Ethereum: ASIC vs. GPU Mining Debatte entflammt vor Constantinople Hard Fork erneut

Der anstehende Constantinople Hard Fork und die Ethereum Devcon4 rücken immer näher. Mit dem näher kommen scheint aber auch wieder die ASIC vs. GPU Mining Debatte aufzuflammen, da nach Ansicht zahlreicher Miner wohl jetzt der ideale Zeitpunkt sei, um ASIC-Miner aus dem Ethereum-Netzwerk auszuschließen. 

Bereits Ende März kam die Diskussion auf, als der Ethereum Core-Entwickler Piper Merriam auf Github einen Diskussionsvorschlag (EIP) veröffentlicht hatte, der vorsah den Ethash-Mining-Algorithmus zu modifizieren, um ASICs aus dem Ethereum Netzwerk zu verbannen. Der Vorschlag war damals die Folge eines Gerüchtes, dass Bitmain einen Ethash-ASIC-Miner veröffentlichen wird.

In dem Ethereum Improvement Proposal 958 (EIP 958) erklärte Merriam, dass es seiner Meinung nach in der Krypto-Gemeinde eine anerkannte Tatsache ist, dass ASICs zu einer Zentralisierung des Netzwerkes führen. Dies müsse dringend durch eine Änderung des Mining-Algorithmus geändert werden, sofern Bitmain einen Ethash-Miner veröffentlicht.

Nun sind einige Monate vergangenen und Bitmainer hat den auf Ethereum spezialisierten Antminer E3 veröffentlicht. Darüber hinaus steht mit dem neuen A10 Ethmaster von Innosilicons ein weiterer Ethereum-ASIC-Miner in den Startlöchern, der ab der ersten Septemberwoche in den Massenversand geht. Einige in der Mining-Community setzen sich deshalb aktuell wieder dafür ein, ASIC-Mining zu blockieren. Sie argumentieren, dass GPU-Mining-Rigs durch ASICs aus dem Netzwerk verdrängt werden und somit das Ende des GPU-Minings eingeläutet würde.

Im März veröffentlichte Merriam eine Abstimmung darüber, ob Ethereum hard forken sollte, um ASIC-Miner zu verbannen. Damals stimmten 1.079 dafür und nur 45 dagegen. Einen Tag zuvor hatte Vlad Zamfir, ebenfalls ein ETH-Core-Entwickler eine eigene Twitter-Umfrage erstellt, bei der von fast 7.000 Stimmen 57 Prozent der Teilnehmer mit „Ja“ stimmten.


Und doch schien die Diskussion bis vor kurzem verpufft zu sein. Am Montag öffnete CryptoBlockchainTech auf der Website der Ethereum-Gemeinschaft ethereum-magicians.org einen Thread, um den Vorschlag für den Hard Fork wieder aufzunehmen, bevor der kommende Hard Fork Constantinople Mitte Oktober aktiviert wird.

CryptoBlockchainTech schreibt:

„Ich habe vor ein paar Tagen eine Konferenzschaltung gehört und möchte Ihnen gerne die Informationen geben, die ich während des Telefonats mit mehr als 500+ Ethereum Minern gehört habe. Ich weiß, dass Sie [die Ethereum-Core-Entwickler] versuchen, ein Gleichgewicht zu finden, um sicherzustellen, dass die Mining-Gemeinde die Reward-Änderungen und die Difficulty-Bomb akzeptiert. Ich habe eine Lösung, die das viel einfacher machen würde.“

Weiterhin führte CryptoBlockchainTech aus:

„Ich denke, ich kann für die Mining-Gemeinschaft sprechen, indem ich sage, dass wir extrem offen für eine Reduzierung der Belohnungen und die Difficulty-Bomb wären, wenn Sie gleichzeitig einen Anti-ASIC-POW-Mining-Algorithmus ändern würden.“

Ein anderer Nutzer, der auf der Website BsDum heißt, schrieb:

„Der angekündigte Bitmain ASIC, der E3, ist etwa 10% bis 20% effizienter als ein durchschnittliches GPU-Mining-Rig – 200mh bei 760W. Das dringende Anliegen ist jedoch der Innosilicon A10, welcher einen 10-Nanometer-Prozessor von Samsung mit einer Spezifikation von 485 mhs bei 850 Watt hat – etwa 150% effizienter als selbst das am besten konfigurierte GPU-Mining-Rig. Diese ASICs sind bereits im Einsatz und würden ab der ersten Septemberwoche mit dem Massenversand beginnen. Effektiv entspricht ein A10 ASIC der Leistung von 2,6 optimal abgestimmten GPU-Rigs, zum Preis von 2 GPU-Rigs und zu 50% der Betriebskosten.“

Ob die aktuelle Debatte noch rechtzeitig kommt oder wenigstens Gehör finden wird, ist allerdings mehr als fraglich. Zumal Ethereum-Leitwolf Vitalik Buterin nicht reagierte, als EIP 958 im März aufkam. In jedem Fall könnte es zu spät sein, um eine so wichtige Ergänzung im Rahmen des Constantinople Hard Forks zu aktivieren. Bis Oktober sind es nur noch zwei Monate, alle vorgeschlagenen Änderungen werden aktuell bereits getestet.


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