Die Kryptowährung Tezos: Neuer Coin mit riesigem Potenzial?

Gestartet zu Beginn des Jahres 2014, machte der Tezos Token im Sommer des Jahres 2017 erstmals von sich reden. Dann nämlich kam es zum Initial Coin Offering des neuen Formats. Die Entwickler hinter der Währung haben es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, eine innovative Blockchain zu erarbeiten, die anders funktioniert als die Technologien hinter vielen anderen Digitalwährungen.

Die Blockchain ist vor allem eines: anpassungsfähig. Darüber hinaus haben User – hier als Stakeholder bezeichnet – ein Mitbestimmungsrecht. Unter Einhaltung bestimmter Regularien innerhalb des Tezos-Ökosystems können Stakeholder mitentscheiden, ob und welche Veränderungen der Blockchain in die Tat umgesetzt werden sollen.

Dabei erhalten Anleger durch den Erwerb weiterer Coins der digitalen Währung ein zunehmend stärkeres Stimmrecht. Verantwortlich für das junge Modell zeichnet die Schweizer Tezos Foundation, wobei ein Großteil der Entwicklungsarbeit zur Blockchain durch das Unternehmen Dynamic Ledger Solutions Inc. übernommen wurde.


Jeder Token-Besitzer kann sich an Entscheidungen beteiligen

Die aktive Mitwirkung an der Ausrichtung der Blockchain ermöglicht das Netzwerk durch den Delegated Proof-of-Stake, kurz DPOS. Dieser Algorithmus erlaubt es Tezos-Besitzern, an der Erstellung neuer Blöcke zu partizipieren. Alternativ können Token-Besitzer ihr Recht auch auf Delegierte übertragen. User werden umso häufiger und stärker an der Blockerstellung beteiligt, je höher ihr Token-Betrag ausfällt.

Grenzen für Abstimmungen über Änderungen der Blockchain sieht das System im Grunde nicht vor – ausnahmslos alles kann korrigiert werden. Denkbar ist vor diesem Hintergrund zum Beispiel ein Umschwenken auf einen Algorithmus nach dem „Proof-of-Work“-Ansatz, wie ihn Anleger von vielen anderen Kryptowährungen kennen.

Ein Festhalten am bisherigen Ansatz hält der Coin-Entwickler Tezos Foundation zum jetzigen Zeitpunkt aber laut Medienberichten für wenig wahrscheinlich. Rein theoretisch wäre auch eine Umstellung auf eine zentralisierte Protokollierung innerhalb der Blockchain denkbar.

Wichtige Technische Details zum Tezos Token

Neben der optionalen Einflussnahme auf die Blockchain ging es dem Entwicklerteam weiterhin darum, einen beweisbaren und sicheren Code zu programmieren. Als Grundlage verwenden die Entwickler die Programmiersprache Ocaml auf der einen sowie „Michelson“ als Sprache für die Gestaltung vom Smart Contracts auf der anderen Seite. Tezos Smart Contracts zeichnen sich durch einige Parallelen zur Ethereum-Technologie aus.

Das große Aber:

Tezos Smart Contracts müssen innerhalb eines klar vorgegebenen Rahmens (eine limitierte Zahl von Schritten bis zur Ausführung) abgewickelt werden. Im Ethereum-Universum wiederum gibt es keine solche Begrenzung, wobei die Kosten für die jeweilige Transaktion bei einer steigenden Zahl einzelner Schritte steigen.

Der Hintergrund der vermeintlichen Restriktion beim Tezos ist der, dass die Entwickler der Überzeugung sind, dass die meisten „smarten“ Verträge ohnehin vergleichsweise unkompliziert gestaltet seien. Somit brauche es keinen unbegrenzten Schritte je Transaktion.


Transaktionen können komplett anonym abgewickelt werden

Ein eindeutiger Vorteil des Tezos soll in Zukunft die vollständige Anonymität bei Transaktionsausführungen sein, was aus technischer Sicht einen Berührungspunkt zum Mitbewerber ZCash darstellt. Um dies zu erreichen wird eine ZCash-basierter neuer Token entwickelt und in die Blockchain zum Tezos-System implementiert. Nutzer sollen Tezos und ZCash zum gleichen Kurs tauschen können.

Ein Kritikpunkt mancher Beobachter zielte von Anfang an auf den Initial Coin Offering ab. Die fehlende Limitierung beim ICO führte dazu, dass mancher Investor vorerst Abstand von einem Einstieg in den Tezos Token nahm. Der Anbieter sammelte im Sommer 2017 dennoch mehr als 230 Millionen US-Dollar von Interessenten ein. Kritik äußerten viele Käufer an Verzögerungen bei der Token-Ausgabe nach dem erfolgreichen ICO.

Entwickler veröffentlichten 2018 Beta-Netzwerk zum Tezos

Im Juli 2018 publizierte die Tezos Foundation ihr hauseigenes Beta-Netzwerk. Im diesem Kontext soll die Tezos-Community die Chance erhalten, einzelne Block der Blockchain in Zukunft einer Validierung zu unterziehen, wobei dies jeweils nachh sieben Block-Zyklen vorgesehen ist.

Zuletzt kam es zu juristischen Problemen, da in den USA Debatten über eine Einstufung des Token als Wertpapier erforderlich ist. Lautet die endgültige Antwort auf diese Frage Ja, wäre eine Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC obligatorisch, bevor in den USA Verkäufe an Anleger und Investoren zulässig wären.

Offizielle Webseite: https://tezos.com/

Whitepaper: Hier lesen


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