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Krypto-Größen arbeiten gemeinsam am System Celo

13 März 2020 By Matthias Nemack

Celo startet scheinbar mit dem klaren Ziel, ein Gegenentwurf zu Facebooks Libra zu werden. Menschen ohne Zugang zum Finanzsystem sind die Zielgruppe.

Ernstzunehmende Konkurrenz für Facebooks Libra?

Libra soll für die Social-Media-Plattform als Stablecoin zum sprichwörtlich großen Wurf werden. Daran ändern auch die Bemühungen vieler Staaten wenig, die eigene digitale Währungen wie China mit dem Digital-Yuan planen. Auch Deutschlands Blockchain-Strategie oder andere Arten politischen Widerstands sowie der Rückzug mancher zeitweise Interesse bekundender Unternehmen wie Visa und Mastercard ändern wenig an Facebooks Zielen. Nun meldet sich gleich eine ganze Riege renommierter Kryptounternehmen zu Wort, die Libra eine Alternative entgegensetzen möchten. Auch für Bitcoin und Altcoins könnte die Ankündigung zur Konkurrenz werden. Die neue Plattform, um die es geht, hört auf den Namen Celo. Nicht weniger als etwa 50 Firmen aus dem Dunstkreis der Blockchain und Kryptowährungen sind aktuellen Meldungen zufolge mit an Bord.

Viele namhafte Krypto-Firmen beteiligen sich am Netzwerk

Das erklärt Ziel der Zusammenarbeit: der Einschluss von weit mehr als fünf Milliarden Menschen weltweit. „Finanzielle Integration“ ist ein Schlüsselbegriff des Bündnisses, das hinter dem neuen Portal steht. Nicht nur in Afrika mangelt es am Zugang zum traditionellen Finanzsystem für zahllose Menschen. Dabei soll es darum gehen, vor allem einen System-Zugriff per Smartphone zu ermöglichen. Die Liste der involvierten Unternehmen liest sich wie ein „Who-is-Who“ der Kryptowelt. Zu den Mitgliedern des Netzwerkes gehört unter anderem die Kryptobörse Bitcoin.com. Auch das Unternehmen Coinbase Ventures ist vertreten, gleiches gilt für Polychain und den bekannten Investor Andreessen Horowitz.Außerdem haben sich dem Modell verschiedene Blockchain-Konzerne und Zahlungsdienstleister angeschlossen.

Auch verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen wollen sich einbringen. In Zukunft soll es reichen, über eigene Telefonnummer zu verfügen, um vom sogenannten Celo-Dollar Gebrauch machen zu können und so Teil der Kryptowelt zu werden.

Menschen in problematischen Weltregionen sind Adressaten

Was bisher fehlt, sind Details, wie welcher Partner an der Entwicklung mitwirken möchte. Use Cases hingegen gibt es mehr als genug, um Kryptowährungen insgesamt verstärkt in einen Zusammenhang mit dem Mobilfunksektor zu bringen und Zahlungen per Smartphone möglich zu machen. Zusätzlich will das Kooperationsnetzwerk verstärkt die Vergabe von Mikrokredite vorantreiben. Die Zusammenarbeit verdeutlicht einmal, dass die Blockchain ideal ist, um all jene zu integrieren, die beim klassischen Finanzsystem bisher außen vor bleiben und wohl auch bei Libra eher eine Nebenrolle spielen könnten. Insbesondere humanitäre Institutionen sollen von Celo profitieren. Niedrige Gebühren und gleichsam schnelle wie einfache Transaktions-Ausführungen sollen durch den Celo-Dollar und das dahinter stehende System auszeichnen. Der Name des Zusammenschlusses „Alliance for Prosperity“ ist insofern ein wichtiger Fingerzeig für die Ausrichtung. Vielleicht gibt es bald noch mehr erfolgreiche Konkurrenz für Ethereum oder eben Libra.