Ripple: Verstößt Coinbase mit der XRP Notierung gegen die eigenen Vorschriften?

Vor ein paar Tagen veröffentlichte Coinbase eine Erklärung, in der das Unternehmen mitteilte, dass es endlich bereit sei, Ripples XRP-Token auf seiner Handelsplattform Coinbase Pro vollständig zu unterstützen. Wenige Tage danach mehren sich jedoch kritische Stimmen, dass Coinbase damit gegen das eigene Framework verstoßen hat. Anderseits gibt es Vorwürfe, dass Ripple für die Börsennotierung gezahlt haben könnte.

Der XRP-Handel ist am 25. Februar auf Coinbase Pro live gegangen. Die Plattform, die früher als GDAX bekannt war, bietet Händlern erweiterte Funktionen im Vergleich zu den regulären Funktionen, die Coinbase bietet. Wie zu erwarten war, stieg kurz nach der Nachricht, der XRP Kurs um über 10 Prozent an.

Geht die Notierung von XRP konform mit den Listungskriterien von Coinbase?

Die scheinbar über Nacht erfolgte Billigung von XRP durch Coinbase wirft allerdings die Frage auf, ob XRP ein Utility-Token (oder doch ein Wertpapier im Sinne des amerikanischen Gesetzes) ist und den Gesetzen entspricht. Laut dem Framework von Coinbase müssen alle neu gelisteten Vermögenswerte vollständig „konform mit dem lokalen Recht“ sein. Darüber hinaus muss das die Kryptowährung auch vollständig mit den Anforderungen des „Open Financial System“ übereinstimmen. Dies ist u. a. dann der Fall, wenn es „für alle zugänglich ist und nicht von einem einzigen Unternehmen kontrolliert wird“, d. h. XRP dezentral ist.

Diese beiden Punkte sind bei XRP zumindest kritisch zu betrachten. Coinbase schreibt zu dem Thema:

XRP ist die Kryptowährung, die vom XRP-Ledger verwendet wird, das den internationalen Währungsaustausch und Überweisungen unterstützt. Das Ledger wird durch ein Netzwerk von Peer-to-Peer-Servern betrieben. Alle Konten in diesem Netzwerk können XRP zu/von einander senden oder empfangen, während XRP verwendet werden kann, um zugrunde liegende Fiat-Währungen zwischen zwei Parteien zu senden.

Ein Bericht von Diar weist auch darauf hin, dass Coinbase Pro gegen eine weitere, eigene Vorschrift verstoßen haben könnte. Gemäß dem „Digital Asset Framework“ ist eine der Überlegungen, die Coinbase vor der Aufnahme einer neuen Kryptowährung anstellt, der Besitz durch das Unternehmen/ Team. Genauer gesagt, schreibt das Dokument:

Die vom Team gehaltene Eigentumsbeteiligung ist eine Minderheitsbeteiligung.

Diar hingegen argumentiert, dass Ripple „fast 60% des Angebots in Treuhandkonten mit einem Veröffentlichungsplan hält“.

Beides sind wichtige Argumente in der Argumentation, ob XRP ein Wertpapier ist. Wichtig zu wissen an dieser Stelle, dass Coinbase noch auf die Zulassung durch die US-Bundesbehörden wartet, um als Broker-Dealer auch Wertpapiere anbieten zu können. Somit erklärt Coinbase durch die Notierung von XRP auf Coinbase Pro ganz explizit, dass XRP kein Wertpapier ist. Dies ist insbesondere in Hinblick auf die SEC eine sehr interessante Entscheidung. Fraglich ist, ob Coinbase sich hierzu mit der SEC abgestimmt hat.

Hat Ripple für das Listing bezahlt?

Davon unabhängig enthüllte der Investor und Unternehmer Alistair Milne ein Gespräch zwischen ihm und Elliot Suthers, Director of Communications bei Coinbase. Milne fragte den hochrangigen Coinbase Mitarbeiter nach dem Betrag an XRP, der im Gegenzug für die Börsennotierung an Coinbase gezahlt wurde und ob Coinbase mit der SEC/CFTC Rücksprache gehalten hat, ob es „OK ist, ein Wertpapier zu verkaufen“. Was folgte, war eine mehrdeutige Antwort, die weder Bestätigung noch Ablehnung war.

„Ich freue mich, das inoffiziell zu besprechen, aber wir diskutieren nicht öffentlich“, sagte Suthers.

Featured Image: Grey82 | Shutterstock

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