MediChain: Interview mit dem CEO, Dr. Mark Baker

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In diesem Interview sprechen wir mit Dr. Mark Baker, CEO und Gründer von MediChain, der Medical Big Data Plattform, einer Blockchain-Lösung für die Speicherung und Verteilung medizinischer Daten. Die Plattform soll den Patienten die Kontrolle über ihre eigenen medizinischen Informationen zurückgeben, sowie den sicheren Austausch von Krankenakten  ermöglichen und den Schutz sensibler Daten vor Hackern stärken. Dr. Baker hat einen Hintergrund in der Krebsforschung und ist Spezialist für Big Data. Er glaubt, dass MediChain ein bahnbrechendes Werkzeug für den Bereich der medizinischen Forschung sein wird, der Zugang zu breiteren Daten und umfassenderen Datensätzen erhalten könnte.

Herr Backer, was hat Sie überhaupt zur Krebsforschung geführt?

Dr. Mark Baker: Ich wollte in einem Bereich arbeiten, der einen sehr großen Einfluss haben und für die Welt einen großen Unterschied machen kann. Krebs ist offensichtlich eine Krankheit, die Millionen von Menschen betrifft und eine der häufigsten Todesursachen durch Krankheiten. Ich habe einen systematischen, eher mathematischen Ansatz gesucht, der für eine große Anzahl von Menschen einen Unterschied machen kann, und Krebsforschung schien diese Kriterien vollständig zu erfüllen.

Wie haben Sie angefangen im Bereich Data Science zu arbeiten?

Dr. Mark Baker: Der Einfluss, den Menschen auf die Welt haben, basiert auf einer sehr begrenzten Anzahl mentaler Werkzeuge. Was sind diese Werkzeuge? Wir haben die Logik, die es uns ermöglicht, Entscheidungen zu treffen, die von unseren eigenen Gefühlen getrennt sind. Wir haben die Mathematik, die es uns erlaubt Dinge zu verstehen, die über unser Menschenverständnis hinaus gehen. Data Science ist eine Anwendung der Mathematik und Logik in großem Maßstab. Wir kommen gerade in eine Ära, in der wir die Techniken haben, Mathematik in der medizinischen Wissenschaft zu verwenden, was wir heute als Data Science bezeichnen. Aufgrund der stochastischen Natur der Daten war es bisher nicht möglich, solch revolutionäre Dinge, wie im 19. Jahrhundert in der Physik, in der Medizin zu leisten. Dies führt uns zu einer einfachen Antwort. Wir müssen uns aus einer anderen Richtung nähern, und Data Science ist die, wie wir es tun.

Wie haben sich die beide Bereiche bei Ihnen zusammengefügt? Haben Sie in einem Bereich angefangen und sind dann zum anderen Bereich gewechselt? Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Dr. Mark Baker: Nun, ich habe angefangen mich mit dem Computer zu beschäftigen, als ich neun Jahre alt war. Mein Vater war Dozent für Elektrotechnik und um mich während der Sommerferien zu beschäftigen, gab er mir Zugang zum Mainframe-Computer, wo er unterrichtete. Ich war so klein, dass ich die Konsole des Computers nicht erreichen konnte, also stand ich auf Stapeln von Computerpapier, um die Konsole zu erreichen. Es war ein IBM-Mainframe, also habe ich dort gelernt. Ich hatte ein einigermaßen erfolgreiches Startup, bevor ich auf die Universität ging, wo ich eine neue Methode der Holographie entwickelte, die einen einzigen, kohärenten Punkt, keine Spiegel und eine bestimmte Ausrichtung und Art der fotografischen Platte erforderte, um sie zu bearbeiten. Dann trat ich als Biochemiker in das Imperial College ein, gefolgt von einem Master in Biophysik und Bioingenieurwesen, und das führte mich weiter nach Oxford. Ich kam von der Uni und arbeitete dann in der pharmazeutischen Industrie an Algorithmen und paralleler Datenverarbeitung.

Gibt es einen besonderen Rat, den du deinem jüngeren Ich geben würdest? Gibt es Reue, die du hast?

Dr. Mark Baker: Nicht wirklich. Jedes Ding, das du auf deinem Weg tust, macht dich zu der Person, die du heute bist. Aber ich würde zu meinem jüngeren Ich sagen – und auch zu anderen jungen Leute, die den gleichen Fehler machen – wenn Sie eine Gelegenheit sehen, sollten Sie sie wahrnehmen und nicht nur den konventionellen Weg folgen.

Was hat Sie dazu inspiriert, das MediChain-Projekt zu gründen?

Dr. Mark Baker: Ich habe mit Kollegen aus Oxford schon viele Jahre über Big Data nachgedacht. Seit einiger Zeit diskutieren und entwickeln wir die Ideen dazu, wie wir Daten teilen, wie jeder Datensatz digital signiert werden muss, damit er zugänglich ist und damit wir wissen, woher es kommt und was die Quellen sind. Vor ungefähr drei Jahren hat die Universität von Edinburgh mich darauf angesprochen, ein Start-up zu gründen, welches „Predictive Analytics“ mithilfe von NHS-Daten durchführt. Sie wollten herausfinden, welche die besten Behandlungen, was die besten Praktiken, was die versteckten negativen oder auch positiven Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten waren und was sie sonst noch verbessern können. Dieses Projekt wurde nie realisiert. Ich hätte es aber wirklich sehr gern getan. Dann kam die Blockchain-Technologie, eine Chance das Vorhaben zu realisieren. Die Blockchain-Technologie bietet zahlreiche Funktionen, die wir brauchen. Ich habe auch persönliche Erfahrungen mit dem US-Gesundheitssystem in San Francisco. Dieses gab mir eine Idee davon, wie fragmentiert andere Gesundheitssysteme sind. So habe ich erkannt, dass Patienten in den USA eine Plattform benötigen, wo alle Daten gesammelt und sicher gespeichert werden. Im Laufe der vergangenen Jahre gab es zahlreiche Verletzungen der Privatsphäre und der Datenintegrität von persönlichen Daten. Ich hatte immer das Gefühl, dass wenn Menschen den Wert ihrer eigenen Daten verstehen, es von Vorteil wäre, sie ihre eigenen Daten vollständig kontrollieren zu lassen.

Kann Ihr Projekt Menschen aus Entwicklungsländern helfen? Derzeit ist es ja so, dass es nicht sehr profitabel für Pharmaunternehmen ist, in Länder zu investieren, die sich Medikamente nicht leisten können. Wenn Menschen aus Entwicklungsländern ihre Daten an Pharmaunternehmen verkaufen könnten, weil sie einen monetären Wert haben, könnten sie davon profitieren.

Dr. Mark Baker: Das ist ein großes Problem. Wir möchten keine Situation haben, in der die Menschen das Gefühl haben, dass wir ihre Daten verkaufen, weil sie zu arm sind, um Zugang zum Gesundheitswesen zu erhalten. Dennoch glaube ich, dass es eine Chance gibt, das System in großen Entwicklungsländern zu revolutionieren. Im Falle Indiens zum Beispiel hat ein großer Teil der Bevölkerung jetzt Smartphones, und so können sie direkt auf unser System, im Wesentlichen ein Big-Data basiertes System zugreifen und die Vorteile nutzen. Auf dem indischen Markt hat jeder Verbraucher einen individuellen Pro-Kopf-Wert für ein Pharmaunternehmen. Die indische Wirtschaft ist ungefähr so ​​groß wie die EU zusammen und wird wahrscheinlich im Laufe der Zeit weiter wachsen.

Hatten Sie nach dem Start dieses Projekts Zweifel?

Dr. Mark Baker: Ich denke, es ist eine Herausforderung. Ich kann mich an keine Zweifel erinnern. Aber es gibt Dutzende von großen Herausforderungen, die wir überwinden müssen, und ich denke, wir haben einen Fahrplan dafür. Aber es wäre nicht klug, den Umfang dieser Herausforderungen zu unterschätzen. Es gab viele fähige Leute, die viel Zeit und Mühe in diese Art von Projekten investiert haben und nicht erfolgreich waren. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir demütig sind und zuhören. Wir müssen versuchen Leute zu finden, die uns helfen können besser zu werden. Die Gesamtherausforderung ist sehr groß. Deshalb müssen wir die Herausforderung in Zwischenziele untergliedern, wir können es in Stücke teilen. Wir können sicherstellen, dass wir das Risiko mindern. Aber wir erkennen, dass die Herausforderungen erheblich sind.

Eine letzte Frage: Was kommt als nächstes in Ihrem Masterplan?

Dr. Mark Baker: Nun, von MediChain selbst gibt es, wenn die Wachstumschancen in der Welt der Blockchain bleiben, eine Reihe eng verwandter Blockchain-Projekte, die sich ausgliedern und zu Tochtergesellschaften werden könnten. Dinge wie IoT. Dinge wie medizinische Fernberatungen und Ärzte auf Abruf. All diese werden zu Datenquellen für MediChain, aber jeder verdient sein eigenes Projekt. Sie könnten natürliche Tochtergesellschaften werden, die in das gleiche Ökosystem einspeisen würden.


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