.

Die Idee von TenX

Die Grundidee von TenX (PAY) ist es Kryptowährungen durch Verwendung einer Prepaid-Visa-Karte in Fiatgeld umzuwandeln und so Kryptowährungen alltagstauglich zu machen, um beispielsweise Rechnungen bezahlen zu können. Die Kreditkarte in Kombination mit dem Smartphone-Wallet ermöglicht das Bezahlen mit Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen. Damit soll die Akzeptanz von Kreditkarten mit der Geschwindigkeit der Blockchain kombiniert werden und gleichzeitig das derzeit bestehende Problem gelöst werden, dass Kryptowährungen nur schwer in die „reale Welt“ – dies bedeutet derzeit noch Fiat-Währungen – liquidiert werden können. Für diese Leistung behält das Unternehmen 0,15 bis 0,02 Prozent der Transaktionshöhe ein.

Hier ein schönes Video von TenX als Beweis der Alltagstauglichkeit:

Die Funktionsweise der Prepaid-Visa-Karte ist recht simpel. Sobald du einen Kauf in Euro oder beispielsweise in USD tätigst, nimmt TenX die äquivalente Menge an Krypto, verkauft diese für EUR/ USD und dann sendet Sie an den Verkäufer.

Die Gebühren für die Karte gestalten sich laut Whitepaper von TenX wie folgend:

  • physische Pre-Paid-Visakarte (inklusive Versand): 15 USD
  • virtuelle Pre-Paid-Visakarte: 1,50 USD
  • jährliche Gebühren für die physische Pre-Paid-Visakarte: kostenlos (wenn du weniger als 1.000 USD ausgibst: 10 USD jährlich)
  • jährliche Gebühren für die virtuelle Pre-Paid-Visakarte: kostenlos (wenn du weniger als 1.000 USD ausgibst: 10 USD jährlich)

Außerdem gibt es gewisse Grenzen für Transaktionen. Standard-Accounts haben ein Abhebelimit am Geldautomat von 200 EUR je Transaktion. Zudem besteht ein Limit von 2.500 EUR täglich. Allerdings können verifizierte Konten bis zu 10.000 EUR pro Transaktion, 20.000 EUR pro Tag und 1.000 EUR pro Abhebung am Geldautomat verfügen.

Laut eigenen Angaben von TenX wird die Debitkarte überall dort akzeptiert, wo auch Visa oder Mastercard akzeptiert werden. Somit soll es insgesamt 36 Millionen Akzeptanzpunkte geben.

Das Unternehmen hinter TenX

Der im deutschsprachigen Raum wohl bekannteste Name im Zusammenhang mit TenX ist der Tenx-Mitgründer Dr. Julian Hosp. Der Ein- oder Andere wird ihn vielleicht von Youtube kennen, wo er Videos zu Kryptowährungen macht. Der Österreicher kann einen sehr außergewöhnlichen Lebenslauf vorweisen. Nachdem er seine Profi-Kitesurfkarriere und den Arztberuf an den Nagel gehangen hat, ist er 2012 nach Hongkong gezogen und hat dort laut eigenen Angaben in einem t3n-Interview viel über Verkauf und Marketing gelernt. 2014 hat er in Hongkong seine Mitbegründer von TenX: Toby Hoenisch, Michael Sperk und Paul Kitti kennengelernt. Im Juni 2015 wurde schließlich TenX in Singapur gegründet – damals noch unter dem Name OneBit. Grund für die Namensänderung war, dass anfangs nur mit Bitcoin gezahlt werden konnte. Erst später kamen andere Kryptowährungen dazu.

Mit Stand August 2017 beschäftigt TenX insgesamt 20 Vollzeitbeschäftigte.

Der PAY-Token und der ICO

Beim Initial Coin Offering im Juni 2017 konnte das Unternehmen insgesamt rund 80 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln. In einem ersten Pre-Sale wurden dabei 50 Prozent aller Token an Finanzkapitalgeber zum regulären Token Preis ausgegeben und somit 40 Millionen USD eingesammelt. Das Unternehmen erhielt u. a. von Fenbushi Capital einen höheren Finanzierungsbeitrag, einem chinesischen Venture Capital-Fonds, der sich ausschließlich auf Blockchain-Projekte konzentriert. Der zweite Teil der 205 Millionen PAY-Token wurde in einem öffentlichen Initial Coin Offering ausgegeben. Innerhalb von nur 7 Minuten wurde diese zweite Hälfte an PAY-Token ausverkauft und somit die anderen 40 Millionen eingesammelt. Laut Angaben im Internet sind sogar über 30.000 Menschen beim ICO leer ausgegangen.

Das Unternehmen hat sich anfangs dazu entschieden den PAY-Token zunächst auf nur einer Krypto-Börse, allerdings eine der Größten, Bittrex zu handeln. Der Launch war am 7. Juli 2017.

Die wohl größte Besonderheit an dem Coin ist aber, dass du auch ohne Kursanstiege Gewinne erwirtschaften kannst. Als Halter des Tokens hast du ein Anrecht auf eine “Belohnung” für jede Transaktion, die in dem Netzwerk vorgenommen wird. Als Coin-Inhaber erhälst du diese Belohnung in Form von Ethereum. Insgesamt werden 0,5 % der Transaktionskosten an alle Nutzer verteilt. Zu beachten ist dabei, dass PAY-Token, die an einer Börse gehalten werden, keinen Anspruch Belohnung nach sich ziehen. TenX empfiehlt die Token in einem Hard-Wallet zu halten, um die Belohnung zu bekommen.

Für etwas Unstimmigkeiten hat im Internet gesorgt, dass Vitalik Buterin auf der Webseite von TenX als Investor aufgeführt wird. Laut eigener Aussage von Vitalik Buterin ist er es aber nicht direkt gewesen, der in TenX investiert hat, sondern Fenbushi-Capital. Julian Hosp stellte hierzu in einem Interview klar, dass Buterin bei dem Commit-Protokoll geholfen hat und einer der ersten Personen war, die die Debitkarte getestet haben, was die Unterstützung für das Projekt ausdrückt.

Funktionsweise

Technische Grundlage für die Prepaid Debitkarte ist das Comit-Netzwerk (Comit-Network), dass ein kryptographisch sicheres Off-Chain-Multi-Asset-Instant-Transaktionsnetzwerk darstellt. Mittels des Comit-Netzwerks werden die verschiedenen Kryptowährungen „tauschbar“ gemacht. Es verbindet die einzelnen Blockchains.

Vom Grundprinzip her musst du dir dieses Protokoll wie das TCP / IP-Protokoll vorstellen. Bevor das Internet im heutigen Sinne erfunden wurde, gab es viele kleine lokale Netzwerke, die nicht miteinander kommunizieren konnten. Erst als ein einheitliches Protokoll erfunden wurde, war eine weltweite Kommunikation möglich. Ähnlich ist es beim Comit-Network. Dieses stellt die Basis für den Austausch von verschiedenen Kryptowährungen dar, indem es eine einheitliches Kommunikationprotokoll zur Verfügung stellt.

Ausblick für TenX

Derzeit dienen Kryptowährungen hauptsächlich als Investitionskapital, u. a. auch aufgrund der teilweise hohen Transaktionsgebühren. Ihr Potenzial als Fiat-Währungsersatz ist bisher noch wenig genutzt und bietet daher noch großes Potential.

Sucht man nach Informationen, wie es mit TenX weitergeht, dann findet man zahlreiche Pläne für die Zukunft. Derzeit (Stand August 2017) gibt es wohl einen vierstelligen Kundenstamm, der die physische oder virtuelle Debitkarte nutzt. Nach Angaben im t3n-Interview mit Dr. Julian Hosp ist das Ziel für 2018 einen Kundenstamm von 100.000 Personen zu erreichen, wobei er im Interview auch offen zugibt, dass selbst 10.000 aktive Kunden und eine entsprechende Transaktionsanzahl zu Problemen im Backend führen würden. Hieran werde jedoch eifrig gearbeitet. Derzeit könnten aber wohl alle Transaktionen sofort ohne Verzögerung verarbeitet werden.

Mit Stand August 2017 werden 8 Krypto-Währungen, darunter Bitcoin, Ether, Dash und Augur unterstützt. Bis Ende 2017 soll sich diese Zahl auf 11 erhöhen. Außerdem soll es neue Kooperationen mit Exchanges geben, u. a. in Europa und China. Darüber hinaus plant das Unternehmen wohl eine Banklizenz zu beantragen. Ob diesbezüglich schon Schritte unternommen wurden, konnten wir aber nicht recherchieren.

Alles in allem ist das Gesamtpaket von TenX aus unserer Sicht sehr interessant. Insbesondere wenn es das Unternehmen schafft eine Banklizenz zu erhalten und zusätzlich die Benutzerzahlen kontinuierlich zu steigern sowie die Skalierungsprobleme zu beseitigen, sieht TenX aus unserer Sicht einer rosigen Zukunft entgegen.

Es wird daher interessant sein zu sehen, wie sich das Projekt in den folgenden Monaten entwickelt und ob die Zukunftsversprechungen umgesetzt werden können.

Was denkst du über TenX? Wir würden uns über ein Kommentar mit deiner Meinung freuen.

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