Ripple wird bei Anhörung vor dem britischen Parlement scharf kritisiert

Ripple nahm gestern, am 01. Mai 2018 an einer Anhörung des britischen Parlaments zum Thema Kryptowährungen und Blockchain teil. Ripple wurde zu der Anhörung eingeladen, um eine Stellungnahme zu beiden Themen abzugeben. Dabei geriet Ripple und dessen XRP Token aber selbst scharf in Kritik und wurde von Martin Walker, dem Director for Banking and Finance at the Centre for Evidence-based Management, als wenig innovativ und unbrauchbar für die Finanzindustrie bezeichnet. 

Ryan Zagone, Direktor für Regulierungsbeziehungen bei Ripple, hatte vor rund zwei Wochen die britische Regierung dazu aufgefordert, ihre abwartende Haltung hinsichtlich einer Regulierung gegenüber Kryptowährungen zu überdenken und sich dafür ausgesprochen, die Tage des „Wilden Westen“ im Kryptowährungssektor zu beenden.

Eigentlich sollte Zagone nur Stellung zu den Vorteilen und Nachteilen der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen geben und eine informierende Sicht auf die derzeitige Situation geben. Hervorstechend bei der Anhörung war jedoch die Diskussion um XRP und Ripple.

Als Zagone Stellung zu Ripple und XRP nehmen sollte, verwies er zunächst auf die gegenwärtigen Nachteile von internationalen Überweisungen:

Sie können buchstäblich eine Kiste mit Bargeld versenden und haben eine bessere Nachverfolgbarkeit und Sicherheit, als wenn Sie die Zahlung über eine Bank abwickeln.

Er erklärte, dass die Ripple Technologie dieses Problem der Intransparenz und Ineffizienz für grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Banken lösen, sowie Kosteneinsparungen in Höhe von bis zu 60 Prozent erreichen kann.

Als Reaktion auf diese Aussage von Zagone stellte Martin Walker, Director for Banking and Finance at the Centre for Evidence-based Management und ehemaliger Produktentwickler beim Blockchain-Konsortium R3, die Nutzung von XRP als Zahlungsmittel zwischen Banken stark in Frage.

Walker argumentierte, dass die Ripple Technologie kaum mehr bietet, als das bestehende SWIFT-Messaging-System. Darüber hinaus verwies er auf die extreme Volatilität, die XRP in den vergangenen Monaten gezeigt hat. Dies sei laut Walker ein Ausschlusskriterium dafür, dass Banken XRP nutzen würden.

Zagone argumentierte zwar, dass Transaktionen mit dem XRP Token innerhalb von 3 bis 4 Sekunden abgeschlossen sind, sodass das Volatilitätsrisiko äußerst gering ist. Allerdings erzielte Walker ein Punkt als er erklärte, dass

die Banken Liquidität bereitstellen müssen, um sich in Ripple hinein und hinaus zu bewegen. Und Ripple zu halten, eine Währung, deren Kurs um 80 Prozent gefallen ist und die dann innerhalb der letzten zwei Monate wieder um 100 Prozent gestiegen ist nicht sehr glaubwürdig. Kryptowährungen in den Finanzsektor zu stecken, ist eine große Risikoquelle.

Ebenso kritisierte Walker die XRP-Pilotprojekte, die den Token als Überbrückungsmedium verwenden, um den Transfer zwischen zwei verschiedenen Fiat-Währungen vorzunehmen. Dieses Prinzip würde laut Walker bereits mit dem US-Dollar praktiziert und sei wenig innovativ.

Somit waren es nicht die Parlamentsmitglieder, die einen negativen Ton anschlugen, sondern Martin Walker, der behauptete, dass Ripple für die Finanzbranche nicht brauchbar ist.

Aus unserer Sicht sind die Aussagen aber relativiert zu betrachten. Einerseits ist es wichtig zu wissen, dass Ripple und das R3 Blockchain Konsortium direkte Konkurrenten sind, die ähnliche Technologien anbieten und sich außerdem derzeit in einem für beide Seiten wichtigen Rechtsstreit befinden.

Auch wenn Walker nicht mehr beim R3 Konsortium aktiv ist, kann seine Meinung, unserer Ansicht nach, nicht ganz unparteisch sein. Andererseits kann Ripple bereits über 120 Finanzinstitute vorweisen, die eine der Technologien von Ripple verwenden bzw. testen. Insofern scheint Ripple entgegen der Aussagen von Walker interessant und brauchbar für den Finanzsektor zu sein.

Die vollständige Anhörung kann nachfolgend angesehen werden.


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