HomeNewsEx-CEO von PayPal: „Bitcoin Preis geht gegen Null“ – Warum die Klischees falsch sind

Ex-CEO von PayPal: „Bitcoin Preis geht gegen Null“ – Warum die Klischees falsch sind

Bill Harris, Mitgebründer und ehemaliger CEO von PayPal, sowie bekennender Bitcoin-Kritiker hat sich gestern wieder einmal zu Wort gemeldet. In einem Interview gegenüber CNBC Fast Money erklärte er, dass Bitcoin keinen Wert hat und der Preis gegen Null gehen wird. 

Bereits Ende April ist Bill Harris in einem Artikel auf Recode über Bitcoin hergezogen und hat dabei kein Klischee ausgelassen. Zu sagen, er wäre von Bitcoin nicht begeistert, wäre dabei eine Untertreibung. Damals bezeichnete er Bitcoin als den „größten Betrug in der Geschichte“ und als „kolossales Pump-and-Dump-System“, wie es die Welt noch nicht gesehen hat.

Gestern trat der ehemalige CEO von Paypal bei CNBCs Fast Money auf und bezeichnete Bitcoin als einen „Kult“, der „direkt auf Null geht“. Als Harris gebeten wurde, diese Aussage zu begründen, erklärte er:

Ich glaube nicht, dass ich gesagt habe, dass es auf Null geht, ich sagte, dass es irgendwann sehr nah gegen Null gehen wird, weil es keinen Wert gibt.

Er fuhr fort und sagte:

Man kann es so zusammenfassen, der Kult des Bitcoins macht viele Behauptungen, dass es sofort, kostenlos, skalierbar, effizient, sicher, weltweit akzeptiert und nützlich ist. Keines der Dinge ist der Fall.

Harris ist zwar der Meinung, dass es schwierig ist, Geld grenzüberschreitend zu bewegen, aber er ist fest davon überzeugt, dass die Welt „schnellere Netzwerke braucht, nicht Bitcoin oder XRP, um Geld über Grenzen hinweg zu bewegen“.

Ich sehe absolut keinen Grund, warum Bitcoin nützlich ist. Ich meine, hören Sie zu, es ist nur Volatilität, macht es nutzlos und einen Zahlungsmechanismus und lächerlich als Wertaufbewahrungsmittel.

Das wohl älteste Klischees behielt er aber bis zum Schluss für sich. Laut Harris hat Bitcoin lediglich einen Nutzen für Kriminelle.

Ich sage nicht, dass es auf der Welt keine fabelhaften Visionen gibt, die finanziert werden sollten. […] Im Fall von Bitcoins kann ich, abgesehen von kriminellen Aktivitäten, keinen einzigen Grund finden.

Argumente gegen die Klischees von Harris

„Bitcoins Wert wird gegen Null gehen“

Erst kürzlich haben Ökonomen der renommierten amerikanischen Universität Yale eine Studie veröffentlicht, die die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Bitcoin gegen Null laufen wird, bei 0,3% ermittelt haben.

Aleh Tsyvinski und Yukun Liu, Ph.D. haben „Lehrbuch-Finanztools“ auf Kryptowährungen angewendet, um diese besser zu verstehen. Für die Studie haben sie sich Bitcoin, Ripple und Ethereum angesehen und haben untersucht, ob sie sich wie andere Anlageklassen verhalten, insbesondere Aktien, traditionelle Währungen und Edelmetalle. Die Forscher folgerten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin auf Null fällt und unbrauchbar wird, bei 0,3% liegt.

Sie sagten auch, dass Investoren Bitcoin in ihr Protfolio aufnehmen sollten und dessen Anteil irgendwo zwischen 1% und 6% liegen sollte.


„Bitcoin ist aufgrund seiner Volatilität nicht als alternative Währung geeignet“

Die Technologie von Bitcoin, als auch anderen Kryptowährungen, wie Etherum steckt noch in den Kinderschuhen. Trotzdem akzeptieren bereits eine Vielzahl von Unternehmen Bitcoin, teils namhafte Webseiten und Geschäfte, wie wir in diesem Artikel beschrieben haben. Die Adaption in den Mainstream befindet sich in vollem Gange.

Fast täglich gibt es neue Berichte darüber, dass immer mehr Unternehmen, Shops und auch Länder und Banken BTC als legitimes Zahlungsmittel anerkennen. Beispielsweise hat die Zentralbank von St. Louis Bitcoin kürzlich als „große Innovation“ bezeichnet. Die Nasdaq überlegt Bitcoin und Kryptowährungen zum Handel anzubieten.

Die ICE, das Unternehmen hinter der New York Stock Exchange, möchte die Handelsplattform „Bakkt“ auflegen. Die Infrastruktur für institutionelle Anleger wird in den letzten Monaten durch zahlreiche Unternehmen erheblich ausgebaut, wie wir u. a. in diesem Artikel beschrieben haben. Alles deutet darauf hin, dass der noch junge Markt in den kommenden Jahren weiter reifen wird. 

„Ein Bitcoin hat keinen inneren Wert“

Seit der Entkopplung des US-Dollars vom Goldstandard im Jahr 1971 basiert das Fiat-Währungssystem genau auf dem System, welches Harris beschreibt.

Im vergangenen Jahr hat selbst ein Chefstratege der Deutschen Bank, Jim Reid, vor dem instabilen Fiat-Währungssystem und einer erneuten Weltwirtschaftskrise gewarnt. Er veröffentlichte eine Analyse, in der er schrieb, dass das Fiat-Geldsystem bald enden und Kryptowährungen wie Bitcoin den globalen Finanzmarkt übernehmen könnten.


Die Hauptursache hierfür sei seiner Ansicht nach die Abkehr von der Golddeckung des US-Dollars als Weltleitwährung im Jahr 1971 unter dem damaligen Präsidenten Richard Nixon. In seiner Forschungsarbeit führt er aus, dass die Abkehr zu Haushaltsdefiziten, massiver

Kreditschöpfung aus dem Nichts, steigenden Schulden und expansiver Geldpolitik geführt hat. Das bestehende Fiat-Währungssystem erlaube es Staaten somit Krisen hinauszuschieben und Notlagen zu verdecken. Genau dies geschieht gerade (beispielsweise) in den USA, wo das Haushaltsdefizit in den letzten zehn Monaten um 20% gestiegen ist.

„Bitcoin wird hauptsächlich von Kriminellen verwendet“

Zahlreiche Studien habe die These, dass Bitcoin hauptsächlich für kriminelle Aktivitäten verwendet wird, mehrfach widerlegt.

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