HomeNewsMögliche Gründe für den Crash: Bitcoin, Ethereum und alle weiteren Kryptowährungen tief im Minus

Mögliche Gründe für den Crash: Bitcoin, Ethereum und alle weiteren Kryptowährungen tief im Minus

Der Kryptowährungsmarkt scheint sich derzeit im freien Fall zu befinden. Alle Kryptowährungen aus der Top 20 befinden sich mit rund 16 bis 30 Prozent, allein in den letzten 24 Stunden, tief im Minus. Allein der „Stablecoin“ Tether bildet eine Ausnahme mit einem Minus von rund einem Prozent. Für den erneuten Crash gibt es veschiedene mögliche Gründe. 

Zunächst einmal ist zu betrachten, dass der Monat Dezember 2017 und die erste Woche des Jahres 2018 einen extremen Anstieg mit sich brachten. Die Marktkapitalisierung ist innerhalb dieser fünf Wochen um über 500 Milliarden USD, von 294 (am 01.12.) auf 830 Milliarden USD (am 08.01.2018) angestiegen.

Seit dem Höchststand wird der Kryptowährungsmarkt vom Bären geprägt. Ein bullischer Ausbruch schien nur im Zeitraum vom 17. bis 20. Januar möglich, als sich die Kurse aller Kryptowährungen kurzzeitig erholten und die Marktkapitalisierung wieder anstieg. Für eine dauerhafte Trendumkehr reichte es aber nicht.

Insbesondere psychologisch wichtige Grenzen, wie die 10.000-Dollar-Marke des Bitcoin oder auch die 1 Dollar-Schwelle des Ripple stellen für Anleger wichtige Grenzen dar. Ripple hat diese Grenze  in den letzte zwei Wochen zweimal durchbrochen. Seit gestern scheint die Marke dauerhaft gefallen zu sein. Zur Redaktionszeit liegt der XRP Kurs bei 0,82 USD. Der Bitcoin Kurs ist gestern ebenfalls erstmals seit November 2017 unter die wichtige 10.000 USD-Marke gefallen. Diese psychologisch wichtigen Grenzen könnten weitere Stop-Loss-Orders ausgelöst haben. Dies wiederum könnte den Bären-Markt weiter stützen.

Marktkapitalisierung Kryptowährungen
Quelle: coinmarketcap.com

Kryptowährungen im Bären-Markt

Seit dem 08. Januar 2018 befindet sich der Markt der Kryptowährungen in einem Bärenmarkt (französisch Baisse). Die Baisse geht traditionell mit einem schwindenden Vertrauen der Kapitalanleger, sowie mit Erwartungen zukünftiger Verluste bzw. mit Verkäufen der Anleger einher. Auch dieses traditionelle Verhalten scheint sich derzeit im Kryptowährungsmarkt wiederzufinden.

Vermutlich bestand der Kryptowährungsmarkt im Dezember und Anfang Januar zu großen Teilen aus Spekulanten, die kurzfristige Gewinne einfahren wollten. Als die Trendumkehr erfolgte, verließen schließlich jene Spekulanten den Markt, die nur aus reiner Geldgier eingestiegen sind und nicht die Technologie und Innovationen der Währungen sehen.

Dies könnte auf lange Sicht als eine positive Entwicklung bewertet werden, da jetzt die Investoren die für ein unnatürliches Wachstum gesorgt haben, aus dem Markt ausgeschieden sind. Für den aktuellen Markt bedeutet dies aber, dass es zu großen Verlusten für bestehende Investoren kommt.

Eine Reihe negativer Nachrichten und Entwicklungen

Des Weiteren wurde der Kryptowährungsmarkt in den letzten Wochen und Tagen von einer Reihe negativer Nachrichten und Entwicklungen stark beeinflusst. Dabei war die Berichterstattung nicht immer eindeutig (wie z.B. beim vermeintlichen Kryptowährungsverbot in Südkorea), sodass es kurzzeitig zu Panikverkäufen am Markt kam.

Weiterhin werden weltweit Schritt-für-Schritt, mögliche Regulationsmaßnahmen für den Kryptomarkt diskutiert, die ebenfalls für eine große Verunsicherung sorgen können. Ein Hauptthema auf dem nächsten G20-Gipfel in März sollen Kryptowährungen sein, sodass auch hierzulande demnächst einige Gesetzesänderungen folgen könnten.

Der Einfluss der Bitcoin Futures

Viel diskutiert war in der letzten Woche der Zusammenhang zwischen den Bitcoin Futures und dem „realen“ Bitcoin Kurs. Auch wir hatten zu diesem Thema einen Artikel veröffentlicht und den vermeintlichen, zeitlichen Zusammenhang aufgezeigt.

Ob es sich bei den Kursbewegungen des Bitcoin um Marktmanipulationen handelt oder nicht, kann nach wie vor nicht eindeutig beurteilt werden. Fakt ist, dass die Diskussion um die Bitcoin Futures den gesamten Kryptowährungsmarkt stark verunsichert hat.

Die Bitfinex und Tether Diskussion

Ein weiteres viel diskutiertes Thema in den letzten Tagen ist der Zusammenhang zwischen Bitfinex und Tether. Diese Schlagzeilen scheinen den Markt zusätzlich unter Druck zu setzen. Bloomberg berichtete am 30. Januar, dass Bitfinex und Tether von der Commodity Futures Trading Commision (CFTC) „letze Woche“ vorgeladen wurden. Dabei war die Vorladung bereits für den 06.12.2017 vorgesehen. Infolgedessen gab es einen sichtbaren Kursabfall des Bitcoin.

Generell hatten die Nachrichten um Tether einen großen Einfluss auf den gesamten Kryptowährungsmarkt. Die (unbestätigte) Befürchtung: Wenn es zu einem Zusammenbruch Tethers kommt, könnte der gesamte Markt nach unten gerissen werden.

Haushaltsrede des indischen Finanzministers wird falsch interpretiert

Am gestrigen Donnerstag hielt der indische Finanzminister Arun Jaitley eine Rede zum indischen Haushaltsjahr 2018. Dabei ging er auch auf das Thema Kryptowährungen ein. Er erklärte, dass der Bitcoin kein offizielles Zahlungsmittel ist und sein wird. Aufgrund dessen wolle die indische Regierung die Nutzung von Kryptowährungen auch genauer im Auge behalten. Lediglich illegale Geschäfte, die mittels Kryptowährungen abgewickelt werden, seien aber verboten.

Tenor der Rede war somit, dass die indische Regierungen Kryptowährungen weiterhin toleriert und kein Verbot aussprechen wird.

Zahlreiche größere Nachrichtenportale veröffentlichten jedoch Berichte, dass Indien gegen Kryptowährungen hart durchgreifen werde oder das sogar ein Komplettverbot im Raum stehe.

Diese womöglich falschen Interpretationen, heizten die Talfahrt von Bitcoin und Co. weiter an.

Unsicherheit über Regulation in Südkorea und China

Die zu beschließenden Maßnahmen in Südkorea und China sind bis heute ebenso noch nicht abschließend geklärt.

Seit dem 30. Januar gelten in Südkorea verschäfte gesetzlichen Regelungen für den Handel mit Kryptowährungen. Anleger können nicht mehr anonym handeln, sondern müssen ihre Konten mit echten Bankkonten verknüpfen. Ausländischen Trader ist der Zugang zu koreanischen Börsen komplett untersagt. Somit ist der bisher lukrativ gewesene Arbitrage Handel für ausländische Investoren weggebrochen.

In China streben die Behörden ebenfalls eine strengere Regulierung an. Neuestes Ziel sollen „Exchange-ähnliche“ Plattformen sein. Welche Plattformen unter diese Definition fallen und welche Maßnahmen seitens der chinesischen Regierung unternommen werden, ist aber bisher unklar. Außerdem wurde das Mining in China durch neue Regelungen stark eingeschränkt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Kryptowährungsmarkt derzeit (vermutlich) unter einer Vielzahl von Faktoren negativ beeinflusst wird. Insbesondere für neue Anleger, die erst im Dezember eingestiegen sind, sieht der Blick auf den Markt nicht gerade zufriedenstellend aus.

Dennoch ist zu bedenken, dass der Kryptowährungsmarkt schon immer sehr volatil war. Beispielsweise Ende 2013, bis Mitte 2015 gab es einen längeren Bären-Markt. Der Bitcoin Kurs stieg damals rasant von rund 100 USD auf über 1.000 USD. Bis Mitte 2015 erfolgte daraufhin eine Korrektur auf rund 250 USD. Anschließend übernahm wieder der Bulle. Das Ergebnis sehen wir heute.

Bitcoin Kurs
Quelle: coinmarketcap.com

Auf Grund der turbulenten letzten Wochen scheint jedoch ein jetziger Paniverkauf die falsche Option zu sein. Sowohl dieses Jahr, als auch die Betrachtung der letzten Jahr zeigt, das der Kryptowährungsmarkt sich immer wieder erholen konnte.

Wie lange jedoch der derzeitige Bären-Markt anhalten wird, ist nur schwer zu beurteilen. Wenn der Markt Anzeichen einer Erholung zeigt, könnte dies aber für Investoren eine sehr gute Option sein, Bitcoin und andere Kryptowährung günstig nachzukaufen.

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