Facebook Libra verliert weiteres Schwergewicht: Vodafone springt ab

Der britische Telekommunikationsriese Vodafone hat sich gerade aus dem umstrittenen Libra-Projekt von Facebook zurückgezogen. Vodafone bestätigte am Dienstag gegenüber Coindesk, dass er sich aus dem Libra-Konsortium zurückziehen wird, das aus prominenten Firmen besteht, die sich dem Betrieb der kommenden Libra-Kryptowährung verschrieben haben.

Stattdessen wird Vodafone seine Ressourcen der mobilen Zahlungsplattform M-Pesa widmen, die das Unternehmen über die sechs afrikanischen Regionen, die es derzeit bedient, hinaus erweitern will. Die Plattform stieß gestern auf starken Widerstand, als die Reserve Bank of India (RBI) das Certificate of Authorization (CoA) von M-Pesa annullierte und das Unternehmen zwang, sich aus Indien zurückzuziehen.

Wir haben von Anfang an gesagt, dass Vodafone einen echten Beitrag zur Ausweitung der finanziellen Eingliederung leisten will. Wir werden die Entwicklung der Libra Association weiterhin beobachten und schließen die Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit nicht aus.

Vodafone ist nun die achte große Firma, die sich aus dem Projekt zurückzieht und sich im Massenexodus mit PayPal, Visa, Stripe und eBay zusammenschließt. Obwohl die Mehrheit der Firmen nicht angab, warum sie das umstrittene Stablecoin-Projekt aufgeben, erklärte Visa, dass die regulatorische Unsicherheit für den Rückzug verantwortlich sei.

Visa hat sich entschieden, der Libra Association zu diesem Zeitpunkt nicht beizutreten. Wir werden weiterhin evaluieren und unsere endgültige Entscheidung wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt, einschließlich der Fähigkeit der Vereinigung, alle erforderlichen regulatorischen Erwartungen voll zu erfüllen.

Bereits im September versprach ein prominenter Minister in Frankreich, die Entwicklung von Libra in Europa zu blockieren, während der EU-Finanzkommissar Valdis Dombrovskis versprach, diese stark zu regulieren. Es ist jedoch nicht alles schlecht am Projekt von Facebook. Libra behauptet, dass 1.500 weitere potenzielle Partner auf den Beitritt zur Libra-Stiftung warten und damit genügend Nachfolger für die abgesprungenen Unternehmen besteht.

Libra hatte zuletzt ein technisches Komittee gegründet, um die weiteren Fortschritte besser planen und umsetzen zu können. Libra hat die weltweite Diskussion um die Entwicklung einer digialen Währung erst so richtig in Gang gebracht. Die Bank of England hat gestern bekanntgegeben, dass sie eine Task Force mit weiteren Zentralbanken der Welt bilden wird, um die Entwicklung einer zentralbankgestützten Digitalwährung (CBDC) zu erforschen und einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten.

China pilotiert bereits den Einsatz des digitalen Yuan in einigen Provinzen des Landes und der Milliardenstadt Shenzhen. China wird damit das erste Land der Welt sein, in dem eine CBDC in einem Milliardenmarkt eingesetzt wird. Bislang können die tatsächlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Bevölkerung nur erahnt werden. Es wird zeigen ob diese Entwicklungen einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen nehmen wird.

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