Konkurrenz für Bitcoin, XRP und Stellar: „FedNow“ soll kommen

Die Zentralbank der Vereinigten Staaten von Amerika, Federal Reserve, hat mit einer neuen Pressemitteilung für Aufsehen gesorgt. Demnach will das Federal Reserve Board einen neuen Zahlungs- und Abwicklungsdienst auf den Markt bringen, der Banken des Landes miteinander verbindet.

Die Plattform soll den Namen FedNow tragen und wurde laut dem Unternehmen entwickelt, um eine Technologie auf den Markt zu bringen, dessen Infrastruktur sicherer, schneller und agiler ist, als die derzeitig vorhanden Zahlungslösungen. Das große Ziel ist es, den Federal Reserve Banks zu ermöglichen, Zahlungen rund um die Uhr in den USA anzubieten. Dabei sollen die Überweisung von Geldern sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr stattfinden können und damit einen entscheidenen Vorteil gegenüber herkömmlichen Banken bieten. Derzeit gelten Monag bis Freitag als Bankarbeitstage und das Wochenende ist davon ausgeschlossen.

Die Fed will durch ihre Entwicklung „FedNow“ über 10.000 Finanzinstitute im ganzen Land verbinden, sodass der FedNow-Dienst allen Amerikanern schnellere und kostengünstigere Transaktionen bringen soll. Laut Lael Brainard, Gouverneur des Federal Reserve Board, hat jeder Bürger oder Institution des Landes verdient einen solchen Service nutzen zu können (frei übersetzt):

Jeder verdient die gleiche Fähigkeit, Zahlungen sofort und sicher zu tätigen und zu empfangen, und jede Bank verdient die gleiche Gelegenheit, diese Dienstleistung ihrer Gemeinde anzubieten. Mit FedNow können Banken jeder Größe in jeder Gemeinde im ganzen Land ihren Kunden Zahlungen in Echtzeit anbieten.

Bereits im Jahr 2015 startete die Fed die Initiative „Faster Payments Task Force“, um das amerikanische Zahlungssystem zu verbessern. Es enthält bereits eine umfangreiche Liste von Teilnehmern der Zahlungsverkehrsbranche: Consumers Union, das Clearing-House Konglomerat, Ripple und die U. S. Bank. Das Startdatum für diesen Service war ursprünglich für Anfang des Jahres 2020 angesetzt. Jedoch verschiebt sich der Termin zunehmends nach hinten, sodass jetzt ein Startdatum von 2023/24 als realistisch angesehen wird. Die FED reagiert damit auf aktuelle Bestrebungen weiterer Tech-Giganten wie z.B. Facebook eine eigene digitale Währung „Libra“ auf den Markt zu bringen, die ebenfalls die genannten Eigenschaften wie Echtzeitüberweisungen zu geringen Kosten sicherstellen soll.

In der Krypto-Community hagelte es derzeit Kritik, da es bereits unzählige Projekte gibt, die ein Echzeitzahlungssystem bereits vor Jahren lancierten und dieses effektiv von Schwergewichten der Zahlungsbranche genutzt wird. Allen voran gehört dazu Bitcoin, Ripple oder Stellar Lumens. Diese Projekte unterscheiden sich dabei zwar im Detail hinsichtlich der Transaktionszeit und den -kosten, jedoch erfüllen sie alle den gleichen Zweck. Bei FedNow ist bislang nicht bekannt, ob es sich die FED der Blockchain Technologie bedienen wird oder andere Ressourcen für die konkrete Umsetzung in der Praxis genutzt werden. Das Unterfang von FedNow geht jedoch bereits auf das Jahr 2015 zurück, in dem das Board erstmals die Entwicklung in Aussicht stellte (frei übersetzt):

Die Task Force fordert die Federal Reserve auf, den optimalen Entwurf eines 24x7x365-Abwicklungsdienstes zu bestimmen und diesen zu implementieren, um die Anforderungen des schnelleren Zahlungssystems zu erfüllen. Die Task Force ist der Ansicht, dass ein breiterer Zugang zu Abwicklungsdiensten der Federal Reserve gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und den Wettbewerb zwischen Anbietern schnellerer Zahlungsdienste stärken wird.

Untersuchung und Bewertung der Notwendigkeit einer operativen Rolle (n) der Federal Reserve bei schnelleren Zahlungen: Da schnellere Zahlungen auf dem Markt eingeführt werden, fordert die Task Force die Federal Reserve auf, die Notwendigkeit einer operativen Rolle (n) bei schnelleren Zahlungen zu untersuchen und zu bewerten System zur Unterstützung der Allgegenwart, des Wettbewerbs und des gerechten Zugangs zu schnelleren Zahlungen in den Vereinigten Staaten. Neben der Bereitstellung einer Abwicklungsfunktion können solche Rollen die Bereitstellung von Verzeichnisdiensten, die Transaktionsverarbeitung, den Netzwerkzugriff, die Sicherheit und / oder grenzüberschreitende Zahlungen umfassen.

Bis heute ist „The Clearing-House“ (TCH), ein privates Bankenkonsortium, im Bereich der Echtzeitüberweisungen führend. Zu TCH gehören derzeit mehr als 24 Institutionen an, zu denen die größten Banken des Landes zählen. TCH brachte gestern einige Stunden nach Ankündigung der FED, eine eigene Pressemitteilung mit einer Stellungsnahme heraus. Darin schreibt die Vereinigung, dass sie die nächsten Schritte der FED im Auge behalten, es jedoch keinen Konkurrenzkampf gibt.

Die FED zeigt damit deutlich, dass die Zentralbanken dieser Welt erkannt haben, welches Potzenial in Kryptowährungen steckt und das sie nicht mehr tatenlos dieser Entwicklung zusehen können.

Featured Image: Pushish Images | Shutterstock

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