Chinesisches Ponzi-System PlusToken könnte 200.000 Bitcoin besitzen

Ein riesiges Ponzi-System aus China mit dem Namen „PlusToken“ sorgt derzeit für Aufregung in der Krypto-Community. PlusToken hat neben der Speicherung von Kryptowährungen auch ein Ponzi-Schema eingesetzt, um die Gewinnung neuer Mitglieder mit monetären Belohnungen zu fördern. Damit soll es dem Unternehmen gelungen sein, insgesamt 2,9 Milliarden US-Dollar an Kryptowährungen, allen voran Bitcoin und Ethereum zu stehlen.

Als Teil des ausgeklügelten zehnschichtigen Marketingplans erhielten die Nutzer eine Rendite auf ihre Kryptowährungen, die davon abhängig war, wie viele neue Kunden sie geworben haben.  Den Recruitern wurden verschiedene Titel verliehen. Jede Titel entsprach einem anderen Bonusbetrag. Über dieses Pyramidensystem soll PlusToken in China bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar, in einer der bisher größten Betrügereien mit Kryptowährungen, gestohlen haben. Allerdings sollen die Hauptverdächtigen noch immer auf der Flucht sein, nachdem bereits sechs Mitglieder hinter PlusToken von der chinesischen Polizei verhaftet wurden.

Letzte Woche bestätigte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Yancheng in China in einer Erklärung, dass sie gegen die sechs Verdächtigen wegen angeblicher Führung eines Pyramidensystems ermittelt. Unterdessen sagte das Yanchen Municipal Public Safety Bureau auch, dass die Polizei immer noch nach den Hauptbetreibern des angeblichen Betrugs sucht. Während die Fahndung im Gange ist, deuten jüngste Daten darauf hin, dass einige der Personen, die den Betrug durchgeführt haben, sich darauf vorbereiten könnten, einen erheblichen Teil ihrer Kryptowährung auf die Märkte zu transferieren. Laut CipherTrace sind in den letzten Tagen Gelder, die an der angeblichen Betrugsbekämpfung beteiligt waren, bewegt wurden. So wurden beispielsweise am 13. August 15.000 BTC von einer angeblichen PlusToken-Wallet zur anderen geschickt. Es folgten weitere 22.922 BTC, die von demselben Konto an eine dritte Wallet geschickt wurden.

Wenn die Personen, die PlusToken betrieben haben, am Ende die potenziell Hunderttausenden von Bitcoin verkaufen, die sie derzeit halten, könnte dies die Märkte in eine Abwärtsspirale stürzen.  Tatsächlich haben einige Marktteilnehmer die Liquidation der PlusToken-Bestände an den Kursrückgang von Bitcoin Ende Juli geknüpft. Andere Experten, wie Sid Shekhar, der Mitbegründer von TokenAnalyst, haben die Wahrhaftigkeit solcher Behauptungen in Frage gestellt.

Anfang der vergangenen Woche erklärte Dovey Wan, ein Gründungspartner von Primitive Crypto, in einem Tweet, dass PlusToken insgesamt 70.000 Bitcoin und 800.000 Ethereum von ahnungslosen Investoren gestohlen habe könnte. Kurz danach korrigierte sie den Betrag deutlich nach oben und sprach von womöglich 200.000 Bitcoin!

Korrektur, dieser Betrug betrog mindestens über 200K $BTC, während ich meine alten Chats ausgrub, um alle ihre Wallet-Adressen zu kompilieren.

Zwei Tage nach dieser Nachricht erklärte Wan weiter, dass die Analysegruppe Peckshield herausfand, dass über 1.000 BTC aus den mit dem System verbundenen Wallet-Adressen in mehrere Börsen verschoben wurden.

PlusToken-Fondsfluss durch @peckshield: bisher sind 540 $BTC bei @Bittrexchange und 663 $BTC bei @HuobiGlobal eingegangen.

Zusätzlich zu dem bereits erwähnten Bitcoin, welche an die Börsen übertragen wurden, erklärte WhaleAlert, ein Konto auf Twitter, das Daten über große Mengen an übertragener Kryptowährung anbietet, dass vier große Transaktionen mit insgesamt 22.923 BTC von PlusToken stammen könnten, obwohl diese Behauptung nicht bestätigt wurde.

Die jüngsten großen BTC-Transaktionen sind wahrscheinlich von PlusToken, aber wir konnten sie noch nicht bestätigen.

Wenn diese massive Menge Bitcoin von den Betrügern auf verschiedene Krypto-Börsen übertragen wird, könnte dies zu einem Strom von Verkaufsdruck führen, der einen massiven Verkauf von Bitcoin auslöst. Allerdings handelt es sich bei allen Daten zunächst um Vermutungen. Wie es für den Bitcoin Kurs weitergeht, können nur die nächsten Tage zeigen.

Featured Image: DD images | Shutterstock

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