Ethereum Classic: eine Kryptowährung sucht ihre Position

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Kryptowährungen rücken immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. In Zeiten von niedrigen Zinsen und drohender Inflation wird händeringend nach alternativen Geldanlagen und Märkten gesucht, die von den weltweiten Finanzmärkten unabhängig sind. Kryptowährungen sind in dieser Hinsicht vielversprechend.

Die derzeit erfolgreichste Kryptowährung ist der Bitcoin, gefolgt vom Ethereum (ETH). Auf Rang sechs des heiß umkämpften Marktes der Kryptowährungen rangiert der Ethereum Classic. Beide, Ethereum und Ethereum Classic, haben eine gemeinsame Vergangenheit, bevor sich im Mai und Juni 2016 ihre Wege endgültig trennten. Aktuell steht der Ether Classic Kurs bei rund 16€ (Stand 03.09.2017) und ist kurzzeitig stark angestiegen

Der Unterschied zu Bitcoin

Ethereum und Ethereum Classic basieren wie auch die erfolgreichste Kryptowährung Bitcoin auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Ethereum und Ethereum Classic sind jedoch im Unterschied zum Bitcoin keine Kryptowährungen im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um Krypto-Plattformen für Distributed Apps, kurz Dapps genannt. Diese wiederum bestehen aus Smart Contacts.

Für solche Smart Contacts gibt es zahlreiche Anwendungen wie beispielsweise E-Voting Systeme, Crowdfunding, Identity Management und virtuelle Organisationen. Ethereum und Ethereum Classic sind verteilte Systeme, dessen Teilnehmer, die Ethereum beziehungsweise Ethereum Classic Contacts und Accounts, ein Peer-to-Peer Netzwerk nutzen, um die unterschiedlichsten Daten ohne zentralen Server auszutauschen.

Die Geschichte von Ethereum

In den Jahren 2013 und 2014 wurde das Konzept der Ethereum als eine Krypto-Plattform erstmals von Vitalik Buterin und Gavin Wood beschrieben. Später kam noch Jeffrey Wilcke als einer der Hauptentwickler hinzu. Ethereum wurde in der extra dafür entwickelten Programmiersprache Solidity geschrieben. Im Juli 2015 startete Ethereum mit einer eigenen, dezentralisierten Blockchain.

Die DAO-Community, der Decentralized Autonomous Organisation, wurde über einen Smart Contact in der Blockchain von Ethereum implementiert. Durch eine Crowdfunding-Kampagne wurde Ethereum mit 150 Millionen Dollar unterstützt und wie ein Hedgefond aufgebaut. Das Zahlungsmittel von Ethereum heißt Ether. Nur sieben Monate nach dem Start hatte Ethereum schon eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen US-Dollar erreicht. In den folgenden zwei Wochen verdoppelte sich die Marktkapitalisierung nochmals auf über eine Milliarde Dollar. Ein Hackerangriff setzte der Erfolgsgeschichte von Ethereum vorerst ein jähes Ende.

Ein Hackerangriff auf die DAO

Der ursprüngliche Code von Ethereum konnte durch einen Hackerangriff im Jahr 2016 geknackt werden. Aus der Blockchain wurden Ether im Wert von damals 50 Millionen beziehungsweise 65 Millionen Euro entwendet und die Diebe konnten nie identifiziert werden. Ein Notfallplan wurde ins Leben gerufen und es wurde überlegt, wie der Fehler in der Blockchain behoben werden kann.

Es kam zu einem offenen Abstimmungsverfahren aller Stimmberechtigten. 90 Prozent der Stimmberechtigten stimmten dafür, einen klaren „Cut“ vorzunehmen. Die alte Blockchain wurde beendet und eine neue ins Leben gerufen. Die neue Blockchain war besser und sicherer als die alte, indem die Entwickler unter anderem zu Homestead wechselten. Die Implementierung des sogenannten ZK-Snarks war eine weitere Neuerung bei Ethereum.

Damit ist es möglich, absolut anonyme Transaktionen im Netzwerk von Ethereum zu tätigen. Außerdem wurde vom Proof-of-Work zum Proof-of-Stake Algorithmus gewechselt. Die neue Krypto-Plattform mit der zweit erfolgreichsten Kryptowährung weltweit firmiert heute unter dem Namen Ethereum beziehungsweise ETH.

Was ist Ethereum Classic?

Ethereum Classic wiederum ist die abgespaltene Kryptowährung von Ether oder Ethereum im heutigen Sinne, die der Hackervorfall auf die DAO nach sich zog. Die zehn Prozent der Stimmberechtigten, die gegen den „Cut“ beziehungsweise den „hard fork“ gewesen waren, beschlossen den Ethereum „Classic“ am Leben zu erhalten und ihn fortzuführen.

So entstanden zwei getrennte Blockchains. Die ursprüngliche ist die Ethereum Classic (ETC). Die abgespaltene Hauptblockchain hat sich hingegen entschieden, sich weiterhin Ethereum zu nennen. Mit Ethereum Classic beschäftigt sie sich nicht. Darin bestehen also die Unterschiede zum Ether. Die durchaus zukunftsfähige Kryptowährung Ethereum Classic hat es derzeit jedoch noch schwer, an seiner „Mutter“ Ethereum vorbeizukommen.

Mit Rang sechs beim Ranking der Kryptowährungen bewegt sich Ethereum Classic aber immer noch im Spitzenfeld. Verbesserungen im System wurden auch bei Ethereum Classic vorgenommen. Wenn du Ethereum Classic kaufen willst dann schau dir unsere Schritt-für-Schritt Anleitung genauer an.

Fazit zu Ethereum Classic

Die Betreiber von Ethereum Classic glauben an das Original. Mit maßgeblichen Neuerungen wie einer noch ausgeprägteren Dezentalisierung soll künftig der Verschleierung, Korruption, Ineffizienz und Stagnation vorgebeugt werden. Ein Vorgang wie 2016 kann sich nach Aussage von den Machern von Ethereum Classic nicht wiederholen. Die vormals zwar schon dezentrale Leitung der Blockchain wurde als immer noch zu anfällig und fragil erkannt.

Man will sich künftig freier, transparenter und offen für den Diskurs weiter entwickeln. Es soll keine Transaktionen hinter verschossenen Türen mehr geben. Im Moment mangelt es Ethereum Classic noch an einer kräftigen Finanzierung von außen. In böswilligen Blocks wird ETC zuweilen als Spekulationsobjekt abgetan.

Dennoch kann Ethereum Classic für ein Investment interessant sein. Denn die Position von Ethereum Classic im Ranking straft solche böswilligen Aussagen Lügen. Glaubt man den Betreibern, ist bei Ethereum Classic viel in Bewegung und ein nächster Hype ist damit nicht ausgeschlossen. Weitere Informationen findest du hier.

1 KOMMENTAR

  1. Diesen Monat hat sich ETC ja mehr als erfreulich entwickelt. Irgendwie ist es aber schon lustig, dass sicher auch die anstehende Fork ein Grund dafür ist… etwas, dass die Ethereum Classic Verfechter doch vor gar nicht so langer Zeit noch kategorisch abgelehnt haben 😉

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