Konkurrenz für Bitcoin: Kommt jetzt der „Zentralbankcoin“?

Bitcoin wird in einigen Kreisen der Kryptowelt als neue Weltleitwährung angesehen und als Befreiung aus dem aktuellen Finanzsystem. Verschiedene Zentralbanken dieser Welt sehen Bitcoin als hochriskantes Spekulationsobjekt, jedoch nicht als wirkliche Gefahr für die Wirtschaft. Laut neuesten Berichten wollen sich Zentralbanken zusammenschließen, um ein digitales Asset zu lancieren, dass durch die Zentralbanken gedeckt ist.

Die größten Banken der Welt werden eine Plattform für die Nutzung von Blockchain-basierten Währungen, die zu 100% von Zentralbankden gedeckt sind, auf den Weg bringen. Das USC-Projekt (Utility Settlement Coin) unterstützt zunächst den USD, CAD, EUR, GBP und JPY für kommerzielle Institute und Zentralbanken. Das Unternehmen Fnality International umfasst eine ganze Reihe prominenter Geschäftspartner wie auch Grundungsaktionäre. Dazu gehören unter anderem die Banco Santander, BNY Mellon, Barclays, CIBC, Commerzbank, Credit Suisse, ING, KBC-Gruppe, Lloyds Banking Group, MUFG Bank, Nasdaq, Sumitomo Mitsui Banking Corporation und State Street Corporation sowie UBS. Die Wirtschaftszeitung Nikkei beschreibt, dass die jeweiligen Coins in die wichtigsten Währungen umgewandelt werden kann (frei übersetzt):

Fnality wird Konten bei teilnehmenden Zentralbanken einrichten und USCs (Utility Settlement Coins) ausgeben, digitale Äquivalente der wichtigsten Währungen, die eins zu eins in ihre Partnerwährungen umgewandelt werden können.

Wenn ein Kunde Geld von Japan in die USA überweist, überweist eine japanische Geschäftsbank den angegebenen Yen-Betrag an die Zentralbank des Landes. Fnality gibt dann den entsprechenden Betrag an USCs aus und zahlt sie auf ein Konto bei einer bestimmten amerikanischen Geschäftsbank ein. Diese Bank überweist den entsprechenden Betrag sofort auf das persönliche Konto des Endkunden.

Fnality soll mit den Aufsichtsbehörden weltweit zusammenarbeiten, um alle staatlichen Gesetze und Regulatorien einzuhalten. Fnality konnte in einer ersten Finanzierungsrunde knapp 63,2 Millionen USD einsammeln. Die Idee für ein solches Projekt ist nicht neu und wurde bereits im Jahr 2015 von der Schweizer Bank UBS Gruoup AG und dem in London ansässigen Blockchain Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Clearmatics vorgeschlagen.

Projekte wie Ripple als auch IBM World Wire, das auf das Stellar-Protokoll setzt, stellen ein leistungsstarkes Netzwerk zur Verfügung, mit dessen Hilfe grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb von Sekunden zu sehr geringen Kosten abgewickelt werden können. Einige Großbanken verfolgen jetzt ein anderes Zahl und wollen anscheinend ein alternatives Zahlungssystem aufbauen, über das sie die vollständige Kontrolle haben und sich nicht auf „Zwischenhändler“ verlassen müssen. Der USC könnte langfristig viele digitale Assets vom Markt fegen, da viele Kryptowährungen das Ziel einer alternativen Währung verfolgen, die die eben beschriebenen Vorteile bietet. Der US-Bankenriese JPMorgan sorgte Anfang des Jahres für Aufsehen, als das Unternehmen ankündigte, eine eigene digitale Währung, den JPM Coin, auf den Markt zu bringen. Dieser Coin ist eins zu eins durch den USD gedeckt, ähnlich wie Tether und damit wertstabil und nicht volatil.

Facebook arbeitet ebenfalls an einer Blockchain-basierten Zahlungsplattform, die das Potenzial hat, 2,5 Milliarden Menschen weltweit zu erreichen. Diese Plattform soll voraussichtlich nächstes Jahr auf den Markt kommen und könnte das Kryptouniversum maßgeblich verändern. Viele Kritikier sehen darin jedoch einen klaren Widerspruch, da Kryptowährungen dezentral betrieben werden und diese Idee der Plattform von Facebook komplett widerspricht. Das USC-Projekt der großen Banken muss erst noch von den Behörden genehmigt werden, berichtet das Wall Street Journal. Laut CEO Rhomamius Ram soll die Plattform innerhalb von nur 12 Monaten einsatzbereit sin und auch Wertpapiere mit Token unterstützten und sofort abwickeln können.

Feautered Image: 360degreeAerial | Shutterstock

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