G20: Kryptowährungen müssen weiter untersucht werden, Stellungnahme im Juli

Wie wir bereits in den letzten Tagen berichteten, trafen sich an den vergangenen beiden Tagen die G20 Finanzminister und Präsidenten der Zentralbanken. Nachdem Kryptowährungen am Tag eins kein Thema waren, änderte sich dies an Tag zwei. Tenor: Um einheitliche Regelungen für Kryptowährungs zu schaffen, werden mehr fundierte Informationen benötigt. Neuer Termin soll deshalb Juli 2018 sein.

Was gestern genau im Detail besprochen wurde, ist nicht bekannt. Jedoch wurde dem Thema Kryptowährungen in der Abschlusserklärung des Treffens ein ganzer Absatz gewidmet.

In dem Absatz würdigt die G20 zunächst das Potential der Kryptowährungen zugrundeliegenden Technologie und erkennt an, dass diese das Potenzial hat „die Effizienz des Finanzsystems und der Wirtschaft insgesamt zu verbessern“.

Kryptowährungen selbst werden aber als kritisch betrachtet, da sie Probleme rund um die Themen Anlegerschutz, Marktintegrität, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufwerfen. Bemerkenswert ist aus unserer Sicht, dass Kryptowährungen von der G20 als „Crypto-assets“ bezeichnet werden und damit scheinbar nicht als Währungen betrachtet werden.

Weiterhin führt das Schreiben aus, dass Kryptowährungen in der Zukunft die Finanzstabilität gefährden könnten (momentan scheinbar aber noch nicht). Trotzdem haben sich die G20-Mitgleider der Zwischenzeit dazu verpflichtet, die Standards der Financial Action Task Force (FATF), einer zwischenstaatlichen Einrichtung zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, auf die Kryptowährung anzuwenden.

Die internationalen Standardsetzungsgremien (SSBs) sollen die Risiken weiter überwachen. Das Financial Stability Board (FSB) soll in Absprache mit anderen SSBs, darunter CPMI und IOSCO, und der FATF, im Juli 2018 über ihre Untersuchungen zu Kryptowährungen berichten.

Abschlusserklärung der G20

Der gesamte Absatz der Abschlusserklärung:

„We acknowledge that technological innovation, including that underlying crypto-assets, has the potential to improve the efficiency and inclusiveness of the financial system and the economy more broadly. Crypto-assets do, however, raise issues with respect to consumer and investor protection, market integrity, tax evasion, money laundering and terrorist financing. Crypto-assets lack the key attributes of sovereign currencies. At some point they could have financial stability implications. We commit to implement the FATF standards as they apply to crypto-assets, look forward to the FATF review of those standards, and call the FATF to advance global implementation. We call on international standard-setting bodies (SSBs) to continue their monitoring of crypto-assets and their risks, according to their mandates, and assess multilateral responses as needed.“

Kryptowährungsmarkt erholt sich

Aus unserer Sicht sollte keinesfalls eine dauerhafte Panik bis Juli herrschen, so wie es im Vorfeld dieses G20 Treffens der Finanzminister war. Wieder einmal wieder zeigte sich, dass die Befürchtungen und Gerüchte, die vor dem Treffen kursierten, weit schlimmer waren, als das was am Ende des Tages eintrat.

Auch wenn die Entscheidung nur vertagt wurde, zeigt sich unserer Meinung nach, dass die G20 genau überlegen, wie und ob Kryptowährungen behandelt werden sollen. Würden die G20 Kryptowährungen vollständig verbieten wollen, hätten sie dies auch schon in den vergangenen beiden Tagen verkünden können.

Scheinbar sind sich aber auch die einzelnen Länder nicht einig, ob und wie Regelungen zu Kryptowährungen getroffen werden sollen. So hat der Präsident der brasilianischen Zentralbank, Ilan Goldfine erklärt, dass Brasilien nicht zwingend den Bestimmungen der G20 folgen wird.

Wie der Präsident der Bank of England, Mark Carney bereits vor dem Treffen erklärte, scheint der derzeitige Tenor, dass Kryptowährungen aktuell keine Bedrohung für die globale Finanzstabilität sind.

Insofern ist auch die Erholung der gesamten Kryptowährungsmarktes zu erklären, der einheitlich grüne Zahlen schreibt. Innerhalb der Top 10 nach Marktkapitalisierung können alle Kryptowährungen deutliche Kursanstiege verzeichnen. Einzig Ripple konnte bis zum Redaktionszeitpunkt „nur“ 3 Prozent steigen.

top10


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