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Europa: Kryptowährungen auf dem Vormarsch

Während Kryptowährungen weiter auf dem Vormarsch sind, suchen viele nationale Regierungen nach Wegen, die neue Technologie zu verstehen und zu nutzen. Die Gründer vieler Fintech- und Blockchain Unternehmen versprechen den Ländern zahlreiche Vorteile. Sie gefährden aber auch gleichzeitig den Status Quo, indem sie mit dem Fiat-Geld konkurrieren und dieses möglicherweise ersetzen könnten.

Dies versetzt die Zentralbanken weltweit in eine schwierige Situation der Notwendigkeit, einerseits eine neue konkurrenzfähige Finanzinfrastruktur, anderseits einen regulatorischen Rahmen zu schaffen. Diese Situation könnte einen starken Aufschwung initiieren und den Konkurrenzkampf stimulieren, während die nationalen Fiat-Währungen in Existenzgefahr sind. Viele Länder versuchen ein optimales Gleichgewicht zwischen einem starken finanziellen und rechtlichen Rahmen, sowie der Innovationsfähigkeit der Fintech-Branche zu schaffen. Die Reaktionen unterscheiden sich von Land zu Land teils sehr deutlich. Während China und Südkorea (zumindest momentan noch), Initial Coin Offerings vollständig verboten haben, sehen andere Länder die Chancen der Blockchain-Technologie und fördern dessen Weiterentwicklung.

InitialCoin Offering

Bemerkenswert ist, dass Kryptowährungen am liberalsten im guten alten Europa angenommen werden. Europa war von der Finanzkrise in 2008 stark betroffen. Deshalb werden sich die Regulierungsbehörden in Europa wahrscheinlich so schnell als möglich an die Arbeit machen und Gesetze entwickeln, die es der jungen Fintech-Industrie ermöglichen, sich weiterzuentwickeln und um auch selber von den Vorteilen zu profitieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Führer der Europäischen Union erkennen, dass die Blockchain perfekt zu ihren Idealen: der Transparenz von Daten und den grenzenlosen Informationsaustausch passen. Das Europäische Parlament hat bereits ausführende Organe dazu angewiesen, eine Rahmen zu entwickeln, der neue Investitionen fördert.

Unter den frühen Unterstützern der Blockchain-Technologie sind Gibraltar, Deutschland, die Schweiz und Spanien. Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass der spanischen Gesetzgeber daran arbeitet, Europas „sicherste Infrastruktur“ für Blockchain Investition zu erarbeiten. Um Blockchain-Startups zu fördern, wird die spanische Regierung verschiedene Steueranreize setzen, um Unternehmen nach Spanien zu locken. Gegenüber Bloomberg hat der spanische Politiker Teodoro Garcia Egae gesagt, dass die Regierung speziell Blockchain-Unternehmen anziehen möchte, die ihren Fokus auf die Finanz-, Bildungs- und Gesundheitsbranche setzen. Egae hat auch erklärt, dass Spanien spezielle Regulierungen anstrebt, die das Land zu einem attraktiven Standort für Startups und reifere Unternehmen macht, um ICOs in Spanien durchzuführen.

Wie einige andere europäische Länder hat die Schweiz bisher Kryptowährungen selbst noch nicht spezifisch geregelt. Die Regierung der Eidgenossen glaubt aber an einen vorsichtig optimistischen und einladenden Ansatz gegenüber Krptowährungen. Diese eher liberale Annäherung an das Thema Kryptowährungen hat der Schweiz zu einer blühenden Landschaft für Blockchain-Unternehmen verholfen. So wurde die Crypto Valley Association mit der Unterstützung der schweizerischen Regierung gegründet, eine unabhängige gemeinnützige Organisation. Ziel der Organisation ist es ein Zentrum für die Blockchain-Technologie in der Schweiz zu errichten. Der Crypto Valley Association haben sich bereits internationalen Größen, wie KPMG, PwC, UBS und Thomson Reuters angeschlossen.

Neuestes Mitglied der Crypto Valley Association ist BubbleTone und dessen Gründer und CEO Yury Morozov. Er erklärte uns gegenüber hierzu (frei übersetzt):

Wir glauben, dass der Verband einen äußerst wichtigen Beitrag dazu leistet, die Blockchain-Technologie in die Schweizer Wirtschaft und Infrastruktur zu integrieren. Wir wollen unsere Expertise im Bereich Blockchain und speziell die Blockchain für die Telekommunikationsbranche dazu nutzen, um die Adaption der Technologie in der Schweiz weiter voranzutreiben.

Jedoch nicht jedes Land in Europa springt auf diesen Wagen auf und verfolgt einen solch liberalen Ansatz. Als beispielsweise das Native Video Box Team (NVB) auf der Suche nach einem Land war, wo das Unternehmen registriert werden sollte, war das Team auf der Suche nach der besten Option. Das NVB Team hat umfassende Erfahrung in Russland und den Vereinigten Staaten. Beide wurde jedoch schnell von der Liste gestrichen:

Alle Zeichen weisen auf eine starke Regulierung in den Vereinigten Staaten hin,

sagt NVB Gründer und CEO Alexander Shishow.

Es hat bereits Beispiele gegeben, wo die Token eines Multimillionen-Dollar-ICOs Dollar als Wertpapiere eingestuft wurden und die ICOs von den Gerichten geschlossen worden sind.

Russland hat noch einen langen Weg vor sich, überhaupt einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, erklärte Shishow. Als er über das Projekt und den Standort Europa nachgedacht hat, fielen ihm sofort Großbritannien und die Schweiz ein. Großbritannien fiel bei der Auswahl jedoch raus, nachdem die Anonymität von Kryptowährungs-Tradern an Börsen  verboten wurde. Die Schweiz sah laut Shishow auf den ersten Blick zwar gut aus, fiel letztlich aber auch raus. Der Grund: die General Data Protection Regulation (GDPR). Shishow meint:

Wir glauben an den gesunden Menschenverstand der Schweizer, aber diese Regulierung ist eine Zeitbombe.

Schließlich hat sich das Native Video Box Team und Shishow für die Seychellen entschieden.

Wir können immer von den Seychellen zu einem späteren Zeitpunkt umziehen, aber der andere Weg könnte heikel sein.

Einer der eifrigsten Blockchain-Unterstützer ist Keith Teare, einer der Gründer und Leitfigur in mehr als ein Dutzend erfolgreichen Silicon Valley Unternehmen und internationalen Projekte, u. a. Techcrunch. Teare war Berater bei mehreren abgeschlossenen und ist derzeit Berater bei einigen aktuellen ICOs, einschließlich dem Crypterium Token. Er ist stark begeistert von Bemühungen der Schweiz:

Eine klare, transparente und zuverlässige Richtlinie für ICOs ist dringend erforderlich. ICOs sind eine herausragende Möglichkeit für neue und bestehende Unternehmen, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Ich applaudiere der Schweizer Regierung für die Richtlinie, die den Unternehmen die Durchführung von ICOs wesentlich erleichtert.

Nick Evdokimov, Berater und Mitbegründer von vielen erfolgreichen Blockchain-Projektem, darunter ICOBox, ist der gleichen Meinung:

Eine solche staatlich geförderte Initiative ist von unschätzbarem Wert: Sie ist eine der besten Möglichkeiten, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem globalen Markt zu erlangen – und zwar schnell und ohne zu viel Geld zu investieren. Dies ist, was ich eine Win-Win Situation für das Land und die Blockchain-Industrie nenne.

Die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt signalisieren, dass sie an der neuen Industrie interessiert sind, auch wenn etwas zurückhaltend. Die Frage ist: Haben sie wirklich eine große Auswahl? Als verteiltes Ledger ist Blockchain überall und nirgends. Eine Kontrolle somit prinzipiell unmöglich. Und wie ein weiser Mann mal sagte: „Wenn du sie nicht schlagen kannst, schließe dich ihnen an“. In diesem Sinne ist es gut, liberale Einstellungen von den ersten Ländern zu sehen.

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