Ist JPMorgan’s Coin ernste Konkurrenz für Ripple?

Die Lancierung eines eigenen digitalen Assets des Finanzriesen JPMorgan hat für heftige Diskussionen im internationalen Kryptosektor gesorgt. Einige Experten sehen eine große Chance in diesem Schritt, andere prominente Stimmen wie der CEO von Ripple sieht das Projekt nicht nachhaltig angelegt.

JPMorgan hat einen eigenen Stablecoin „JPM Coin“ auf den Markt gebracht, der ähnlich wie Tether oder TrueUSD, an den Dollarkurs gebunden ist. Laut Aussagen des Unternehmens steht der Fokus vorerst darin, große Geldsummen von Kunden der Bank schnell und kostengünstig intern bewegen zu können. Inwiefern jedoch der Stable Coin an einschlägigen Börsen zum Trading eingesetzt werden kann ist bisher noc weitesgehend unbekannt. Das Projekt an sich ist in der Kryptoszene jedoch nicht ungewöhnlich.

Bereits Im Jahr 2016 haben sind vier große Banken eine Zusammenarbeit eingegangen, um den Utility Settlement Coin aufzulegen, ein digitales Asset zur Rationalisierung grenzüberschreitender Transaktionen und zur Senkung der Gebühren und schnelleren Verarbeitung der Überweisungen. UBS stellte die Idee unter anderem der Deutschen Bank, Santander und BNY Mellon vor. Weiterhin sind NEX, Barclyas, CIBC, Credit Suisse, HSBS und MUFG mit an Bord. Die Testphase wurde bereits Mitte letzten Jahres gestartet, jedoch sind bis heute nur wenige Ergebnisse ans Tageslicht durchgesickert.

Ripple Chef, Brad Garlinghouse, sieht von einer Bank ausgegebene digitale Assets eine unrealistische und fehlgeleitete Lösung für die Branche. In einem Interview erläutert Garlinghouse, warum von Banken unterstütze Kryptowährungen seiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt sind. Hierbei sind zwei verschiedene Szenarios denkbar (frei übersetzt):

Ein von einer Bank ausgegebenes digitales Gut kann nur wirklich effizient zwischen den Banken abgewickelt werden, die es ausgegeben haben. Dann können zwei Szenarien entstehen.

Szenario 1: Alle Banken auf der ganzen Welt legen wettbewerbsbedingte und geopolitische Unterschiede beiseite, übernehmen dasselbe digitale Gut, vereinbaren ihre Regeln und regeln ihre Nutzung harmonisch. Große  Chancen.

Szenario 2 (wahrscheinlicheres Szenario): Banken, die nicht der Emissionsgruppe angehören, geben ihre eigenen digitalen Vermögenswerte mit eigenen Regeln und Governance aus.

Wenn Banken verschiedener digitaler Vermögensgruppen Geschäfte miteinander abwickeln möchten, müssen sie Märkte zwischen ihren einzigartigen digitalen Vermögenswerten oder den Handel zwischen ihren digitalen Vermögenswerten und einer gemeinsamen Notwährung schaffen. Was für ein Chaos!

Wenn jede Bank ihr eigenes digitale Asset lanciert, um Zahlungen über den ganzen Globus abzuwickeln, könnten mit der Zeit eine Fülle an neuen Währungen entstehen, die den Markt überschwemmen. Ripple versucht genau dies zu verhindern und stellt deswegen eine Infrastruktur bereit, die von jeder Finanzinstitution weltweit einfach und schnell eingesetzt werden kann (frei übersetzt):

Wir sind fest davon überzeugt, dass Banken ein unabhängiges digitales Asset benötigen, um eine wirklich effiziente Abwicklung zu ermöglichen, und wir sind der Ansicht, dass XRP für diese Rolle am besten aufgestellt ist. Es geht zurück auf die Grundlagen dessen, was digitale Assets einzigartig und besonders macht – sie sind Universalwährungen, das heißt, jeder kann sie als Werteinheit überall auf der Welt verwenden. Diese Universalität bietet digitalen Assets eine globale Reichweite und die Möglichkeit, sich schneller als traditionelle Assets abzurechnen.

Featured Image: Immersion Imagery | Shutterstock

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