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Bitcoin Transaktionskosten sinken weiter: So günstig wie lang nicht mehr

In den vergangenen Tagen war des Öfteren zu lesen, dass sich die Bitcoin Transaktionskosten auf einem Tiefststand befinden. Dementsprechend könnte man vermuten, dass das Bitcoin-Netzwerk wegen der geringen Kosten verstärkt genutzt wird.

Die durchschnittlichen Transaktionskosten für eine Bitcoin Transaktion betrugen am gestrigen Sonntag, den 25.02.2018 „nur noch“ 2,76 USD pro Transaktion. Das Versenden von Bitcoins war zuletzt im Oktober 2017 so „günstig“, nachdem am 22. Dezember 2017  der Preis für eine Bitcoin Transaktion sein Allzeithoch von 55,16 USD erreichte. Ende Januar 2018 fiel der Preis für eine Transaktion erstmals wieder unter 10,00 USD. An ein „alternatives“ Zahlungsmittel war aber selbst bei diesem Preis noch nicht zu denken.

Nun stellt sich die Frage, wie es zu diesem zwischenzeitlichen Anstieg kommen konnte und weshalb derzeit Transaktionen im Bitcoin Netzwerk wieder günstiger sind?

Blockgröße, Blockzeit, Transaktionsgröße und Mempool

Ursache ist, dass es wie im „normalen“ Leben auch innerhalb des Bitcoin Netzwerkes nur begrenzte Ressourcen gibt. Im normalen Leben sind dies beispielsweise die Arbeitskraft und die Lebenszeit. Im Bitcoin Netzwerk hingegen spricht man von der Blockgröße sowie der Blockzeit. Die Größe einer Transaktion ist von vielen Faktoren abhängig und somit nicht für jede Transaktion gleich. Die Transaktionsgröße zeigt somit an, wie viel Speicherplatz (in Byte) benötigt werden, um alle Informationen zur Transaktion zu speichern.

In 2010 hat Satoshi Nakamoto die Blockgröße („Blocksize“) für das Bitcoin Netzwerk auf 1 Megabyte festgelegt. Dies ist der Speicherplatz für eine maximale, unbestimmte Anzahl von Transaktionen, die durch die Miner verifiziert und durch diese darin gespeichert werden.

Die Blockzeit ist eine Kennzahl, die die Zeit zwischen der Erstellung von zwei Blöcken misst. Sie beträgt im Bitcoin Netzwerk 10 Minuten. Da die Berechnung von Blöcken aber stark vom Zufall abhängig ist, handelt es sich dabei nur um einen angestrebten Wert, der schwanken kann, wie auch die nachfolgende Infografik der letzten 3 Monate zeigt.

Quelle: https://bitinfocharts.com/comparison/bitcoin-confirmationtime.html#3m

Sollte, wie in den letzten 3 Monaten häufiger passiert, die Blockzeit zu hoch sein, wird die Schwierigkeit („Mining Difficulty“) nach unten angepasst. Sind die Zeiten hingegen zu kurz, wird die Mining Difficulty erhöht. Hiermit soll verhindert werden, dass trotz steigernder Rechenleistung im Netzwerk (beispielsweise wegen einer höheren Anzahl an Minern) die Zeit zwischen zwei Blöcken in etwa konstant bei 10 Minuten bleibt.

Ein weiterer wichtiger Begriff, wenn man über Bitcoin Transaktionen spricht, ist der sogenannte „Mempool“. In diesem sammeln sich alle unverarbeiteten Transaktionen, die darauf warten verarbeitet und in einen Block aufgenommen zu werden. Der „Mempool“ spiegelt somit wieder, wie viele Transaktionen offen sind und durch Miner noch verifiziert werden müssen.

In der nachfolgenden Grafik haben wir die durchschnittlichen Transaktionskosten von Bitcoin, der Gesamtanzahl von Transaktionen gegenübergestellt.

Bitcoin Transaktionen Kennzahlen
Quelle: https://bitinfocharts.com/

Trotz der erheblichen Schwankungen ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Gesamtanzahl von Transaktionen und der durchschnittlichen Gebühr einer Transaktion festzustellen. Immer wenn die Anzahl von Transaktionen im Bitcoin Netzwerk steigt, geht dies auch mit einer Erhöhung der Transaktionskosten einher. Betrachtet man jetzt noch die Entwicklung des Mempools im selben Zeitraum, dann wird deutlich, warum die Gebühren steigen.

Bitcoin Mempool
Quelle: https://blockchain.info/de/charts/mempool-size?timespan=1year

Mit Erhöhung der Transaktionsanzahl stauen sich Transaktionen im Mempool an, die nicht zeitnah verarbeitet werden können. Ursache hierfür sind die begrenzten Ressourcen des Bitcoin-Netzwerkes.

Damit eine Transaktion möglichst schnell verarbeitet werden, sind Nutzer bereit höhere Gebühren zu zahlen. Nutzer, die nicht bereit sind „utopische“ Gebühren zu zahlen, müssen sozusagen „hinten anstehen“. Die Zeit für eine Transaktion erhöht sich analog. Wie im Dezember nicht unüblich war, können Transaktionen dann länger als 24 Stunden dauern.

Warum sind die Gebühren in den letzten Tagen gesunken?

Für die vergangenen Tage ist die Frage, warum die durchschnittlichen Transaktionskosten gesunken sind, daher sehr einfach zu beantworten. Wie der obigen Grafik von bitinfocharts zu entnehmen ist, führten Benutzer einfach weniger Transaktionen durch. Im Dezember waren es zeitweise über 400.000 Transaktionen pro Tag. Im Februar 2018 ist diese Zahl unter 200.000 pro Tag gesunken. Ein Grund hierfür ist sicherlich das Abflachen des riesigen Hypes um Bitcoin, der im Dezember seinen Höhepunkt fand.

Behauptungen, wie das die SegWit Implementierung durch Coinbase, Bitfinex und das Bitcoin Core Wallet ausschlaggebend waren, sind daher falsch. Wie die Grafik von segwit.party zeigt, ist der prozentuale Anteil von SegWit Transaktionen seit letzter Woche lediglich um wenige Prozentpunkte, von etwa 14 Prozent auf knapp über 15,5 Prozent gestiegen.

SegWit Bitcoin Transaktionen
Quelle: http:///segwit.party/charts/

Grundsätzlich kann SegWit zu einer besseren Skalierbarkeit des Bitcoin Netzwerkes beitragen. SegWit zielt nämlich darauf ab die Größe der Transaktionen zu reduzieren, was bedeutet, dass mehr Transaktionen in jedem Block gespeichert werden können. Somit kann der Mempool schneller abgearbeitet werden und die Transaktionskosten könnten sinken. Voraussetzung ist allerdings eine zeitnahe Adaption und Nutzung von SegWit.

Weitere Lösungsstrategien: größere Blocksize, Batching, Lightning

Der wohl bekannteste Lösungsansatz für die Skalierungsdebatte führte im August 2017 zum Fork von Bitcoin Cash. Eine Gruppe von Investoren und Minern wollte im Gegensatz zum Großteil der Bitcoin Core Community die Blockgröße erhöhen und führte, u. a., deshalb den Bitcoin Cash Hard Fork durch.

Selbst die „geringe“ Erhöhung der Blocksize von 1 auf 2 MB im Rahmen des SegWit2X Updates wurde im November letzten Jahres durch die Bitcoin Core Gemeinschaft kurz vor Veröffentlichung, wegen fehlender Unterstützung in der Gemeinschaft abgelehnt.

Eine weitere Möglichkeit kann das sogenannte „Batching“ sein, bei dem viele Transaktionen zu einer zusammenfasst werden, um letztendlich den Speicherbedarf zu reduzieren und so mehr Transaktionen in einen Block aufnehmen zu können. Batching kann jedoch nur von Transaktionsprozessoren, d. h. beispielsweise Kryptowährungsbörsen umgesetzt werden. Inwiefern große Börsen wie Coinbase oder Bitfinex daran arbeiten, ist allerdings nicht bekannt.

Vor wenigen Tagen hat die Börse ShapeShift bekanntgegeben, dass die Börse ab sofort Transaktionen „Batching“ durchführt. Die Börse macht jedoch nur 2 Prozent aller Bitcoin Transaktionen aus.

Die wohl am sehnsüchtigsten erwartete Lösung für das Skalierungsproblem von Bitcoin ist allerdings „Lightning“. Dieses soll eine neue Abstraktionsebene über dem Bitcoin-Protokoll implementieren und Transaktionen mittels sogenannter „Zahlungskanäle“ von der Haupt-Blockchain entfernen. Eine detaillierte Beschreibung gibt es in diesem Artikel.

Fazit

Auch wenn sich die durchschnittlichen Transaktionskosten derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, ist das Skalierungsproblem noch lange nicht gelöst. Sollten die Transaktionszahlen wegen eines neuen Hypes und einer neuen Welle an Investoren wieder ansteigen, wird Bitcoin aufgrund der oben genannten Argumente sehr wahrscheinlich wieder Skalierungsprobleme bekommen und die Transaktionskosten und -zeiten ansteigen.

So wie es derzeit aussieht, wird erst das in der Bitcoin Core Community favorisierte Lightning Netzwerk, bei dem die Kernfunktionen von Bitcoin nicht beeinträchtigt werden, das Skalierungsproblem lösen. Andererseits muss auch beachtet werden, dass die Gebühren als Gegengewicht zum Marktpreis erforderlich sind, um die Nachfrage nach Speicherplatz in den Blöcken zu regulieren.

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