EOS Krypto Coin – ein ernst zu nehmender Herausforderer für Ethereum?

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Mit der Aussage „Wir dezentralisieren Alles“ machte EOS noch vor seinem Initial Coin Offering (ICO) eine sehr provokante und gleichzeitig vielversprechende Behauptung in seinem Whitepaper. Ob damit der Angriff auf Ethereum gelingt, welche Ziele der EOS Token verfolgt und wer hinter EOS steckt, zeigen wir dir im folgenden Artikel.

Ziele von EOS – Das bessere Ethereum?

Hinsichtlich der Funktionalitäten und der Zielstellungen ist EOS vergleichbar zu Ethereum. EOS möchte wie auch Ethereum eine auf der Blockchain basierte Plattform schaffen. Auf dieser sollen kommerzielle dezentralisierte Anwendungen entwickelt werden können, indem alle erforderlichen Kernfunktionalitäten dem Entwickler bereitgestellt werden, um Blockchain-Anwendungen ähnlich wie in webbasierten Frameworks mittels Bibliotheken zu erstellen.

Insbesondere zwei Features haben für große Aufmerksamkeit gesorgt:

  1. Die Transaktionskosten: Es soll keine Gebühren geben.
  2. Die Skalierbarkeit: Es sollen Millionen von Transaktionen pro Sekunde ausgeführt werden können.

Im Vergleich zu Ethereum bietet EOS einen Delegated Proof-of-Stake – DPoS – an (Ethereum plant in Phase 4 einen Proof-of-Stake). Proof of Stake Algorithmus – ohne „Delegated“ bedeutet, dass neue Token durch bloßen Besitz in deinem Wallet freigeschaltet werden (Staking). Außerdem validiert der Besitzer mit dem Anteil die Transaktionen auf der Blockchain und trägt damit zur Sicherheit des Netzwerks bei. „Delegated“ bedeutet im Wesentlichen, dass Mitglieder des Netzwerkes „Zeugen“ wählen, damit diese die Validierung der Transaktionen vornehmen. Für Entwicklungen auf EOS-Basis bedeutet dies, dass die Unternehmen selbst den Token halten müssen, um Transaktionen zu validieren bzw. können andere EOS-Token-Inhaber ihren Anteil an andere Entwickler und Firmen delegieren. Die Transaktion selber ist kostenlos. Es geht lediglich um den Besitz von Token.

Kritische Meinungen glauben, dass durch den DPoS eine kleine Gruppe von Einzelpersonen die Plattform kontrollieren könnte. Inwiefern dies tatsächlich eintreten wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Hacks und andere schwerwiegende Fehler im System im Rahmen des „Supermajority-Konsens“ (an Stelle von Hard Forks) durch Rollback-Aktionen, d. h. durch Wiederherstellung vorheriger Datenbestände behoben werden können. Dies wäre ein klarer Vorteil gegenüber Ethereum.

Bei allen Ausführungen sei jedoch darauf hingewiesen, dass sich EOS noch im konzeptionellen Status befindet. Inwiefern eine Umsetzung tatsächlich stattfinden wird, muss noch die Zeit zeigen. Im Gegensatz dazu ist Ethereum schon sehr viel weiterentwickelt. Außerdem wird wohl auch Ethereum mit Raiden und Plasma eine Million Transaktionen pro Sekunde schaffen wird. Insofern hat Ethereum mit Stand September 2017 noch einen meilenweiten Vorsprung, den EOS erst einmal aufholen muss.

Wenn du noch mehr Details wissen möchtest, kannst du dir nachfolgend die Consensus Präsentation von Mai 2017 anschauen:

Das Unternehmen block.one hinter EOS

Das Unternehmen hinter EOS heißt block.one und wurde von Dan Larimer gegründet, der auch Mitbegründer der beiden Kryptowährungen BitShares und Steem ist. Zuerst gründete Dan Larimer BitShares in 2014. Dieses Projekt stach insbesondere durch eine horizontale Skalierbarkeit hervor, die bis zu 100.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglichte. Darauf folgte Steem eine Art dezentralisiertes Reddit. Beide Unternehmen hat Dan Larimer mittlerweile verlassen.

Block.one ist übrigens auf den Cayman-Inseln registriert.

Der einjährige ICO

Der ICO des Tokens begann am 27. Juni 2017 und endet am 01. Juni 2018. Der ICO war und ist in 2 Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase wurden 20% der Token für etwa 185 Millionen USD in der ETH verkauft. In der zweiten Phase, die sich in 350 Teile bis zum 01. Juni 2018 zu je 23 Stunden teilt, werden weitere 70 Prozent der Token verkauft. 10 Prozent sind für das Unternehmen und die Mitarbeiter von block.one vergeben. Ziel hinter diesem ungewöhnlichen ICO ist es laut Unternehmensangaben den Interessenten genügend Zeit zu geben, um sich über das Projekt zu informieren und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Da EOS noch weitgehend konzeptionell ist, wurde der ICO auf Ethereum Basis durchgeführt. Wie bei OmiseGo wird es aber zukünftig eine eigene Blockchain haben.

Das der ICO so erfolgreich war, ist dem großartigen Marketing von block.one zuzuschreiben. Mainstream-Medien, wie Reuters und die New York Times haben bereits vor dem ICO über EOS geschrieben haben. Wahrscheinlich aufgrund dessen ist EOS auch sofort nach Phase 1 des ICO’s in die Top 10 der Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen vorgestoßen.

Kontroverse Meinungen über den EOS Coin

Die Meinungen über EOS im Internet sind sehr kontrovers. Auf der einen Seite sind die Unterstützer, die sagen, dass mit Dan Larimer, dem Gründer von BitShares und Steemit sehr viel Erfahrung und Reputation in dem Projekt steckt. Aufgrund dessen „muss“ das Projekt laut Unterstützer von Larimer zwangsläufig erfolgreich sein. Die Umsetzung der großen Ziele sei nur eine Frage der Zeit.

Auf der anderen Seite gibt es viele Meinungen die sagen, dass Dan Larimer seine anderen beiden Projekte erst einmal hätte abschließen sollen, bevor er das nächste Projekt angeht. Viele sehen Dan Larimer daher als Sinnbild des ICO-Wahnsinns, der im Jahr 2017 gewütet hat. Die Meinung derer: Wenn jemand Hunderte von Millionen Dollar im Rahmen seines dritten ICO’s einsammelt und in seinem Whitepaper große Versprechungen macht, dann schreit das nach Betrug. Dann geht es laut Meinung derer nur darum im Rahmen des ICO’s so viel als möglich Geld einzusammeln und nicht um das Projekt.

Ist EOS eine gute Investition?

Diese Frage ist momentan (mit Stand September 2107) nur schwer zu beantworten.  Nachdem zum Coin-Start eine regelrechte Manie ausgebrochen ist, EOS war nach kürzester Zeit bereits über 5 Euro je Coin und was die Marktkapitalisierung angeht in der Top 10, ist es nun ruhiger um EOS geworden. Im Rahmen der Marktturbulenzen Ende August/ Anfang September 2017 ist der Kurs von EOS wieder auf bis zu 0,70 EUR gefallen. Wie es mit EOS weitergeht ist unklar. Wenn es nach dem Whitepaper geht, bietet EOS ein großes Potential und könnte in Zukunft noch viel von sich Reden machen.

Ethereum hat den First-Mover-Effekt was dezentralisierte Apps angeht. Es kommen jedoch immer mehr Plattformen (wie EOS) auf, bei denen Smart Contracts auf der Blockchain programmiert werden können. Ob block.one mit seinem Token ein starker Konkurrent werden wird, muss sich noch zeigen.

Was denkst du über EOS? Abzocke oder zukunftsträchtige Kryptowährung? Wir freuen uns über deine Meinung in den Kommentaren.

1 KOMMENTAR

  1. Was die dezentralisierung angeht finde ich den Burstcoin wesentlich fortgeschrittener- so wie auch den Energieverbrauch (Sia- Coin will heute Punkten, was der Burst schon 2014 war).
    Ich denke bevor Eos losschießt, hat der Burstcoin ihn schon mehrmals überholt.

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