HomeNewsBitcoin Blockchain produziert für 1 Stunde keinen Block – Anomalie oder Normalität?

Bitcoin Blockchain produziert für 1 Stunde keinen Block – Anomalie oder Normalität?

Wer gestern eine Bitcoin Transaktion versenden wollte und etwas länger warten musste, sowie zufällig den Block-Explorer von Bitcoin betrachtet hat, dem wird aufgefallen sein, dass das Bitcoin-Netzwerk gestern Mittag für knapp eine Stunde keinen neuen Block produziert hat. Für 64 Minuten wurde zwischen Blocknummer 532.146 und 532.147 kein Block erzeugt und somit etwa 6 Blöcke nicht erzeugt.

Die angestrebte Blockzeit von Bitcoin zwischen zwei Blöcken beträgt 10 Minuten. Dies bedeutet, dass alle 10 Minuten neue Transaktionen in die Blockchain geschrieben und somit Transaktionen ausgeführt werden.

Bitcoin Blocks
Quelle: https://www.blockchain.com/en/btc/blocks

In der gestrigen, einstündigen „Pause“ wurden somit keine Transaktion in die Bitcoin Blockchain geschrieben. In der Folge stieg die Anzahl der unbestätigten Transaktionen auf rund 18.000. 

Die gesamte Menge an offenen Transaktionsgebühren stieg auf 1,9 Bitcoin, was ungefähr 12.500 US-Dollar entspricht. Die Größe des Mempools stieg von der normalerweise geringen Größe von 0,6 MB auf 10 Gigabyte. 

Der Preisanstieg bei den Transaktionsgebühren und die große Menge an offenen Transaktionen ist für viele kritisch, da dies dazu führt, dass die Transaktionen mit niedrigeren Mininggebühren nicht bestätigt werden. Dies wiederum führt dazu, dass die Transaktionen im Mempool der Blockchain unbestätigt bleiben und die durchschnittlichen Transaktionsgebühren ansteigen.

Bemerkenswert ist, dass diese „Anomalie“ mit dem gestrigen, starken Anstieg des Bitcoin Kurses der Münze zusammenfiel.

Anomalie oder Normalität?

Eines vorweg. Dieses Verhalten der Bitcoin Blockchain ist völlig normal und auf die mathematische Kennzahl der Varianz zurückzuführen. Wie eingangs beschrieben, können Bitcoin Blöcke mal schneller und mal langsamer als 10 Minuten gefunden werden. Ursache hiervon ist, dass die Rechenpower, die Hash-Rate im Netzwerk nicht stabil ist, sondern sich ständig verändert, weil beispielsweise neue Miner hinzukommen oder wegfallen bzw. Miner ihre alte Hardware gegen neue austauschen.

Die Vorstellung der „perfekteren Welt“, in der zwischen der Erstellung zwischen zwei Blöcken  immer 10 Minuten vergehen, ist deshalb nicht realistisch. Jeder, der jemals den Block-Explorer beobachtet hat, weiß, dass das nicht passiert.

Auf Hashingit wurde hierzu eine sehr interessante Studie veröffentlicht. Der nachfolgende Graph zeigt die Wahrscheinlichkeit für die Erzeugung eines neuen Blocks, bei keiner Änderung der Hash Rate.

Quelle: http://hashingit.com/analysis/41-waiting-for-blocks

Die blaue Wahrscheinlichkeitslinie zeigt die inkrementelle Wahrscheinlichkeit, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Block zu finden. Die rote Linie zeigt die kumulative Wahrscheinlichkeit, welche angibt, wie wahrscheinlich es ist, bis zu einer bestimmten Zeit einen Block gefunden zu haben. Im Laufe der Zeit wird es logischerweise immer wahrscheinlicher einen Block zu finden.

Schaut man sich den Graph an, stellt man fest, dass man bis 10 Minuten eine bessere Wahrscheinlichkeit von 63% hat einen neuen Block zu finden, nicht 50%. Tatsächlich werden 50% der Blöcke innerhalb von 415 Sekunden (knapp 7 Minuten) gefunden. 37% der Blöcke, die länger als 10 Minuten dauern, können sehr lange dauern, bis sie gefunden werden. Nach einer Stunde haben wir immer noch nicht weniger als 0,25% der Zeit einen Block gefunden. Das bedeutet, dass normalerweise 1 Block in 401 Blöcken mehr als eine Stunde braucht (etwa alle 2,8 Tage im Durchschnitt).

Insofern handelt es sich um eine „Normalität“ des Netzwerkes, deren man sich nur bewusst sein sollte. Gerade wenn man selber eine Transaktion durchführen möchte, kann dies für einen selber sehr ärgerlich sein, wenn es schnell gehen soll.

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