HomeNewsDie Bitcoin Futures starten ab dem 10.12.2017 an der CBOE: Segen oder Bedrohung?

Die Bitcoin Futures starten ab dem 10.12.2017 an der CBOE: Segen oder Bedrohung?

Die Einführung von Bitcoin Futures an der CME und CBOE stehen kurz bevor. Der Handel an der CME soll am 18. Dezember starten. Bereits eine Woche zuvor, am 10. Dezember, soll der Handel an der CBOE starten. Bei der derzeitigen Bitcoin-Rally auf über 13.000 Euro werden die Bitcoin Futures oft als Treiber bezeichnet. Doch sind Bitcoin Futures wirklich ein Segen für den Kryptomarkt oder vielleicht doch eher ein Fluch?

Wie wir bereits in den letzten Wochen berichtet haben, steht die Einführung von Bitcoin Terminkontrakten an der weltgrößten Börse für Terminkontrakte, die Chicagoer Börse CME, sowie der CBOE und der Cantor kurz bevor.

In den vergangenen Wochen war oft zu lesen, dass sich dadurch die Türen für institutionelle und professionelle Anleger öffnen und damit die Marktkapitalisierung einen weiteren großen Schritt nach oben machten könnte.

Was sind Futures bzw. Terminkontrakte?

Futures beziehen sich immer auf ein bestimmtes Gut, beispielsweise Aktien, Anleihen, Gold oder auch Kaffee. Der Erwerber erhält durch den Vertrag den Anspruch auf eine bestimmte Menge des Gutes zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt. Der Preis für das Gut und die Menge wird bereits bei Abschluss festgelegt. Sozusagen wird auf den zukünftigen Preis gewettet.

Dieser Wettpreis ist jedoch nicht in voller Höhe zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zu zahlen, sondern wird auf Marge erworben, d. h. der Käufer zahlt nicht den vollen Wettpreis sondern nur eine Anzahlung als Sicherheit.

Steigt während der Laufzeit des Futures der Kurs für das Gut, erhält der Erwerber in der Regel eine Gutschrift. Sinkt der Kurs, kann die Börse üblicherweise Nachschusszahlungen verlangen.

Wichtig zu wissen ist, dass auf den heutigen Future-Märkten weniger als 3 % der Kontrakte durch physischen Gütertausch realisiert werden. Stattdessen erfolgt die Abwicklung am Ende der Vertragslaufzeit über Fiatgeld und nicht über den Austausch von Gold, Kaffee oder eben Bitcoin. Die Güter selber sind somit nur ein „Wettobjekt“ und die Gewinne daraus Spekulationsgewinne bzw. -verluste.

Auf den heutigen Future-Märkten, beispielsweise für Gold, übersteigt daher der Wert der Terminkontrakte den Marktwert des eigentlichen Gutes, z. B. von Gold, auch um ein Vielfaches.

Was bedeutet das für den Bitcoin?

Sowohl die Chicagoer CME als auch die CBOE werden die Futures in Fiatgeld und nicht in Bitcoin anbieten. Dies bedeutet wiederum, dass die Käufer bzw. Investoren keine Bitcoins am Ende der Vertragslaufzeit erhalten. Auch die Börsen selbst müssen nicht die Menge an Bitcoin vorhalten, die sie „zum Wetten anbieten“.

Egal wie viel Millionen Dollar ein institutioneller Anleger, wie Hedgefonds in Bitcoin Futures steckt, unserer Meinung nach wird es den Bitcoin nicht unmittelbar beeinflussen.

Es wird allein durch die Bitcoin Futures kein neues Kapital in den Markt fließen. Eventuell erhoffte Kursanstiege aufgrund dessen sind somit auch eher unwahrscheinlich.

Bei Betrachtung der anderen Future-Märkte ist es aus unserer Sicht sogar wahrscheinlich, dass der Bitcoin-Future-Markt relativ autark besteht und am Ende noch größer sein wird, als der eigentliche (derzeitige) Bitcoin-Markt.

Wenn überhaupt, könnten Investoren, die bisher keinen Kontakt mit Bitcoins hatten, durch die Berührung mit den Bitcoin Futures in Versuchung kommen, in „reale“ Bitcoins zu investieren. Ob dies tatsächlich passiert, ist jedoch zumindest fraglich. Schließlich bieten die Bitcoin Futures eine höhe Sicherheit mit geringeren Einkaufskosten, sind sauberer, regulierter und locken mit ähnlichen Gewinnen.

Die Bitcoin Futures könnten aus unserer Sicht auch zwei weitere negative Effekte haben: Einerseits könnten potentielle Investoren, die bisher nicht investiert haben, lieber in den regulierten Markt einsteigen. Andererseits könnten institutionelle Anleger, die bereits Bitcoin gekauft haben, in den sicheren und regulierten Futures-Markt wechseln. Ein rapider Kurssturz könnte die Folge sein.

Neben diesen eher negativen Theorien und Vermutungen wächst aber auch die mediale Präsenz, die die Adaption im Mainstream fördert.

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