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Mehr als 4.000 Bankkonten von Kryptohändlern durch chinesische Behörden eingefroren

10 Juni 2020 By Harshini Nag

Die Polizei in der Provinz Guangdong sperrt Bankkonten wegen des Verdachts auf Geldwäsche-Beteiligung

Tausende Bankkonten von OTC-Kryptohändlern, die Kryptowährungen, Bargeld und Tether (USDT) besitzen, wurden von der Polizei in der chinesischen Provinz Guangdong eingefroren. So will die Polizei gegen illegale Aktivitäten wie Geldwäsche vorgehen. Die chinesische Veröffentlichung 8btc berichtete, mindestens 4.000 solcher Bankkonten seien ab dem 4. Juni eingefroren worden. Die Konten wurden von chinesischen Behörden wegen des Verdachts der Umwandlung „grauer Erträgen“ an offenen Märkten eingefroren.

Die chinesische Polizei hat in den vergangenen Monaten zunehmend Anstrengungen unternommen, Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährung und Glücksspielen zu bekämpfen. Die Polizei wurde zudem in Bezug auf Blockchain– und On-Chain-Analysen geschult, um Krypto-Assets effektiv verfolgen zu können. Laut 8btc wird Tether häufig bei illegalen Aktivitäten eingesetzt. OTC-Händler (der Over-the-Counter-Handel mit Kryptowährungen) wurden beschuldigt, Bargeld von Telekommunikationsbetrügern, Krypto-Betrügern und anderen illegalen Quellen akzeptiert zu haben.

Laut der städtischen Polizei von Guangzhou bezieht der USDT-Markt der Provinz sein Geld nicht nur von institutionellen Investoren. Krypto-Betrüger haben beispielsweise eine gefälschte Huobi-Börse eingerichtet, um Händler zu betrügen und ihr Geld über OTC-Wechselstellen zu stehlen. Der Betrug kostete Investoren über 3,5 Millionen Yuan , was umgerechnet etwa 494.944 US-Dollar entspricht.

Somit blieb der Geldfluss zum OTC-Markt im Zuständigkeitsbereich der Behörden. Die Polizei verwendete Bankdaten, Blockchain-Daten, Krypto-Adressen und weitere Aufzeichnungen, um große Teile von Transaktionen über den OTC-Markt zu identifizieren und betroffene Konten zu verfolgen. Berichten zufolge wurden auch Konten von Händlern eingefroren, die bereits vor Monaten den Handel eingestellt haben.

Sun Xiaoxiao, ein ehemaliger Mitarbeiter des chinesischen Krypto-Wallet-Startups Bixin, schlug in der vergangenen Woche Alarm, weil sein Konto durch ein Weibo-Posting eingefroren wurde. Er erklärte, dies sei kein Einzelfall. Es seien vielmehr massenhaft Kryptohändler-Konten durch chinesische Behörden eingefroren worden. In einem späteren späteren Beitrag erklärte Sun, er glaube, die Polizei ermittle wegen Ponzi-Betrugs, Telekommunikationsbetrugs sowie Casino-Geschäften.

„Jetzt gibt es auch OTC-Händler, deren Bankkonten aufgrund von Fragen zur Quelle erworbener Coins eingefroren wurden. Das bedeutet, dass neben „schmutzigem Geld“ auch „schmutzige Coins“ im Umlauf sind, wie Sun es formuliert. Er ergänzte, der Bitcoin sei derzeit zwar die beliebteste Wahl für risikoreiche Kapitaltransfers in China gewesen. Tether (USDT) werde momentan jedoch bevorzugt.

Eingefrorene Konten sind nicht zwingend am Fehlverhalten beteiligt. Sollte die Unschuld erwiesen und sollten Behörden keine Hinweise auf illegale Handelsaktivitäten finden, können Konten nicht länger gesperrt bleiben. Bis Konten wieder freigegeben werden können, hängt nach Suns Auffassung auch und gerade von der Schwere der Fälle ab.