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US-Behörden ermitteln jetzt im Fall QuadrigaCX

6 Juni 2019 By Matthias Nemack

Neben den kanadischen Behörden sucht nun das FBI nach US-Opfern der Börse. Inzwischen ist die QuadrigaCX Insolvenz in vollem Gange.

Behörden suchen nach US-Kunden der Börse

Ein paar Wochen ist es her, dass das ehemalige Management der Bitcoin Börse QuadrigaCX die Liquidierung der Plattform bekannt gab. Die wiederholten Rettungspläne nach dem Tod des Börsengründers Gerry Cotten und damit verbundenen Millionenverlusten sind gescheitert. Cotton hatte sprichwörtlich Wallet Codes mit ins Grab genommen. Nachdem nun die Insolvenzabwicklung beschlossene Sache war, hofften Investoren und Anleger auf baldige Entschädigung. Nun ist klar, dass weit mehr als 100.000 Kunden-Wallets weiterhin unzugänglich sind. QuadrigaCX Vermögen von etwa 170 Mio. Euro wurde eingefroren. Zur Ruhe kommt die Börse nicht. Nun meldet sich das FBI zu Wort. Angesichts des Standortes Kanada wird die Nachricht über die Einmischung der Bundespolizei der USA manchen Beobachter der Entwicklungen doch etwas überraschen.

Letzte Hoffnung, um Kunden doch noch zu entschädigen?

Die Beweggründe aber sind durchaus nachvollziehbar. Die zuständigen Ermittler sind nach Angaben des FBI aktuell auf der Suche nach Börsen-Kunden aus den USA, die vom QuadrigaCX-Dilemma betroffen sind. Und es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Behörde etliche Geschädigte ausfindig machen wird. Denn die Wahrscheinlichkeit auf Wiederbeschaffung der Gelder in den besagten Wallets sinkt sukzessive, wie Experten betonen. Das FBI forderte Betroffene nun auf, ihre Aktivitäten über die zahlungsunfähige Börse offenzulegen. Dies kann ohne Weiteres in anonymer Weise über die Behörden-Webseiten erfolgen. Die US-Behörde möchte scheinbar endlich mit kursierenden Gerüchten und Mutmaßungen rund um die Handelsplattform aufräumen. Ob dabei die Master-Codes wieder auftauchen werden, kann durchaus bezweifelt werden. Auf der anderen Seite gilt das FBI als besonders engagiert.

Findet das FBI Hinweise auf einen möglichen Betrug?

Zumal mit der US-Steuerfahndung IRS-CI und einer Spezialabteilung im IT-Verbrechen des Justizministeriums zwei weitere Instanzen an den Ermittlungen beteiligt sind. Am Ende könnte vor allem eine Antwort auf die Frage stehen, ob es sich beim Verschwinden der Börsen-Gelder tatsächlich um einen Scam-Vorfall handelt. Genau dies steht im Mittelpunkt vieler Spekulationen. Teilweise wird sogar darüber spekuliert, ob der Börsengründer in Wirklichkeit noch lebt und das Geld entwendet hat. Dass sich Steuerbehörde und FBI betätigen, ist keine willkürliche Maßnahme. Beide Einrichtungen sind in der Pflicht, sobald potenziell Bürger der US geschädigt werden. Zumindest Opfer müssen Sie bei Cyberkriminalität ausfindig machen und auf mögliche Ansprüche auf Schadenersatz aufmerksam machen.

Featured Image: Von danielo | Shutterstock.com

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