SEC leitet Verfahren zur Entscheidung des Bitcoin ETFs von VanEck und SolidX ein

Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hat am gestrigen Donnerstag bekannt gegeben, dass sie ein formales Verfahren zur Entscheidung über den von VanEck und SolidX vorgeschlagenen physisch gestützten Bitcoin-ETF eingeleitet hat.

Gemäß der „Anweisung zur Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung, ob eine vorgeschlagene Regeländerung genehmigt oder abgelehnt wird„, wird die Securities and Exchange Commision (SEC) nun prüfen, ob der Bitcoin ETF von VanEck und SolidX mit den Wertpapierrichtlinien der Vereinigten Staaten von Amerika vereinbar ist. Hierzu heißt es in der Anweisung (frei übersetzt):

Die Kommission leitet ein Verfahren gemäß Abschnitt 19 (b) (2) (B) ein, um festzustellen, ob die vorgeschlagene Regeländerung genehmigt oder abgelehnt werden sollte. Die Einleitung eines solchen Verfahrens ist angesichts der rechtlichen und politischen Fragen, die sich aus der vorgeschlagenen Regeländerung ergeben, angebracht. Die Verfahrenseinleitung deutet nicht darauf hin, dass die Kommission irgendwelche Schlussfolgerungen in Bezug auf die betreffenden Fragen gezogen hat. Wie nachstehend beschrieben, fordert und ermutigt die Kommission interessierte Personen, zu der vorgeschlagenen Regeländerung Stellung zu nehmen.

Im Gegensatz zu allen anderen vorgeschlagenen Bitcoin-ETFs, die in den vergangenen Wochen gestellt und abgelehnt wurden, würde der VanEck-SolidX-ETF „physische Bitcoins“, d. h. nicht nur Futures-Kontrakte, sondern tatsächliche BTC handeln. Um die Sicherheit der Anleger und der Bitcoin zu gewährleisten, beabsichtigt VanEck-SolidX daher eine umfassende Versicherung für die Anleger abzuschließen. Obwohl der Bitcoin-ETF theoretisch auch für Privatanleger zugänglich ist, werden mit dem Produkt aber eher institutionelle und wohlhabende Investoren angesprochen, da jeder Anteil 25 BTC (mehr als 160.000 US-Dollar zum aktuellen Wechselkurs) darstellt.

Wie diesen Abschnitt zu entnehmen ist, fordert die SEC die Öffentlichkeit erneut auf, Stellung zu dem Bitcoin ETF von VanEck und SolidX zu nehmen. Die SEC gab in der Anweisung an, dass sie bereits mehr als 1.400 Kommentare zu der vorgeschlagenen Regeländerung erhalten habe. Insbesondere bittet die SEC nun um Kommentare zu achtzehn Schlüsselthemen, darunter u. a.:

  • Ob die Behauptung von BZX wahr ist, dass BTC wahrscheinlich weniger manipulationsanfällig ist, als andere Rohstoffe, denen börsengehandelte Produkte (ETFs) zugrunde liegen.
  • Ob und in welchem Umfang Bitcoin-Futures und insbesondere das aktuelle Volumen die Anfälligkeit von Bitcoin zur Manipulation beeinflussen und wenn ja in welchem Umfang.
  • Wie beurteilt die Öffentlichkeit die Beziehung zwischen dem Handel im OTC Bitcoin-Markt und dem breiteren, weltweiten Bitcoin-Markt?
  • Wie beurteilt die Öffentlichkeit die Behauptung der Börse, die zum Zeitpunkt des Handelsbeginns mindestens 100 Anteile (zu je 25 BTC) in den Umlauf geben wird, dass die Menge eine angemessene Marktliquidität gewährleistet?

Was ist zu erwarten?

Die Veröffentlichung der Anweisung kommt zumindest etwas überraschend. Die CBOE stellte erstmals im Juni einen Antrag auf Genehmigung des Bitcoin ETFs von VanEck und SolidX. Dieser Antrag wurde im August auf den 30. September 2018 verschoben. Viele Analysten, darunter die kanadische Investmentfirma Canaccord spekulierten danach, dass die SEC ihre Entscheidung auch noch einmal bis März 2019 verschieben wird.

Zwar rechnen viele Experten damit, dass der Bitcoin ETF Antrag von VanEck und SolidX von allen derzeit aktiven Anträgen die beste Chance hat, von der SEC genehmigt zu werden. Dennoch ist die überwiegende Stimmung eher bearish, da die SEC bisher alle Bitcoin-ETF-Anträge, über die sie entschieden hat wegen ein- und demselben Grund, der Marktmanipulation, abgelehnt hat.

Dennoch gibt es auch Hoffnungsschimmer für eine Genehmigung des Bitcoin-ETFs. Vor wenigen Wochen widerrief die SEC die Ablehnung von neun vorgeschlagenen Bitcoin-ETFs und kündigte eine Überprüfung dieser Entscheidungen an.

Außerdem ist zumindest eine von vier Kommissaren, die SEC-Kommissarin Hester Peirce Pro-Bitcoin-ETF. Sie forderte erst vor einer Woche die Aufsichtsbehörde in einer Rede dazu auf den Kryptowährungsprodukten offener gegenüberstehen. Zudem gab sie einen formellen Widerspruch ab, nachdem die Kommission den Bitcoin-ETF der Winklevoss Zwillinge ablehnte. Bisher ist sie jedoch eine Minderheit in der vierköpfigen Kommission. Dies könnte sich jedoch, so zumindest die Hoffnung, mit dem neuen SEC Kommissar, Elad Roisman ändern, der vor wenigen Wochen ernannt wurde.

Wie die Entscheidung der SEC ausfallen wird, wird aber nur der 30. September zeigen können. Nichtsdestotrotz sind die Erwartungen hoch gesteckt. Die Genehmigung des Bitcoin ETFs von VanEck und SolidX gilt weitläufig als heiliger Gral, um den Bullen zurück in den Kryptomarkt zu bringen.

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