IWF-Direktor: Bitcoin & Kryptos können das System erschüttern

Kryptowährungen sind eine stetig wachsende und vielgenutzt Alternative zum aktuellen Bankensystem, dessen Verbreitung jeden Tag weiter wächst. Lange Zeit wurden von den Zentralbanken und dem IWF die Haltung eingenommen, dass Bitcoin und Co. keine Gefahr für das etablierte System darstellen. In einem Interview letzte Woche spricht sie von „Störfaktoren“ mit erheblichen Auswirkungen.

Die Vorsitzende des internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erklärte klipp und klar, dass Kryptowährungen „Störfaktoren“ sind, die das aktuelle Finanzsystem „aufrütteln“ und eine potenziell doppelseitige Auswirkung nach sich ziehen können. Behörden weltweit müssen schnell dazu übergehen „disruptive“ Technologien im Auge zu behalten, damit die Stabilität des globalen Bankensystems nicht beeinträchtigt wird.

Lagarde äußerte sich am Mittwoch bei den Frühjahrestagungen des IWF in Washington DC und führte in einer Panelsitzung über die aktuelle Entwicklung der Geldsysteme aus (frei übersetzt):

Ich denke, die Rolle der Disruptoren und alles, was die verteilte Ledger-Technologie verwendet, ob Sie nun Krypto, Assets, Währungen oder was auch immer nennen … das bringt das System eindeutig zum Wanken. Wir wollen keine Innovation, die das System so sehr erschüttern würde, dass wir die erforderliche Stabilität verlieren würden.

Diese Aussage verdeutlicht zweifelslos, dass der IWF in einigen digitalen Assets wie z.B. Bitcoin, eine Gefahr für das traditionelle Finanzsystem sieht. Lagarde spricht sich weiterhin für eine zeitnahe Regulierung und Überwachung aus, die bereits im europäischen Parlament diskutiert und ausgearbeitet wird. Letzten November hatte die europäische Zentralbank (EZB) einen Dienst, ähnlich der Überweisungstechnologie von Ripple, mit dem Namen Target Payment Settlement (TIPS) auf den Weg gebracht, dass Banken im Euroraum eine sofortige Überweisung zu sehr geringen Kosten ermöglicht. Technologieunternehmen die neu in den Finanzsektor müssen (frei übersetzt):

müssen zur Rechenschaft gezogen werden, damit ihnen voll und ganz vertraut werden kann.

Der Bankengigant JP Morgan lancierte kürzlich ein eigenes digitales Asset, dass nur seinen institutionellen Kunden zur Verfügung steht und derzeit noch pilotiert wird. Lagarde fordert Zentralbanken auf darüber nachzudenken, eigene digitale Assets zu entwickeln. Weiterhin hat der IWF in Zusammenarbeit mit der Weltbank ein gemeinsames Projekt mit dem Namen „Learing Coin“ ins Leben gerufen. Dieser Coin wird auf einer privaten Blockchain getestet, die nur innerhalb des IWF und er Weltbank zugänglich ist. Dabei sollen beide Unternehmen die Vorzüge der Blockchain-Technologie kennenlernen. Der IWF beschreibt das Projekt wie folgt (frei übersetzt):

Die Entwicklung der Krypto-Assets und der Technologie für verteilte Ledger entwickelt sich rasant, ebenso wie die Menge an Informationen (sowohl neutral als auch unverdächtig), die sie umgeben. Dies zwingt Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzinstitute dazu, eine wachsende Wissenslücke zwischen Gesetzgeber, politischen Entscheidungsträgern, Ökonomen und der Technologie zu erkennen.

Featured Image: ImageFlow | Shutterstock

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