HomeNewsAntonopoulos: Facebook’s Libra wird die Zentralbanken stark herausfordern

Antonopoulos: Facebook’s Libra wird die Zentralbanken stark herausfordern

3 Februar 2020 By Marcus Misiak

Die Diskussionen um die Einführung von Facebooks Stablecoin, Libra, sind schon seit einiger Zeit im Gange. Die Einführung von Libra hat jedoch auch einen Wettlauf ausgelöst, bei dem Nationen auf der ganzen Welt nun planen, ihre eigene digitale Zentralbank-Währungen einzuführen.

In der jüngsten Ausgabe des Podcasts Let’s Talk Bitcoin“ teilte Andreas M. Antonopoulos, ein prominenter Bitcoin Fürsprecher, seine Gedanken zum Whitepaper von Libra, zu der Technologie und der Aussicht auf ihre Einführung in der Zukunft mit. Antonopoulos kommentierte die Technologie, die hinter Libra steht, und sagte hinzu, dass Libra in Bezug auf seine Technologie großartige Leistungen erbringe. Er fügte auch hinzu, dass die Leute hinter dem Projekt gut darüber informiert seien, was sie im Bereich der Blockchain tun. Weitergehend erklärte Antonopoulos:

Sie haben sich einige der besten Eigenschaften der besten Kryptowährungen, der modernsten Technologien, die es da draußen gibt, herausgesucht und sie haben sich ein wenig weiterentwickelt.

Laut dem Bitcoin Befürworter mache Facebook, das hinter der Idee von Libra steht, die Menschen neugierig auf den Coin „Sie ist idealistisch, progressiv, fokussiert und ihre dezentrale Natur hat die Leute dazu gebracht, sie in Betracht zu ziehen“, sagte Antonopoulos. Als er darauf einging, wie der Eintritt von Libra den Finanzbankensektor in gewisser Weise beeinflussen wird, stellte er fest, dass die Zentralbanken von Facebook in der Tat hart getroffen werden, und antwortete auf das „Wie“. Da Facebook Zugang zu etwa 2 Milliarden Nutzern habe und da sie Informationen über ihre Präferenzen und Verhaltensmuster hätten, könnten sie entsprechend auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen. Er erklärte weiter, dass sie die Bedürfnisse der Nutzer entsprechend berücksichtigen könnten.

Als er weiter über die Einführung des Stablecoins sprach, erklärte Antonopoulos, dass Libra in China mit Sicherheit nicht eingeführt werden würde, wobei Libra trotzdem in Ländern eingeführt werden, die eine große Anzahl von Menschen ohne Bankkonto beherbergen. Zum Abschluss des Gesprächs sagte er:

Wir sind jetzt in die Ära der kalten Währungskriege eingetreten. Die Welt steht kurz davor, einen eisernen Vorhang an Währungen fallen zu lassen, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Wir werden eine grundlegende Spaltung zwischen Ost und West bei der Entwicklung von staatlich basierten Währungen, korporativen Währungen und offenen Kryptowährungen erleben.

Zuckerberg geht auf Konfrontation

Kürzlich sprach Mark Zuckerberg auf dem Silicon Slopes Tech Summit 2020 in Salt Lake City und gab auch einen Ausblick für das Jahr 2020. Der CEO sagte, das Unternehmen werde für seine Prinzipien stehen, unabhängig davon, ob es eine Menge Leute „verärgert“ oder nicht.  Konkret sprach Zuckerberg über starke Verschlüsselung und freie Meinungsäußerung als Kernstück des neuen Ansatzes. Beide Bereiche sind heiß diskutiert worden, wobei Facebook im Dezember wegen seiner Regeln für politische Werbung ernsthaft in die Kritik geraten ist.

Mit der Ankündigung bringt sich Zuckerberg in eine sprichwörtliche Zwangslage. Damit die Libra Unterstützung aus staatlichen Quellen erhält, muss sie zunehmend transparent sein. Ohne Transparenz werden wahrscheinlich nur wenige Regierungen die Verwendung der Münze genehmigen. Die Transparenz auf der Plattform erfordert jedoch, dass der CEO die sichere Verschlüsselung und die Redefreiheit einschränkt. Beides steht im Widerspruch zu Zuckerbergs neuen Ansichten über den Zweck von Facebook.

Featured Image: stoatphoto | Shutterstock.com