HomeNewsIBM Führungskräfte diskutieren die Bedrohung durch Quantencomputer für Kryptowährungen (Teil 1)

IBM Führungskräfte diskutieren die Bedrohung durch Quantencomputer für Kryptowährungen (Teil 1)

In einem neuen Interview mit Fred Schebesta von Finder.com diskutierten die IBM-Führungskräfte Nevenko Zunic, Michael Osbourne und Jeese Lund die Bedrohung durch Quantencomputer für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum.

Jesse Lund, Vizepräsident für Blockchain und digitale Währungen bei IBM sagte auf der IBM Think 2019:

Die privaten Schlüssel stellen die Kontrolle über Ihr Wallet dar. Ihr öffentlicher Schlüssel ist im Wesentlichen Ihr Wallet, welches das Guthaben zeigt. Und ich denke, das ist eine echte, glaubwürdige Bedrohung. Bitcoin ist ein öffentliches Ledger. So können Sie herausgehen und sehen, welche öffentlichen Schlüssel die größten Salden halten, und Sie könnten herausgehen und diese (die hundert oder tausend Bitcoin da drin) ins Visier nehmen und sagen, dass Sie Mühe (Computerressourcen) aufwenden werden, um den privaten Schlüssel vom öffentlichen Schlüssel zu erlangen. Ich denke sogar, das das eine kurzfristige Bedrohung ist.

Quantencomputer könnten eines Tages in der Lage sein, einen privaten Schlüssel von einem öffentlichen Schlüssel abzuleiten, wodurch bestehende Formen der Kryptographie mit öffentlichen Schlüsseln verwundbar wären. Lund glaubt, dass mindestens die Hälfte aller Blockchains anfällig sein könnten. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde kamen zu dem Schluss, dass sich die Bedrohung der Quantencomputer auf fast alle verschlüsselten Systeme, wie wir sie heute kennen, erstrecken könnte. Um die Bedrohung durch Quanten-Computing gegen Bitcoin, Ethereum und die meisten anderen Kryptowährungen zu verringern, ist das Team von IBM der Meinung, dass Unternehmen sofort mit der Quantenprüfung ihrer Systeme beginnen sollten.

Michael Osborne, Manager der Security and Privacy Group bei IBM Research in der Schweiz, sagte, dass die neue Quantenära schnell kommen wird und das die Bedrohung „weit im Voraus geplant werden“ sollte:

Wir haben keine 30 Jahre mehr, das Risiko ist sehr hoch.

Zunic, der sagt, dass es 10 Jahre oder länger dauern kann, bis Quantencomputer Realität werden, fügte hinzu, dass Daten, die heute übertragen werden, durch die Quantencomputer von morgen beeinflusst werden können.

Eine weitere Überlegung ist, dass alle heute stattfindenden Kommunikationen, die verschlüsselt sind, heute abgefangen und zur Entschlüsselung zu einem späteren Zeitpunkt gespeichert werden könnten. Wenn es also sensible Übertragungen zwischen Regierungsstellen, Organisationen, Finanztransaktionen gibt – die in Zukunft abgefangen, gespeichert und entschlüsselt werden können. Unternehmen müssen sich dessen heute bewusst sein und bereits heute Maßnahmen ergreifen, um sich gegen mögliche Quantenangriffe zu wappnen.

Die gesamte Diskussionsrunde kannst du nachfolgend ansehen:

Hinweis: Im morgigen zweiten Teil wird es darum gehen, ob und wann Quantencomputer eine Bedrohung für Bitcoin & andere Kryptowährungen sein könnten.

Featured Image: Production Perig | Shutterstock