Ethereum: Lösung des Skalierungsproblems in Aussicht?

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Ethereum

Bekanntermaßen ist eine effiziente Skalierungslösung eine der zentralen, wenn nicht sogar die zentrale Herausforderung für die Zukunft des Ethereum Netzwerkes. Ohne die Möglichkeit mehr Transaktionen (pro Sekunde) zu verarbeiten, wird eine Adaption und weitere Verbreitung von Ethereum in den Mainstream nur schwer möglich sein. Neben dem Raiden Network und der Sharding Technologie, gibt es nun eine weitere Skalierungslösung, das Liquidity.Network. 

Mit derzeit über 700.000 Transaktionen pro Tag kann Ethereum (rote Linie) – und zwar ohne die ERC-20 Token – zusammen mit Ripple (dunkelblaue Linie) laut bitinfocharts die meisten Transaktionen pro Tag vorweisen.

ethereum bitcoin vergleich Transaktionen pro TagTheoretisch kann das gesamte Ethereum Netzwerk derzeit 15-30 Transaktionen pro Sekunde abwickeln. Dies wird auf lange Sicht allerdings nicht ausreichen, um das zukünftig steigende Interesse verarbeiten zu können.

Als während des Krypto Hypes im Dezember 2017 die Transaktionsanzahl von Ethereum (ohne ERC-20 Token) auf über 1.3 Millionen Transaktionen (ca. 15 pro Sekunde) anstieg, stiegen auch die Transaktionskosten verhältnismäßig stark an. Die Bestätigungszeiten wurden ungewöhnlich lang. Es zeigte sich, dass es einer Skalierungslösung bedarf, um die Voraussetzungen für eine Adaption in den Mainstream zu schaffen.


Sharding

Auf der „Beyond Block“-Konferenz am 25.11.2017 hat Vitalik Buterin seine Pläne für Ethereum 2.0 vorgestellt. In der halbstündigen Präsentation zeigte er die Hauptprobleme auf, mit denen sich Ethereum heute konfrontiert sieht auf und erklärte Lösungsstrategien. Die von Buterin favorisierte Lösung für die Skalierung lautete damals, so wie auch heute noch „Sharding“. Hiermit soll Ethereum Tausende von Transaktionen pro Sekunde skalieren können. Die Skalierung soll auf der Blockchain geschehen („On-Chain“) und ohne Supernodes auskommen.

Sowohl Vitalik Buterin und als auch Ethereums leitender Entwickler, Nick Johnson, haben in der Vergangenheit bereits öfters die zentrale Rolle betont, die Sharding in Ethereums Lösung für das Skalierungsproblem spielen wird. Sharding hat den Vorteil, dass die Skalierung On-Chain erfolgt und somit keine Supernodes benötigt werden, die gefährlich in Hinsicht einer Zentralisierung des Netzwerkes sind.

Vor einer Woche hat Buterin einen Hinweis gegeben, dass Ethereum kurz davor ist, sein Sharding-Testnet zu starten.

leeroy sharding ethereum
Quelle: https://leeroy.io/callmegwei/post/0xa85da0beca07b9337f0acbbaa6f6dd44ed9104f5dcc2dfa68d826f73ac81ed2c

Auf Twitter teilte Buterin mit, dass Leeroy – ein dezentralisiertes Twitter – ein geeigneter Kandidat für den Test sein wird. Zwar hat Vitalik den Post auf Twitter bereits wieder gelöscht, auf Leeroy kann die Nachricht aber noch gefunden werden.

Auf der „Beyond Block“-Konferenz im November letzten Jahres erklärte Buterin eine Zeitplan von drei bis fünf Jahren realistisch. Der gelöschte Tweet von Buterin macht nun jedoch Hoffnung, dass zumindest ein Sharding-Testnet schon bald starten könnte.


Raiden Network

Das Raiden-Netzwerk stellt ein Protokoll zur Lösung der Skalierungsprobleme des Ethereum-Netzwerkes zur Verfügung. Dieses soll Ethereum ergänzen und nicht ersetzen. Die Skalierung soll Off-Chain erfolgen und so wie auch Sharding die Skalierung für alle ERC-20 Token lösen.

Ziel des Raiden Protokoll ist es 100.000 Transaktionen pro Sekunde zu ermöglichen (VISA schafft im Vergleich nur 45.000 Transaktionen pro Sekunde) und somit die Verarbeitung nahezu in Echtzeit bei zugleich niedrigen Gebühren zu ermöglichen.

Die Raiden Network (RDN-Token) ICO endete am 01. November 2018. Wann das Raiden Netzwerk aber fertig und auf dem Mainnet bereitgestellt wird, steht noch nicht fest. Ein grundlegendes Verständnis über Raiden vermittelt das nachfolgende Video:

Liquidity.Network

Eine weitere, neue Ethereum-Skalierungslösung ist das Liquidity.Network. Ähnlich wie Raiden und auch die Bitcoin-Version Lightning soll das Liquidity.Network Nutzern ermöglichen, Transaktionen Off-Chain zu tätigen, ohne die hohen Kosten für eine On-Chain Transaktion zu zahlen. Dies wird über sogenannte Zahlungskanäle („Payment Channels“), direkte Peer-to-Peer-Zahlungskanäle zwischen zwei Personen ermöglicht. Die individuellen Transaktionen zwischen diesen beiden Personen werden nicht sofort in die Blockchain geschrieben, benötigen also kein Mining. Deshalb können Transaktionen mit niedrigeren Gebühren und somit auch Mikrozahlungen ökonomisch ermöglicht werden.

Wie Raiden wird auch das Liquidity.Network einen Token – den LQD-Token – im Rahmen eines ICOs ausgeben (ICO läuft bereits), um die Entwicklung zu finanzieren und das Protokoll zu betreiben.

Eine erste, unfertige Alpha-Version des Liquidity.Network steht bereits in Ethereums Ropsten Testnetzwerk zur Verfügung. Eine Besonderheit ist, dass es bereits ein Wallet (mit grafischer Benutzeroberfläche) gibt, mit dem Test-Transaktionen über das Liquidity.Network gesendet und empfangen werden können.

So wie auch Raiden soll das Liquidity.Network zukünftig auch den ERC-20 Standard und dessen Token unterstützen. Bereits in drei Monaten soll das Mainnet starten. Einen grundlegenden Überblick zum Liquidity.Network vermittelt das folgende Video:

Fazit

Getreu dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“ bleibt daher zu hoffen, dass möglichst 2018 eine effiziente Skalierungslösung für das Ethereum Netzwerk präsentiert werden kann. Welche der Lösungen das „Rennen“ machen wird und ob mehrere Lösungen parallel existieren werden, wird die Zukunft zeigen.


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