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Ethereum Byzantium-Update: Alles was du wissen musst!

Das nächste große Update von Ethereum, der zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, steht voraussichtlich am Sonntag, den 17.12.2017 bevor. Mit Block 4.370.000 wird der erste Teil von Metropolis mit dem Namen Byzantium aktiviert und Ethereum damit in die 3. Entwicklungsphase gehen. Was wird sich ändern, wie wird der Hard Fork ablaufen und welche Auswirkungen hat es für dich?

Derzeit ist noch nicht ganz klar, ob der 17. Oktober tatsächlich eingehalten werden kann. Bevor der Hard Fork mit Block 4.370.000 aktiviert wird, müssen alle Ethereum-Clients, die die Software für die Netzwerkknoten bereitstellen, ihre Software upgraden. Der Hauptfokus liegt somit momentan darauf, sicherzustellen, dass die Clients, die Software für die Knoten bereitstellen, bereit für das Upgrade sind.

Der beliebteste Client, Go Ethereum (Geth), hat das Upgrade bereits umgesetzt. Jedoch müssen alle Ethereum-Clients mit Software aktualisiert werden, damit es zu keiner Aufspaltung der Blockchain kommt.

Wie Coinbase berichtete, hat der zweitgrößte Client Parity vor wenigen Tagen zwar ein byzantiumfähiges Upgrade veröffentlicht, musste es aber aufgrund eines Fehlers in der Software wieder zurückziehen. Immerhin rund 25 Prozent aller Ethereum-Netzwerkknoten laufen auf Parity. Momentan wird bei Parity wohl mit Hochdruck an einer Fehlerbehebung gearbeitet, die zeitnah veröffentlich werden soll. Wenigstens bei den weiteren Clients wurden nach unserer Kenntnis aber keine Fehler oder Probleme festgestellt.

Da aber tatsächlich alle Knoten das Byzantium Upgrade durchführen müssen, könnte es bis Sonntag noch spannend werden. Wenn bestimmte Knoten ohne Byzantium zurückbleiben, kann es passieren, dass die Blockchain aufgespaltet wird.

Der letzte große Hard Fork (infolge des DAO-Vorfalls) verursachte die Entstehung von zwei Blockchains: Ethereum und Ethereum Classic, da eine kleine Gruppe die Änderungen nicht mittragen wollte (zum Ethereum Classic Artikel).

Anders als bei dem DAO-Hardfork scheint es aber in der Ethereum-Community einen Konsens für Metropolis zu geben, sodass eine Aufspaltung unwahrscheinlich ist.

Änderungen am Mining-Algorithmus

Die wohl größte Änderung betrifft das Mininig. Derzeit steigt durch die „Difficulty Bomb” die Mining-Schwierigkeit bei Ethereum exponentiell an. Mit dem Byzantium-Update wird die Schwierigkeit des Minings erheblich verringert, d. h. die „Eiszeit“ um 18 Monate verschoben und damit der Block-Mining-Prozess erheblich beschleunigt. Im Gegenzug dazu sinkt aber auch der Block-Reward von 5 auf 3 Ether pro Block.

Ziel dieser Änderung ist es das System auf den Wechsel zum Proof-of-Stake mit einem späteren Upgrade vorzubereiten. Die „Eiszeit“ wird einen Hard Fork später somit unausweichlich machen.

Technische Änderungen an Ethereum

Die weiteren Änderungen an Ethereum (Ethereum Improvement Proposal – EIP‘s) sind weitgehend technischer Natur. Nachfolgend wollen wir dir die technisch sehr komplizierten Änderungen nur kurz, aber verständlich erklären:

  • EIP 98: Verbesserung der Performance durch mehr Parallelisierung. Im sogenannten State Root werden Beweise für den Zustand aller aktiven Accounts und Verträge gespeichert. Bisher wird der State Root mit jeder neuen Transaktion neu berechnet. Dies soll nun entfallen und dadurch die Performance gesteigert werden.
  • EIP 100: Der Mining-Reward für „Uncles“ wird reduziert. Bisher war es im Ethereum-Netzwerk so, dass auch Miner belohnt wurden („Uncles“), die kurz bevor sie einen Block erstellen konnten von einem anderen Miner überholt wurden. Dies führte in der Vergangenheit aber dazu, dass mehr als 5 Ether pro Block an den Miner und den Uncle zusammen freigesetzt wurden. Dieser Fehler wurde nun behoben.
  • EIP 198, 212, 213: Implementierung des zk-Snark Zero-Knowledge-Proofs, der bereits in Zcash aktiv ist. Hierdurch werden nun auch private Transaktionen wie bei Zcash ermöglicht (eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Zcash Artikel).
  • EIP 658: Bessere Interaktion zwischen Light-Clients und Smart Contracts. Die Clients können infolge von EIP 98 auf den Zustand eines Vertrages vollständig zugreifen und so erkennen, ob der Smart Contract richtig ausgeführt wurde.
  • EIP 2016, 211, 214: Diverse Verbesserungen an den Smart Contracts für eine bessere und einfachere Entwicklung von Contracts, wie z. B. ein sicheres Aufrufen anderer Smart Contracts in einem Smart Contract und neue Methoden die Größe der Rückgabedaten zu bestimmen.

Der zweite Teil von Metropolis -Konstantinopel- ist nach unserer Kenntnis auf unbestimmte Zeit verschoben.

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