Ripple Kurs (XRP) taumelt, nachdem Swell keine großen Nachrichten liefert

Vom 16. bis 17. Oktober fand in Toronto die groß angekündigte Konferenz „Swell“ von Ripple statt. Zur gleichen Zeit fand die „Sibos“ in Toronto statt, die internationale Konferenz der Zahlungsplattform SWIFT. Zumindest augenscheinlich kann dies kein Zufall gewesen sein – der unumstrittene Marktführer gegen die Herausforderer-Technologie Ripple, zur gleichen Zeit, in der gleichen Stadt…

Im Vorfeld von Swell gab es große Erwartungen. Wie wir bereits berichteten, stieg der Ripple-Kurs noch einmal um über 10 Prozent an.

Bei Betrachtung des Ripple-Kurses nach der Konferenz müssen wir jedoch konstatieren, dass die Erwartungen wohl zu hoch waren bzw. nicht erfüllt werden konnten. Der Ripple-Kurs fiel im Vergleich zum Höchststand vor Swell um 13,5 Prozent nach der Konferenz.

Ripple Kurs Chart

Was passierte im Detail am ersten Tag bei Swell?

Am Eröffnungstag der Konferenz sprach der Ex-Fed-Vorsitzende Ben Bernanke als Key-Note schwerpunktmäßig über die aktuelle Geldpolitik und eher nebensächlich über die Blockchain-Technologie ein. Hinsichtlich der Blockchain führte es aus, dass er Potenzial in ihr zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen sieht. Generell seien aus seiner Sicht alle Anstrengungen beachtenswert, die die Verbesserung des Zahlungsverkehrs beabsichtigen.

Hinsichtlich anderer Kryptowährungen, speziell Bitcoin war Bernanke aber nicht so positiv gestimmt. Er äußerte sich zwar nur sehr zurückhaltend zu dem Thema, erklärte aber, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Regierungen eine Bedrohung für Fiat-Währungen durch Kryptowährungen zulassen würden. Weiterhin erklärte Bernanke, dass er nicht daran glaube, dass sich durch Kryptowährungen etwas an der Geldpolitik der Zentralbanken verändert hat bzw. wird.

Im Übrigen äußerten sich im Laufe des ersten Tages Sprecher der Santander Bank und der Siam Commercial Bank sehr lobend über die Technologie hinter Ripple. Insbesondere wurden dabei die Skalierbarkeit und die Geschwindigkeit vom Ripple-Protokoll sowie die transaktionskostenarmen und zuverlässigen Zahlungen herausgestellt.

Die große Show der Sibos und von IBM /Stellar Lumens (am ersten Tag)

Im Gegensatz zur Swell-Konferenz konnte die Sibos mit einer Kracher-Nachricht aufwarten. Der amerikanische IT-Gigant IBM hat auf der Sibos eine Kooperation mit dem Technologie-Start-Up Stellar verkündet. Ziel der Kooperation ist es eine gemeinsame Blockchain Lösung zu entwickeln, die den Zahlungsverkehr über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. Zum ausführlicheren Artikel.

Der zweite Tag von Ripples Swell

Der Keynote-Sprecher am zweiten Tag war Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web. Während der Keynote erzählte Berners-Lee, wie er das Internet erfunden hat und welche Verantwortung mit dieser Erfindung einhergeht. Berners-Lee deute seine Vision für eine von Blockchains betriebene Welt an und wie er Banken in verschiedenen Ländern die Technologie nutzen könnten, um schnelle und sicherere Transaktionen zu ermöglichen.

Die Botschaft, die er aber auch ganz klar vermittelen wolle, sei, dass sich die Entwickler und Privatunternehmen hinter Kryptowährungen über die Konsequenzen der Technologie für die Menschheit und die Wirtschaft im Klaren werden sollten.

„Große Dinge könnten davon entstehen. Aber vielleicht werden Sie auch riesige Kriminalitätswellen produzieren.“ – Tim Berners-Lee

Um diese „großen Dinge“ zu schaffen, so mahnte er, seien konstruktive Gespräche zwischen den Unternehmen und Regulierungsbehörden/ Regierungen nötig.

In den sozialen Medien herrschte ansonsten Einigkeit, dass bei Swell zwar viele Versprechungen gemacht wurden, es aber an konkreten Maßnahmen und Ergebnissen fehlte. Folglich rutschte der Preis für einen XRP bis Tagesende Dienstag deutlich ab.


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