Neue Studie: Bitcoin Preis doch nicht durch Tether manipuliert?

Ein Forscher der University of Queensland Business School, Wang Chun Wei hat eine neue Untersuchung darüber veröffentlicht, inwiefern die Ausgabe von Tether in der Vergangenheit den Bitcoin Preis beeinflusst oder gar manipuliert hat. Im Gegensatz zu früheren Studien kommt er überraschenderweise zu dem Schluss, das Tether nicht für den Bitcoin-Pump auf 20.000 US-Dollar verantwortlich war.

Wie wir berichteten, veröffentlichten im Juni zwei Professoren der Universität von Texas einen Bericht, der die Theorie bestätigte, dass die Ausgabe von neuen Tether (USDT) den Bitcoin Preis manipulierte, indem die Ausgabe immer dann erfolgte, wenn Bitcoin in einer wichtigen Unterstützungszone war. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Allzeithoch von Bitcoin bei 20.000 USD künstlich erreicht wurde.

Bloomberg hatte ebenfalls Ende Juni einen Bericht veröffentlicht, wonach Tether eine „rote Flagge“ darstellt. Wie Bloomberg berichtete, wirkten sich riesige Trades von Tether in etwa gleichem Ausmaß auf den Preis von BTC aus, wie kleine Trades. Dies widerspricht, laut der Studie, den normalen Regeln der Ökonomie und ist ein Hinweis darauf, dass Tether zur Preismanipulation genutzt wird.

Die neue Untersuchung von Wang Chun Wei widerspricht diesen Einschätzungen. Wei stellte zwar fest, dass der Handel mit Bitcoin nach neuen USDT-Ausgaben zunahm. Seiner Studie zufolge ist diese Beobachtung jedoch irreführend, da das Handelsvolumen zwar mit dem Preis korreliert, aber nicht zur Preisvorhersage verwendet werden kann, da der Effekt gleichzeitig stattfindet.

Zur Untersuchung verwendete Wei zwei Zeitreihenmodelle, um festzustellen, ob eine kausale Beziehung bestand. Einerseits verwendete das „Autoregressive Distributed Lag“-Modell, zum anderen die „uneingeschränkte Vektorautoregression“ (VAR). Beides sind Möglichkeiten zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und etwas in der Zukunft liegendem gibt.

Der Bericht kommt auf Basis dieser beiden Modelle zu dem Schluss, dass trotz der erkennbaren Korrelation zwischen neuen Tether und dem Bitcoin-Handelsvolumen in den darauffolgenden Tagen, das erhöhte Handelsvolumen zu keiner signifikanten Kursbewegung führte (frei übersetzt):

Wir finden keine empirischen Belege, die die Annahme stützen, dass Tether-Ausgaben dazu führen, dass nachfolgend die Bitcoin-Renditen stets ansteigen. Wenn wir die Bitcoin-Return-Gleichung unseres VAR-Modells untersuchen, finden wir in der Tat keine Variablen, die Auswirkungen auf Bitcoin zeigen.

Die Studie weist auch darauf hin, dass der Effekt auf die Handelsvolumina nur etwa fünf Tage anhält und danach wieder auf das normale Handelsniveau zurückgeht. Die Forscher räumten auch ein, dass das erhöhte Handelsvolumen ein Ergebnis der generellen Marktsituation sein könnte, wenn Bitcoin an ein Unterstützungsniveau gelangte. Anleger, die in bärischen Zeiten ihr Kapital typischerweise in „sichere“ Stablecoins, insbesondere Tether retteten, könnten am Unterstützungsniveau selbst zu einer erhöhten Nachfrage nach USDT beigetragen haben, als sie Tether in Bitcoin tauschten. Infolgedessen hätte Tether neue Zuschüsse ausgeben müssen, um auf die Nachfrage zu reagieren.

Der vollständige Bericht kann hier gefunden werden.

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1 Kommentar

Das ist doch ein alter Hut. Nachdem das Gerücht aufgekommen war und wochenlang rumwaberte, ohne dass es einer in Frage stellte, ist mal jemand auf die Idee gekommen, die Tether-Ausschüttungstermine über den BTC-Graphen zu legen, und es gab keinerlei Zusammenhang mit den BTC-Anstiegen.

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