HomeNewsVeritaseum: Finanzmarktgeschäfte ohne Mittelsmänner durch Blockchain-Technologie mit Potenzial?

Veritaseum: Finanzmarktgeschäfte ohne Mittelsmänner durch Blockchain-Technologie mit Potenzial?

4 März 2018 By Marcus Misiak

Mit Veritaseum will der Gründer Reggie Middleton eine automatisierte, dezentrale Peer-to-Peer Plattform für Kapitalgeschäfte aller Art schaffen. Trotz heftiger Kritik, da er zum ICO kein Whitepaper veröffentlicht hat, sowie der Tatsache, dass während des ICOs ca. 36.000 Token verloren gegangen sind (was einem Wert von 6,5 Mio. € entspricht), hat sich die Kryptowährung Veritaseum etabliert und steht auf Rang 42 der größten Kryptowährungen.

Das Unternehmen hinter Veritaseum wurde bereits 2014, zuerst als Ultracoin gegründet.  Aufgrund der Tatsache, dass es den Ultracoin aber bereits schon gab, änderte man den Namen auf Veritaseum. Ziel von VERI ist es einen freien Handel zu ermöglichen. Hauptaugenmerk wird dabei auf das überflüssig werden jeglicher Nutznießer wie z.B. Banken und Fond-Verwaltungen gelegt. Der Gründer des Projektes, Reggie Middleton ist Finanzexperte, er schrieb zuvor für die Huffington Post und erlangte Bekanntheit, weil er den Zusammenbruch der „Housing-Bubble“ vorhersagte.

Ermöglichen soll dies die dem Coin zugrunde liegende Blockchain-Technologie, welche sich sehr stark am Ethereum-Netzwerk orientiert. Über die Plattform soll für Nicht-Programmierer die Möglichkeit bestehen Smart Contracts zu erstellen. Diese sollen beispielsweise eigenständig Kaufentscheidungen treffen können sollen.

Der Coin wird von heftiger und durchaus begründeter Kritik überschattet. Der Gründer Middleton steht dabei als Schlüsselfigur im Mittelpunkt. Er stellt seine Plattform als Revolution der weltweiten Finanzmärkte dar, doch leider finden sich zu dieser Darstellung nur wenige Belege.

Auf der Website der Plattform finden sich jede Menge „Informationen“ zum Veritaseum Coin, effektiv sind es aber fast ausschließlich Finanz-historische Ereignisse, sowie Kurzbiographien erfolgreicher historischer und aktueller Finanziers, welche wohl den Leser zu einer Investition bewegen sollen. Abgesehen davon finden wir zwei bereits laufende Projekte des Coins zum einen VeADIR und zum anderen VeRent.

VeRent steht dabei für „Veritaseum Rental Facility“. Dieses Tool bietet die Möglichkeit Veri-Coins direkt im Browser als Chrome-App zu verwalten, zu versenden, sowie Kauf- und Verkaufsangebote zu erstellen. Die Funktionsweise des Tools ist sehr einfach gehalten und auch für Laien gut nutzbar.

Bei VeADIR handelt es sich um ein autonom arbeitendes Bewertungsprogramm für Assets und ICOs. Hierbei bewertet das Programm nach festgelegten Kriterien alle vorhanden Informationen, die anschließend in einer Bewertung zusammengefasst werden. Diese Bewertungen sind dann über Veri-Coins erwerbbar.

Worauf genau dieses Programm basiert, sowie mit welcher Algorithmik es arbeitet wird nicht näher erläutert, es wird lediglich erwähnt, dass diesem Bewertungssystem Smart Contracts zugrunde liegen. Das Tool steckt aktuell noch in der Beta-Testphase, allerdings soll, laut den Entwicklern die Technologie bereits vollständig entwickelt sein.

Trotz der angeführten Kritikpunkte ist Veritaseum mit einem erfolgreichen ICO gestartet. Allerdings hatte es Anfangs mit starken Kursschwankungen zu kämpfen. Seit August 2017 bewegte sich der Coin in einem stabilen Abwärtstrend, welcher jedoch Ende Oktober in einem steilen Anstieg des Kurses überging, in dem sich der Preis auf sein Allzeithoch im Januar 2018 auf 390€ pro Token fast verzehnfachte. Zur Redaktionszeit steht der Coin wieder in einem Abwärtstrend, bei 190,92€. Die Marktkapitalisierung beträgt ca. 389 Mio. €.
Letztendlich ist der Veritaseum Coin aus unserer Sicht mit Vorsicht zu genießen. Bis heute sucht man ein Whitepaper vergebens: Das Projekt wurde von einem „No-Name“ der Krypto-Szene gegründet und kann bis jetzt keine wirkliche Anwendungsmöglichkeiten vorweisen.

Diese Probleme spiegeln sich spätestens in der Tatsache wieder, dass von den großen Börsen lediglich HitBTC einen Handel ermöglicht. Der Großteil des Handelsvolumens kommt derzeit von der kleineren Börse Ether Delta.

Disclaimer: — Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein großes finanzielles Risiko und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Coin-hero.de stellt keine Anlageberatung und Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dar. Die Webseiteninhalte dienen ausschliesslich der Information und Unterhaltung der Leser. Die hier getroffenen Aussagen stellen lediglich unsere eigene Meinung und keine Kaufempfehlung dar. Bitte unternehmen Sie auch eigene Recherchen bevor Sie in Kryptowährungen investieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für jegliche Art von Schäden. Bitte lesen Sie auch unseren Haftungsausschluss im Impressum. —

Tags: