Ripple – Die am meisten unterschätzte Kryptowährung?

Wer steht hinter Ripple?

Als Einleitung des Artikels möchten wir einen Blick darauf werfen, wer hinter „Ripple“ steht. Bereits bei dieser Frage gibt es einen wesentlichen Unterschied zu Bitcoin und Co. Hinter Ripple steht das Unternehmen Ripple Labs, das 2012 in San Francisco von dem heutigen CEO Chris Larsen und Jed McCaleb gegründet wurde. Ripple Labs ist in zahlreichen Ländern als Unternehmen registriert und ist damit im Gegensatz zu beispielsweise Bitcoin voll rechtsfähig mit allen Rechten und Pflichten.

McCaleb ist in der digitalen Welt kein Unbekannter. Bereits 2000 hat er einer zu seiner Zeit größten Video-Sharing-Plattform eDonkey gegründet. 2007 entwickelte er eine Online-Plattform für den Austausch von „Magic“ Sammelkarten. Der Name: „Magic: The Gathering Online Exchange“, abgekürzt „Mt. Gox“. Als dieses Geschäft an Lukrativität verlor, erkannte er das Potential von Bitcoin und entwickelte die wohl vielen bekannte und seinerzeit eine der weltweit größten Handelsplattform für Bitcoin mit selbigen Namen, „Mt. Gox“. Im März 2011 stieg er jedoch bei Mt. Gox überraschend aus. Dies geschah somit noch bevor bei Mt. Gox 850.000 Bitcoin verloren gegangen sind und es zur Pleite von Mt. Gox kam.

Der andere Gründer, Larsen war vor Ripple Labs Gründung auch kein Unbekannter im E-Business. Er führte zuvor die Online-Finanzgesellschaft E-LOAN. Viele Entwickler aus dem Ripple Team haben ebenfalls einen Bitcoin-Hintergrund.

In der Finanzierungsphase erhielt Ripple Labs von mehreren Venture-Capital Investoren, u.a. Andreessen Horowitz, Google Ventures und dem IDG Technology Venture Investment Fund Kapital.

Im Gegensatz zu beispielsweise Ethereum wird der weitere Gewinn von Ripple Labs aus der erhofften Wertsteigerung der einbehaltenen XRP finanziert. Dies ist vergleichbar zu dem Grundprinzip des Aktienmarkts. Durch den Kauf von Ripple können Investoren zum wirtschaftlichen Erfolg von Ripple beitragen.

Was ist Ripple?

Ripple ist eine Technologie, die sowohl als Kryptowährung existiert als auch als digitales Zahlungsnetz für Finanztransaktionen fungiert. Es wurde entwickelt, um die weltweiten Finanzsysteme zu verbinden und einen gesicherten Transfer von Werten (Fonds, Fiat-Geld, etc.) in Echtzeit zu ermöglichen. Sowohl die Kryptowährung, abgekürzt XRP und das Transaktionsprotokoll, abgekürzt RTXP tragen den Namen Ripple. Eine Unterscheidung von beiden ist allerdings wichtig.

Ziel von Ripple Labs ist es mit dem Transaktionsprotokoll ein „grenzenloses“ Finanznetzwerk zu ermöglichen, indem die Beschränkungen und Nachteile von Banken oder auch PayPal nicht existieren. Beispielhaft für Beschränkungen seien an dieser Stelle Transaktionsgebühren (auch wenn es eine geringe Gebühr beim Ripple gibt) und insbesondere auch Übertragungs- bzw. Transportverzögerungen genannt.

Ziel von Ripple als Kryptowährung ist auf dem dezentralisierten digitalen Währungsansatz von Bitcoin aufzubauen sowie die „Basiswährung“ für das Protokoll zu stellen. Anders gesagt: Ripple ist grundverschieden zu Bitcoin. Ripple ist sozusagen eine Back-End-Infrastruktur für den Finanzsektor und kein Produkt, welches sich primär an den Einzelnen wendet. Es ist ein Echtzeit-Zahlungsprotokoll für irgendetwas von Wert. Hierzu aber später mehr.

Wer jetzt denkt, dass Ripple aber deshalb kein Potential hat im Wert zu steigen, liegt falsch. Wichtig zu wissen ist, dass auch Ripple Labs ein gewichtiges Interesse an der Wertsteigerung hat und deshalb als ein primäres Geschäftsziel eine weite Verbreitung von XRP anstrebt, sodass die Nachfrage nach XRP und somit aufgrund des begrenzten Angebots der Wert steigt.

Ripple als Kryptowährung

Zunächst möchten wir auf den Ripple als Kryptowährungen noch etwas genauer eingehen. XRP wird von Ripple Labs ausgegeben. Ripple kann zwar wie Bitcoin und Ethereum gehandelt werden, jedoch kann man es nicht minen. Logischerweise gibt es eine begrenze Anzahl von Ripple, die mit der Veröffentlichung „entstanden“ sind. Es wurden 100 Milliarden XRP bei Ripple‘s Gründung erstellt. Entsprechend der Protokollregeln können keine mehr dazu kommen. Derzeit sind weniger als 40 Prozent aller Ripple ausgegeben.  50 Prozent werden, wie oben beschrieben von Ripple Labs zur Eigenfinanzierung einbehalten. Der Rest wird von Ripple Labs nach eigenem Entscheiden ausgegeben. Im Gegensatz zu Bitcoin, Ethereum, und Co. kommt Ripple Labs somit eine wichtige Rolle bei der Verteilung der Währung zu.

Originäre Aufgabe vom Ripple ist es als Brückenwährung zu anderen Währungen, egal ob Fiat- oder Krypto-Währung zu fungieren und einen Austausch zwischen den Währungen als einfach wie möglich zu machen.

Ein weiterer Unterschied zu Bitcoin und Ethereum besteht darin, dass weder ein „Proof-of-Work“-Algorithmus (logisch, es gibt kein Mining) noch ein „Proof-of-Stake“-Algorithmus, wie bei Ethereum in Phase 3 angestrebt, verwendet wird. Stattdessen basieren die Transaktionen auf einem Konsens-Protokoll, um diese zu validieren.

Für den Austausch von Ripple gibt es eine geringe Transaktionsgebühr, ca. 0.00001 XRP. Dieser Betrag wird nicht etwa von Ripple Labs einbehalten, sondern zerstört. Hiermit soll das System vor Angriffen geschützt werden, bei denen versucht wird das System mit Millionen von Transaktionen zu überschwemmen und so das Netzwerk lahm zu legen.

Das Ripple Protokoll (RTXP)

Um das Ripple Protokoll zu verstehen, ist es zunächst wichtig zu wissen, was ein Protokoll in der IT-Welt ist. Für die Nicht-Technik-Geeks möchten wir daher für ein besseres Verständnis zunächst den Begriff Protokoll erklären. Ein Protokoll ist ein System von Regeln. Dieses regelt den Transport der (codierten) Nachricht von einem System zu einem anderen System, das die Nachricht decodiert. Das wohl bekannteste Protokoll ist das vom Internet bekannte Hypertext Transfer Protokol: HTTP.

Das Ripple-Protokoll – RTXP muss man sich ähnlich vorstellen. Es stellt eine Reihe von Regeln auf, damit unterschiedliche Finanzsysteme miteinander kommunizieren können. Idee der Ripple-Labs Gründer ist es ein universelles Regelwerk zu schaffen, welches jedes Finanzinstitut benutzen kann, um seine Transaktionen mit anderen Instituten auszuführen. Dies würde eine Vereinheitlichung und Vereinfachung der gesamten Bankenwelt bedeuten. Die Transaktion könnte dabei jegliche Vermögenform annehmen: USD, Euro, Gold oder Bitcoin.

Grundlage für diese Flexibilität sind die sogenannten „Gateways“. Diese dienen als Vermittler, indem sie die Währungen über bestimmte Adressen im Ripple-Netzwerk empfangen und senden. Jedes Unternehmen kann sich registrieren und ein solch eine Adresse beantragen, um in das System einzutreten.  Jede Währung hat sein spezifisches Gateway, wie zum Beispiel: USD Snapswap und Bitcoin Bitstamp.

Ripple kann also weitestgehend mit einer Schuldverschreibung verglichen werden. Die Gateway-Inhaber – hauptsächlich Banken – geben auf Grundlage des Ripple-Protokolls Werte aus und bürgen für deren Einlösung. Dieser Vorgang wird auch als „ripplen“ bezeichnet, was so viel bedeutet wie die Werte (USD, EUR, etc.) „flüssig zu machen“, d. h. in Ripple umzuwandeln.

Die Transaktionsabwicklung auf dem Ripple-Protokoll basiert, wie oben kurz beschrieben, auf einem Konsens-Algorithmus. Grundlage ist ein Register mit Kontenständen. Kommt es zu einer Änderung im Register, beispielsweise durch Kauf- oder Verkaufsangebote, wird innerhalb von Sekunden (zwei bis fünf Sekunden) nach der Änderung durch die Teilnehmer des Netzwerks eine Einigung hinsichtlich der Änderungen im Register und im Rahmen des Konsensverfahrens durch das Ripple-Protokoll gefunden. Somit ermöglicht das Ripple-Protokoll im Rahmen des Konsensprozesses eine schnelle und sichere Transaktionsabwicklung ohne Einbindung einer zentralen Autorität, die entscheidet, welche Transaktionen bestätigt und ausgeführt werden. Aufgrund dessen wird die Ripple-Plattform auch als dezentral beschrieben.

In seiner endgültigen Ausbaustufe soll Ripple ein verteiltes Peer-to-Peer Zahlungsverfahren sowie ein Devisenmarkt sein.

Ausblick – Die Zukunft von Ripple

Ripple Labs konnte in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Banken als Kooperationspartner vorstellen. Und es kommen immer mehr dazu. Bereits Partner von Ripple sind u. a. Santander, UBS, UniCredit, Bank of America Merrill Lynch und die ReiseBank. Zuletzt im Mai 2017 kündigte Ripple 10 neue Banken aus der ganzen Welt an, darunter die BBVA in Spanien (zweitgrößte Bank Spaniens), Mitsubishi UFG in Japan (größte Bank Japans), Akbank in der Türkei, SEB in Schweden und Axis Bank und Yes Bank, beide in Indien. Insgesamt hat Ripple unseres Wissens zum Zeitpunkt des Artikels 75 Bank als Kunde.

Im Juni 2017 erfolgte ein großangelegter Test mit der Zentralbank von England, um grenzübergreifende Transaktionen zu verbessern. Infolge dessen Ripple und die Bank of England das „Proof of Concept“ veröffentlicht haben. Zahlreiche andere Kunden von Ripple haben das Netzwerk ebenso bereits getestet und Transaktionen abgewickelt. Ob das Protokoll aber auch schon bei bestimmten Banken- im Produktivbetrieb eingesetzt wird, entzieht sich unserer Kenntnis.

Die immer größer werdende Zahl an Kooperationspartner, insbesondere Banken zeigt aber unserer Meinung nach das große Interesse an der Ripple-Technologie. Das Bankenwesen hat erkannt, dass Bitcoin und Ethereum eine Revolution des Finanzwesens bedeuten könnten. Die Ripple-Technologie könnte eine Revolution von Seiten der Banken einläuten.

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