HomeNewsStudie: Nur 36 der Top 100 Kryptowährungen haben ein „funktionierendes Produkt“

Studie: Nur 36 der Top 100 Kryptowährungen haben ein „funktionierendes Produkt“

Die Kryptowährungs-Industrie ist (leider) geprägt durch eine Vielzahl von Scam- und Betrüger-Projekten. Projekte, die nur auf schnelles Geld im Rahmen eines ICOs aus sind und dann Projekt danach langsam sterben lassen, sind keine Seltenheit. Diese Tatsache hat sich die Webseite Invest in Blockchain zum Anlass genommen und untersucht, welches der Top 100 Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung ein „working product“, d. h. ein funktionierendes Produkt haben. 

Die gleiche Untersuchung hatte die Webseite bereits in 2017 durchgeführt. Die Untersuchung für 2018 ist zu dem Ergebnis gekommen, dass lediglich 36 der Top 100 Kryptowährungen ein „funktionierendes Produkt“ haben. Die Autoren der Untersuchung sind sich einig, dass „es wichtig ist zu definieren, was genau ein funktionierendes Produkt ausmacht.“ In der Einleitung der Untersuchung heißt es, dass der Start einer einfachen Open-Source Blockchain keine sehr große Herausforderung ist, weshalb die Kriterien etwas strenger festgelegt wurden.

Bei der Untersuchung wurde deshalb der Status jedes Projekts bewertet, seine Roadmap betrachtet, seine Veröffentlichungshistorie überprüft und die fertigen Funktionen mit dem verglichen, was das Team in Zukunft zu liefern verspricht. Mit anderen Worten bedeutet die bloße Existenz eines Produkts nicht unbedingt, dass das Produkt funktioniert. Die Autoren schreiben darüber hinaus:

Wir haben uns jedoch dafür entschieden, Projekte, die nicht wirklich genutzt werden, nicht zu berücksichtigen, was bedeutet, dass die meisten der kürzlich eingeführten Mainnets unsere Kriterien noch nicht erfüllen.

Zum Beispiel erfüllt laut den Autoren der Studie eine Dapp-Plattform mit einem Mainnet die Anforderungen nicht, wenn es keine nennenswerten Dapps vorweisen kann.


Für die Autoren der Studie muss ein „funktionierendes Produkt“ folgende Kriterien erfüllen:

1. Es muss aktiv und für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
2. Das Mainnet ist seit einiger Zeit veröffentlicht, wodurch die Versionsnummern deutlich über 1.0 liegen und
3. Unternehmen und Einzelpersonen nutzen es täglich für Dapps, Smart Contracts oder Transaktionen.

Projekte, die laut Invest in Blockchain ein funktionierendes Produkt haben sind:

0x, Ardor, Augur, Bancor, Basic Attention Token, Bibox token, Binance Coin, Bitcoin, Bitcoin Cash, Bitshares, Bytecoin, Decred, Ethereum, Golem, Huobi Token, Komodo, Kucoin Shares, Kyber Network, Litecoin, Loom Network, Monero, Nano, NEO, PIVX, Polymath, Pundi X, QTUM, Ripple, Siacoin, Steem, Stellar, Tether, Wanchain, Waves, ZCash und Zencash.

Dash und Vechain sind nicht in der Liste

Insgesamt haben also 64 Kryptowährungen aus der Top 100 kein „funktionierendes Produkt“, wenn es nach der Studie geht. Allerdings sind die Kommentare unter dem Artikel auch teils sehr kontrovers. So haben die Autoren PIVX als Hard Fork von Dash in die Liste aufgenommen, PIVX aber nicht Dash selbst.

Aus unserer Sicht verwunderlich ist auch, dass Vechain nicht in der Liste auftaucht. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Projekten hat Vechain Thor, obwohl es erst vor wenigen Wochen mit seinem Mainnet gestartet, bereits zahlreiche reale Anwendungsfälle. In der Vergangenheit hat Vechain bereits mehrere, große und namhafte Unternehmen überzeugen können, die VeChain Thor -Technologie zu nutzen. So werden u. a. PwC Hong KongDNV GL, eGrid Consulting Co. LTD und das Lingang International Manufacturing Exhibition Trading Center Vechain Thor nutzen. Zuletzt wurde eine Partnerschaft mit DB Schenker und Cahrenheit geschlossen.

Auch NEM sollte aus unserer Sicht in der Liste auftauchen. So hat beispielsweise die ukrainische Walkommission erst kürzlich bestätigt, dass sie Wahlen auf der NEM-Blockchain getestet hat. Die Cagayan Economic Zone Authority (CEZA) und NEM haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um ein auf den Philippinen einen Blockchain-Hub zu etablieren.

Weitere Kryptowährungen, allein aus der Top 20, die es nicht in die Liste geschafft haben, sind EOS, TRON, Ethereum Classic und IOTA. Auch wenn diese Projekte derzeit noch größere Anwendungsfälle vermissen lassen, befinden sie sich in einem Stadium, wo sie kurz davor stehen bzw. in Kooperation mit renommierten Unternehmen, wie Volkwagen im Falle von IOTA, ausführlich getestet werden.

Insofern zeigt die Untersuchung aus unserer Sicht nur, dass die Branche noch immer sehr jung ist. Vor allem Projekte, wie EOS, IOTA oder auch TRON zeigen aber das Potential und dass die Branche in 2018 einen großen Schritt gemacht hat. Insbesondere in 2019 wird es aber wichtig sein, einerseits die technische Entwicklung und andererseits die Adaption, d. h. die Nutzung im alltäglichen Leben, weiter voranzutreiben.

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