HomeNewsUS-Bundesstaat Wyoming: Versicherer dürfen Bitcoin handeln

US-Bundesstaat Wyoming: Versicherer dürfen Bitcoin handeln

16 April 2020 By Matthias Nemack

Über die potentielle Nachfrage sagt das neue Gesetz in Wyoming zunächst nichts aus. Trotzdem setzen viele Kryptofans die neue Rechtslage sehr optimistisch.

Uneinheitliche Krypto-Marschrichtung in den USA

Wenn es um das Thema Kryptowährungen geht, sind die USA auch weiterhin ein Land des Widersprüchlichen. Während US-Präsident Donald Trump wiederholt betonte, dass er wenig vom Bitcoin hält und in Facebooks Libra eine Gefahr für das Finanzsystem sieht, gibt es auf Länderebene schon seit längerem verschiedene Krypto-bezogene Ideen. So berichteten wir unter anderem darüber, dass digitale Währungen beispielsweise bei der Begleichung von Schulden an Bedeutung gewinnen könnten. Nach einem ersten Vorstoß des Bundesstaates Ohio kündigten im Sommer zwei andere Staaten Pläne für Krypto-Steuerzahlungen an. Im neuesten Falle wiederum öffnet sich Wyoming für Investitionen in Kryptowährungen im Versicherungssektor. Unternehmen der Versicherungsbranche (und anderer Wirtschaftssparten) dürfen bisher kein Geld in die hoch volatilen Kryptoprodukte investieren.

Wie groß ist das Interesse der Versicherungswelt an BTC und Co.?

Zu groß waren wohl vor allem die Sorgen, dass wichtiges Kapital verloren gehen könnten. Im März wurde nun die Rechtsprechung in diesem Punkt korrigiert, die entsprechende Korrektur bzw. das neue Gesetz tritt pünktlich am 01.07.2020 in Kraft. Die Zulassung solcher Bitcoin-Investments und Einlagen in Altcoins wie Ethereum oder Litecoinfür Versicherungen ist für viele Beobachter nichts weniger als ein Meilenstein hin zur Öffnung des Investments-Rechts für digitale Währungen. Interessant wird in diesem Zusammenhang nun die Frage sein, ob der Bundesstaat nun tatsächlich die erhoffte Vorreiterrolle spielen wird, damit andere Staaten möglichst schnell folgen. Freilich bezieht sich das neue Gesetz nicht allein auf Kryptowährungen wie den Bitcoin.

Werden ähnliche Gesetze in weiteren US-Bundesstaaten folgen?

Stattdessen handelt es sich um eine neue juristische Freigiebigkeit mit Blick auf den Markt für die sogenannten Digital-Assets insgesamt. Der Begriff des digitalen Vermögenswertes wird im Gesetz klar geregelt, was ebenfalls ein Fortschritt ist. Denn US-Aufsichten wie die SEC tun sich seit langem schwer, klare Einordnungen von Produkten wie Bitcoin oder Stablecoins wie Facebooks Libra oder des JPM Coin der US-Bank JP Morgan Chase vorzunehmen. Zuletzt hagelte es stetig Kritik an der Börse, weil sie sich zu viel Zeit für die Prüfung von Anträgen für Bitcoin-ETFs ließ und zu negativ prüfte. Mit etwas Glück könnte Wyoming eine Trendwende auslösen und zugleich dem zeitweise angeschlagenen Kryptomarkt zu erheblichen Finanzspritzen durch sehr liquide Versicherungskonzerne verhelfen.

Featured Image: Von Elvira Koneva | Shutterstock.com