Gibraltar bringt Gesetzentwurf zur Regulierung von ICOs auf den Weg

Gibraltar wird als erstes Land der Welt ICOs per Gesetz regulieren und damit klare Rahmenbedingungen schaffen. Auf Grund einiger Missbrauchs- und Betrugsfälle im letzten Jahr war das Vertrauen der Investoren in die Teilnahme an Initial Coin Offerings gesunken.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, will Gibraltar (Teil des britischen Überseegebietes und damit zugehörig zum Vereinigten Königreich von Größbritanien und Nordirland) als erstes Land der Welt ein Gesetz schaffen, welches die Regulierung eines Inital Coin Offerings regelt. Dadurch sollen klare Spielregeln für ICOs geschaffen und der Schutz von Investoren verbessert werden.

Bisher gab entweder nur oberflächliche oder sehr strikte Entscheidungen gegenüber ICOs, wie das Verbot in China zeigt. Da die Zahl durchgeführter ICOs im letzten Jahr seinen Höhepunkt erreicht, ist eine Regulierung bzw. die Schaffung klarer Rahmenbedingungen ein logischer Schritt der gegangen werden muss.

Die Möglichkeit eines ICOs hat vielen Unternehmen die Kapitalbeschaffung enorm erleichtert. Dennoch waren unter vielen vertrauenswürdigen ICOs auch jede Menge Betrug und Diebstahl vertreten. Insgesamt wurden im Jahr 2017 über 3 Millarden Euro an Kapital über Initial Coin Offerings eingesammelt. 2016 betrugt dieser Wert gerade mal 82 Millionen, sodass hierbei ein ganz klarer steigender Trend zu erkennen ist.

Gibraltars Regueriung und das gibraltische Financial Service Commision (GFSC) berichteten den Gesetzgebern, dass sie in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf zur Regulierung von ICOs vorlegen werden, der den Betrieb und die Teilnahme an ICOs regeln soll. Sian Jones, Senior Advisor des GFSC, sprach von einem weltweit ersten und einzigartigen Schritt der vorangetrieben werden muss:

One of the key aspects of the token regulations is that we will be introducing the concept of regulating authorized sponsors who will be responsible for assuring compliance with disclosure and financial crime rules.

Die zukünftige Verordnung wird Regeln beinhalten, die die Offenlegung aller wichtigen und relevanten Informationen für die Investoren bereithält, damit eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine Investition getroffen werden kann. Zu oft gab es in der Vergangenheit Betrugsfälle, bei denen die Kapitalnehmer eine Menge versprochen haben, jedoch direkt nach Ende des ICOs mit dem kompletten Geld im Nichts verschwunden sind und die Geldgeber einen Großteils ihres Kapitals verloren haben.

Zuletzt hatte Vitalik Buterin eine verbesserte Form des ICO vorgestellt, bei dem das Kapital schrittweise nach Erreichung vorher festgelegter Meilensteine freigegeben wird. Dies bringt aus der Sicht der Investoren mehr Sicherheit und Vertrauen in ICOs.

Welche Inhalte allerdings konkret im Entwurf von Gibraltar vorhanden sein werden, muss noch ausführlich diskutiert werden. Weiterhin führt Alert Isola, Gibraltars Handelsminister aus, dass der Schutz der Verbraucher höchste Priorität hat:

We remain fully committed to ensuring that we protect consumers and the reputation of our jurisdiction.

Eine ähnliche Haltung, die den Verbraucherschutz in den Fokus stellt, hatten die SEC und CFTC vor wenigen Tagen ebenfalls vor dem US-Senat eingenommen. Es bleibt abzuwarten, ob sich weitere Länder ein Beispiel an Gibraltar nehmen und ihre eigenen Gesetze bzw. Regulationsmaßnahmen entwerfen.

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