HomeNewsBitcoin und Kryptomarkt auf Talfahrt: Kommt jetzt der große Krypto-Crash?

Bitcoin und Kryptomarkt auf Talfahrt: Kommt jetzt der große Krypto-Crash?

Wer sich die Kursübersicht und Charts der einzelnen Kryptowährungen in den letzten Tagen ansieht, wird dabei nicht sehr viel Freude haben. Schon seit Tagen, Wochen und Monaten dominieren die roten Zahlen und damit der Bär den Krypto-Markt. Im folgenden Artikel möchten wir auf Ursachenforschung gehen, sowie die Frage klären, ob sich Kryptowährungen in einer Blase befinden und ob das der Anfang vom Ende ist. 

Kommen wir gleich zum Punkt. Befinden sich Kryptowährungen in einer Blase? Um diese Frage zu klären, ist es zunächst hilfreich zu wissen, wie eine Blase definiert wird. Hierfür greifen wir auf das „Phases of a Bubble“-Model von Dr. Jean-Paul Rodrigue zurück, der den Gartner Hype-Zyklus auf eine Anleger spezifische Variante ausgebaut hat.

Laut dem Model sind 4 Phasen zu unterscheiden: Stealth, Awareness, Mania und Blow Off Phase. In der ersten Phase ist das Produkt, hier Kryptowährungen noch recht unbekannt. Der Kurs steigt nur gering an. In Phase 2 (Awareness Phase) werden immer mehr Menschen auf das Produkt aufmerksam. Phase 3 ist von einer verstärkten Medienpräsenz, einer starken Euphorie und letztendlich von einer regelrechten Hysterie (Hype) geprägt. Diese Phase endet mit dem Allzeithoch des Kurses. In Phase 4 fällt der Kurs stark ab. Zunächst herrscht „nur“ Angst und Panik vor, die später zu einer Kapitulation der Anleger führt und einem extremen Kursrückgang führt.

Um die Behauptung einer Blase zu untersuchen, haben wir das Model dem Bitcoin Kurs von Juli 2017 bis März 2018 gegenüber gestellt. Bei bloßer Betrachtung der Kurven fällt auf, dass eine gewisse Ähnlichkeit besteht. Von September bis Anfang November hat der Bitcoin eine erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. November und Dezember fingen die Mainstream Medien an, sich für Kryptowährungen und speziell Bitcoin zu interessieren. Es brach ein regelrechter Wahn aus, die Euphorie war ungebremst. Bei dem Allzeithoch von 20.000 USD war für den Bitcoin jedoch Schluss.

Bitcoin Blase
Quelle linke Abbildung: https://transportgeography.org/?page_id=9035

Bitcoin und Altcoins 60 bis 90 Prozent vom Allzeithoch im Minus

Seit den Allzeithoch befinden sich alle Kryptowährungen mit 60 bis zu 90 Prozent von ihrem Allzeithoch im Minus:

Kursrückgang von Allzeithoch
Quelle: https://athcoinindex.com/

Also ist die Kryptowährungs-Blase geplatzt?

Aus unserer Sicht gibt es Ähnlichkeiten zu der Dotcom-Blase, dennoch kann unserer Meinung nach nicht pauschal für alle Kryptowährungen von einer Blase gesprochen werden.

Auslöser des Booms und der Dotcom-Blase waren damals die hohen Gewinnerwartungen, sowie die zahlreichen Spekulanten, die auf steigende Aktienkurse gewettet haben. Die  neuen Technologien, wie das Internet und das Mobiltelefon, sowie deren Etablierung führten zu einer Goldgräberstimmung. Infolgedessen gründeten sich zahlreiche Startups und wollten eben etwas von dem Interesse und dem Geld der gierigen Investoren ab haben.

Ähnliches ist auch jetzt zu beobachten. Wie bei der Dotcom-Blase wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Start-Ups in der Krypto-Späre gegründet, die eine eigene Kryptowährung auf den Markt brachten. Im Rahmen von ICOs (anstatt von Aktien) haben sie Millionen US-Dollar an Kapital eingesammelt, um ihr Projekt zu finanzieren, ohne ein funktionierendes Produkt vorweisen zu müssen.

Inbesondere der Zeitraum von Ende November 2017 bis Anfang Januar 2018 war von einem Wahn, angeführt von der Dynamik von Bitcoin und Ethereum, geprägt. Investoren gerieten in eine Raserei, die dominiert davon war den „neuen Bitcoin“ zu verpassen („Fear of missing out“) und der nächste Millionär werden zu wollen. Menschen investierten blind in den Kryptowährungsmarkt und eine bestimmte Währung, ohne zu wissen, was Kryptowährungen eigentlich sind, wofür sie stehen und welches Ziel die spezielle Kryptowährung verfolgt.

Dies konnte aus unserer Sicht nicht gut ausgehen. Investoren, die in Phase 3 (Mania Phase) blind investiert haben, sind nun frustriert und müssen erhebliche Verluste hinnehmen.

Aus unserer Sicht befindet sich der Markt gerade in einer Situation, wo die Frustration (entsprechend des Models Phase 4) den Markt dominiert. Obwohl es keine extremen, starken negativen Nachrichten gibt, die an den Grundfesten von Bitcoin und Ethereum zweifeln lassen, befindet sich der gesamte Markt auf Talfahrt. Unsere Erklärung hierfür ist, dass der „kleine Mann“ oder „die kleine Frau“ den Glauben an Kryptowährungen verloren hat. Der im Dezember entstandene Traum vom Bitcoin-Millionär ist geplatzt und scheint unerreichbar.

Warum ist Bitcoin dann keine Blase?

Unserer Meinung nach bedarf es lediglich einer Bereinigung des Marktes. Mittlerweile gibt es über 1.600 Kryptowährungen. Dies ist schlicht und einfach zu viel. Letztendlich sind wahrscheinlich selbst 100 Kryptowährungen zu viel, die allesamt einen realen Nutzen vorweisen können.

Wer sich mit dem Grundgedanken von Kryptowährungen, speziell von den etablierten Kryptowährungen, wie u. a. Bitcoin, Ethereum, ZCash, Litecoin oder Monero oder auch innovativen Kryptowährungen der neuen Generation beschäftigt, wird zur Überzeugung kommen, dass Kryptowährungen einen legitimen Sinn und Zweck haben. Kryptowährungen können maßgeblich zur Verbesserung des alltäglichen Lebens eines jeden Menschen beitragen.

Kryptowährungen können allen voran das Grundproblem von Fiat-Währungen lösen. Das Problem besteht darin, das es Vertrauen bedarf, damit das System funktioniert. Der Zentralbank muss vertraut werden, die Währung nicht zu entwerten. Den Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld behalten und es transferieren. Die Geschichte der Fiat-Währungen hat aber gezeigt, dass Banken, wie in der Finanzkrise vor wenigen Jahren sehr deutlich wurde, dieses Vertrauen missbrauchen. Sie verleihen Geld, obwohl sie nur einem Bruchteil tatsächlich in Reserve haben. Kunden müssen den Banken nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Privatsphäre anvertrauen.

Genauso, wie nach der Dotcom-Blase wird es unserer Meinung nach Kryptowährungen geben, die als Gewinner der „Blase“ hervorgehen werden. Dies werden, ähnlich wie Amazon, Ebay oder Google die Dotcom-Blase überleben und gestärkt aus der Schwächeperiode hervorgehen.

Wann wird es zum nächsten Bull-Run kommen?

Der Bullenmarkt Ende letzten Jahres war vermutlich von „kleinen“ Anlegern und nicht von institutionellem Kapital getragen. Um einen neuen Bullenmarkt zu initialisieren, bedarf es unserer Meinung nach neues Kapital (z. B. durch Bitcoin ETFs) und/ oder einer erheblichen Weiterentwicklung (aus technischer Sicht) des Kryptowährungsmarktes, um eine neue Ära einzuleiten. Prädestiniert dafür ist aus unserer Sicht das Bitcoin Lightning Network oder auch die Skalierungslösung Sharding von Ethereum. Der produktive Einsatz beider Skalierungslösungen würden dem Kryptowährungsmarkt vermutlich einen erheblichen Push geben.

Der CEO von Abra, Bill Barhydt sieht das mit dem Kapital ähnlich. In einem Interview mit Business Insider erklärte er, dass es seiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit ist, bis institutionelles Kapital in den Kryptowährungsmarkt fließt. Sobald das passiert, wird es kein halten geben und der nächste Bullenmarkt kommen:

I talk to hedge funds, high net worth individuals, even commodity speculators. They look at the volatility in the crypto markets and they see it as a huge opportunity. Once that happens, all hell will break loose. Once the floodgates are opened, they’re opened.

Ein von den Mainstream-Medien und Chartanalysten heiß diskutiertes Thema ist derzeit auch das Bitcoin „Todeskreuz„. Dieses leitet sich aus der Kreuzung des 50-Tage (kurzfristiger Trend) und 200-Tage (längerfristiger Trend) gleitenden Mittelwert des Bitcoin Kurses ab. Der gleitende Mittelwert des kurzfristigen Trends fällt dabei unter den der letzten 200 Tage. Analysten sehen das Todeskreuz als Warnung für einen weiteren Downtrend und massive Kursverluste.

Ob die technische Chartanalyse aber überhaupt auf Kryptowährungen angewendet werden kann, ist zumindest fraglich. Im Gegenteil zum „traditionellen“ Markt gibt es eine langjährigen Erfahrungen (ein Beispiel gibt es: September 2015), aus der Analysen schlussfolgern könnten. Insofern sollte man des Todeskreuz nicht als garantiert nehmen. Panikmache ist aus unserer Sicht fehl am Platz.

Auch wenn der Bär den Krypto-Markt derzeit noch unter voller Kontrolle hat. Wir sind optimistisch, dass irgendwann der nächste „Bull-Run“ kommen wird. Ob dann noch alle 1.600 Kryptowährungen dabei sind, ist zu bezweifeln.

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