Einordnung: SEC verklagt Kik wegen nicht registriertem Wertpapier-Verkauf – Was bedeutet das?

Ein kürzlich veröffentlichtes Dokument zeigt, dass die amerikanische Börsenaufsicht, die Securities and Exchange Commission (SEC), Kik wegen der Beteiligung an einem 100 Millionen Dollar ICO im Jahr 2017 verklagt. Die SEC behauptet, dass der Token Verkauf illegal war, weil es sich dabei um einen nicht registrierten Wertpapier-Verkauf gehandelt haben soll.

KiK ist eine Freeware-Instant Messaging-App des kanadischen Unternehmens KiK Interactive. Kik führte seinen Initial Coin Offering (ICO) bereits im Jahr 2017, für seinen Kin-Token durch. Der Verkauf brachte dem Unternehmen 100 Millionen US Dollar in bar und Ethereum ein. Innerhalb weniger Wochen nach dem ICO erließ die SEC jedoch Vorschriften, die darauf hinwiesen, dass ICOs illegale Wertpapierangebote darstellen können. KiK gehörte zu der Welle von Vorladungen, die die SEC im vergangenen Jahr an Krypto-Projekte geschickt hat.

Laut einem neuem SEC-Schreiben brach das Token-Angebot Abschnitt 5 des Securities Act von 1933, ein Gesetz, das eindeutig festlegt, dass alle Wertpapierangebote in den USA registriert werden müssen. Robert A. Chen, der Leiter der Cyber-Einheit erklärte:

Kik sagte den Investoren, dass sie von ihren Bemühungen, ein digitales Ökosystem zu schaffen, Gewinne erwarten könnten. Zukünftige Gewinne, die auf den Bemühungen anderer basieren, sind ein Markenzeichen eines Wertpapierangebots, das den Bundeswertpapiergesetzen entsprechen muss.

Die Pressemitteilung erläuterte kurz alle Standpunkte der Kommission zur Klage gegen Kik Interactive. Die Kommission behauptet, dass Kik jahrelang Verluste mit seiner Messaging-App eingefahren hat, während das Management des Unternehmens „intern voraussagte, dass 2017 das Geld ausgehen wird“. Daraufhin sammelte das Unternehmen durch den Verkauf von einer Billion Kin-Token, 100 Millionen Dollar ein. In der Pressemitteilung heißt es:

Die Klage behauptet, dass Kin-Token kürzlich mit etwa der Hälfte des Wertes gehandelt wurden, den öffentliche Investoren für das Angebot bezahlt haben. Die Beschwerde behauptet weiterhin, dass Kik die Kin-Token als Investitionsmöglichkeit vermarktet hat.

Daraufhin erklärte die Kommission, dass Kik „angeblich den Anlegern“ gesagt habe, dass der Wert des Tokens mit der Nachfrage steigen werde, und versprach gleichzeitig, die Grundlagen für eine Steigerung seiner Nachfrage zu schaffen. Dazu gehören die Integration des Token in die Messaging-App, die Vorbereitung eines Transaktions-Services und die Einführung eines Belohnungssystems, das Unternehmen, die den Token einsetzen, anregen würde. Die Kommission behauptet auch, dass das Unternehmen diese Dienstleistungen nicht hatte, als es den Verkauf dieser Token an Investoren anbot, und fügt hinzu, dass „es nichts zu kaufen gab, wenn man Kin benutzte“.

Steven Peikin, der SEC-Co-Direktor der Division of Enforcement, erklärte, dass die Nicht-Registrierung bei der SEC „den Anlegern die ihnen gesetzlich zustehenden Informationen vorenthalten und sie daran gehindert, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.“

Kik vs. die SEC

Bereits im Mai beschwerte sich Ted Livingston, CEO von Kik, dass Kik 5 Millionen US-Dollar für die Verhandlungen mit der SEC ausgegeben musste und die Regulierungsbehörde vor Gericht bringen würde, wenn die Wertpapieraufsicht weiterhin die Strafverfolgung gegen das Unternehmen betreiben würde. In Vorbereitung auf eine mögliche Klage startete KiK bereits vor rund einer Woche eine Crowdfunding Kampagne, um Unterstützung für den Kampf gegen die SEC zu erhalten.

Die Kampagne unter dem Motto „defend crypto“ soll genau das sicherstellen. Ihre Website unterstützt Spenden in 16 verschiedenen Kryptowährungen. Die eingesammelten Gelder sollen die Grundlage für einen Rechtsstreit bilden, um die Regulierungsbehörden zu veranlassen, ihre Kriterien für die Bestimmung von Wertpapieren nach dem „Howey-Test“ zu ändern. Insofern könnte das Verfahren auch wegweisend für andere ICOs und den Krypto-Space generell sein.

Kik veröffentlichte die folgende Erklärung, um den Fundraising-Kampagne zu erklären:

Nach monatelangen Bemühungen, eine vernünftige Lösung zu finden, war Kin nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, die das Kin-Projekt und alle anderen im Raum nicht schwer beeinträchtigen würde. Also wird Kin vor Gericht gegen die SEC vorgehen, um sicherzustellen, dass es eine Grundlage für zukünftige Innovationen gibt.

Featured Image: BigTunaOnline | Shutterstock

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