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Ethereum’s ConsenSys und JPMorgan’s Quorum diskutieren Fusion

12 Februar 2020 By Marcus Misiak

JP Morgan, das renommierte Finanzinstitut, führt einem Bericht zufolge Gespräche über die Fusion von Quorum, seiner internen Blockchain-Abteilung, mit ConsenSys.

In einem Exklusivbericht von Reuters berichtete die Nachrichtenredaktion, dass die Blockchain „Quorum“ des Bankengiganten JPMorgan und das Ethereum Entwicklungsstudio ConsenSys „nach Angaben von Personen, die mit den Plänen vertraut sind“, über eine Fusion diskutieren. In dem Bericht heißt es, dass der Deal zwischen JPMorgan und dem von Ethereum-Mitbegründer Joseph Lubin gegründeten Tech-Unternehmen in den nächsten sechs Monaten bekannt gegeben wird. Die finanziellen Bedingungen eines solchen Deals bleiben jedoch unklar.

Quorum ist angeblich eine „Open-Source-Blockchain-Plattform“ auf der Ethereum-Plattform, die für den Einsatz in Unternehmen gebaut wurde.  JPMorgan beschäftigt derzeit ein Team von etwa 25 Mitarbeitern in seiner Quorum-Blockchain-Einheit. Quorum baut nicht nur auf der Ethereum-Blockchain auf, sondern auch JPMorgans JPM Coin läuft als Stablecoin über Quorum und ermöglicht sofortige Zahlungen zwischen institutionellen Konten. Der Bericht fügte hinzu:

Eine Fusion mit ConsenSys wurde als der beste Weg nach vorne gewählt, da beide Organisationen mit Ethereum zusammenarbeiten und in der Vergangenheit an gemeinsamen Initiativen beteiligt waren.

Die Fusion von ConsenSys mit Quorum würde Letzterem eine „Verlagerung hin zum Wachstum seiner Software-Sparte“ ermöglichen, fügte er hinzu. Im Mai 2019 hatte sich JP Morgan mit Microsoft Azure zusammengetan, um Quorum einen Machtschub zu geben. Durch die Partnerschaft erhielten die Teams „Zugang zu Tools zum Schreiben und Testen von Blockchain-Code“, der über die Azure-Cloud verwaltet wird. Interessant ist hier jedoch, dass Quorum die Plattform sein wird, auf der JP Morgan seine digitale Münze, JPM Coin, ausgeben wird.

JP Morgan hatte im Februar 2019 angekündigt, dass der JPM Coin für die Abwicklung „interner Transaktionen“ zwischen den Kunden der Bank im Rahmen von Großbetragszahlungen verwendet werden würde. Diese Blockchain-zentrierte Entwicklung zielte darauf ab, die milliardenschweren Abwicklungsprozesse der Bank für grenzüberschreitende Transaktionen zu erleichtern. Umar Farooq, JP Morgans Leiter der Blockchain-Projekte, wurde mit den Worten zitiert:

„Die [Blockchain-]Anwendungen sind offen gesagt ziemlich endlos; jeder, der ein verteiltes Ledger hat, an dem Unternehmen oder Institutionen beteiligt sind, kann dies nutzen.

Quorum wird auch für den Betrieb von JP Morgans Interbank-Informationsnetz [IIN] eingesetzt, einem auf einer Peer-to-Peer-Blockchain basierenden Bankennetz, das den „Informationsaustausch in Echtzeit“ ermöglicht. Während der betreffende Bericht feststellte, dass es „keine Auswirkungen“ auf die IIN und „andere JPMorgan-Projekte“ von Quorum geben wird, könnte die Nachricht, zumindest aus rein finanzieller Sicht, einen extrem groß Schub geben.

Dem Bericht zufolge ist allerdings noch unklar, ob das Quorum-Team nach der Fusion zu ConsenSys wechseln wird. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass ein formeller Deal bekannt gegeben wird, sobald die Gespräche noch andauern. Auch die finanziellen Details müssen noch bestätigt werden.

Trend der traditionellen Finanzfusionen mit Fintech-Startups

Dieser Schritt würde eine weitere Veränderung in einem sich ständig verändernden Horizont markieren, in dem mehr etablierte Finanzinstitute auftauchen oder mit agilen Fintech-Startups fusionieren. Erst letzten Monat hat sich Visa bereit erklärt, Plaid zu kaufen, ein Unternehmen, das Apps wie Venmo und Square Cash den Zugang zu Finanzkonten ermöglicht. Vergessen sollte auch nicht werden, dass Bitcoin, als es vor mehr als 11 Jahren auf den Markt kam, von den traditionellen Banken sofort abgelehnt wurde. Tatsächlich gehörte Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, zu den hartnäckigsten Kritikern, die Bitcoin wiederholt als „Betrug“ bezeichneten.

Als jedoch die Blockchain, ihre vorteilhaften Qualitäten zu demonstrieren begann, begannen die Banken zu drängeln, um an Bord des „Blockchain-Zuges“ zu gelangen. Sie wurden in eine Art Patentwettlauf verwickelt, bei dem die Bank of America, die allein im Jahr 2018 rund 50 Blockchain-Patente angemeldet hatte, die Führung übernahm.  Die Ergebnisse waren bisher gemischt, obwohl es eine deutliche Präferenz für Ethereum zu geben scheint. Sowohl JPMorgan als auch der spanische Bankengigant Santander haben sich für diese Blockchain gegenüber Bitcoin entschieden. Tatsächlich hat Santander kürzlich eine Anleihe über 20 Millionen Dollar auf die Ethereum Blockchain begeben.

Featured Image: Vladyslav Horoshevych  | Shutterstock