Craig Wright vor Gericht: Erste Bitcoin-Adressen sind „unzugänglich“

Craig Wright, der selbsternannte Satoshi Nakamoto und Erfinder von Bitcoin, erschien am Freitag zu einer Anhörung vor Gericht in Florida. Dabei erklärte Wright, dass er den Zugang zu den ersten geminten Bitcoin nicht mehr hat („inaccessibile“).

Dr. Craig S. Wright sagte, dass er nicht auf die 1,1 Millionen Bitcoin (der aktuelle Wert sind 12 Milliarden US-Dollar) zugreifen kann, auf die er vom Nachlass seines ehemaligen Geschäftspartners David Kleiman verklagt wird (eigentlich die Hälfte dieses Betrags). Der Australier verteidigt sich gegen den Vorwurf, die durch die Nachlass-Berechtigten seines ehemaligen Geschäftspartners erhoben werden, dass er Milliarden an Bitcoin und geistigem Eigentum gestohlen habe.

Bloomberg berichtet, dass Wright während seines Auftretens vor einem Bundesgericht in West Palm Beach bekräftigt hat, dass er der Schöpfer von Bitcoin ist, aber dem Beschluss des Gerichts nicht nachgekommen ist, eine Liste aller seiner frühen Bitcoin-Adressen zu erstellen. Wrights Kritiker, die bezweifeln, dass er Satoshi Nakamoto ist, haben darauf hingewiesen, dass der Schöpfer von Bitcoin Zugang zu den all ersten Bitcoin-Adressen muss, da Satoshi Nakamoto in der Anfangsphase von Bitcoin noch allein im Netzwerk aktiv war und große Mengen BTC allein abbaute. Als Beweis müsse Wright in der Lage sein, diese Bitcoin zu bewegen.

Der australische Wissenschaftler und Leitfigur hinter Bitcoin SV sagt dazu, dass er seinem ehemaligen Partner David Kleiman, der 2013 starb, eine kritische Information anvertraut hat. Seit seinem Tod behauptet Wright, dass er nicht in der Lage ist, dem Beschluss des Gerichts nachzukommen und sagt, dass er vielleicht nie in der Lage sein wird, auf die Bitcoin zuzugreifen.

Problematisch ist auch, dass es keine öffentliche Abschrift von Wrights Aussage gibt. Die zentrale Frage scheint auch zu sein, was der Kontext für „unzugänglich“ („inaccessibile“) genau bedeutet. Sind die BTC wegen der Treuhänder unzugänglich, von denen Wiright zuvor erzählte oder ist Wright rechtlich nicht in der Lage, auf die BTC zuzugreifen. Wright hatte vor Wochen erklärt, dass nach dem Abbau von Block 70 alle anschließend neu abgebauten Bitcoin direkt an die Treuhänder gingen, wobei der private Schlüssel in mehrere Schlüsselteile aufgeteilt und dann an die einzelnen Treuhänder ausgegeben worden war.

Wie Bloomberg berichtete:

Manchmal erzählte Wright dem Richter, dass er Nakamoto ist, das Pseudonym, das der Schöpfer der Kryptowährung im Jahr 2009 benutzt hat, und dass Dave Kleiman, dessen Nachlass ihn verklagt, beauftragt wurde, Wrights Spuren zu verwischen, damit die Leute nicht herausfinden, dass er Satoshi ist. […] Ich habe Dave mitgebracht, weil er ein Freund war und er wusste, wer ich bin, und er war ein forensischer Experte, und ich wollte alles, was ich mit Bitcoin zu tun hatte, aus den Akten wischen.

Wright sagt, dass er sich von Bitcoin distanzieren wollte, wegen des frühen Rufs als Werkzeug für Kriminelle und Terroristen.

Welchen Einfluss könnte dies auf den Bitcoin Preis haben?

Sofern die Aussagen von Craig Wright wirklich wahr sind (oder nur teilweise, beispielsweise könnte auch David Kleiman Satoshi Nakamoto sein, wie einige Experten vermuten), dann würden 1,1 Millionen Bitcoin auf den Stapel der verlorenen“ Bitcoin hinzugefügt. Das Blockchain-Analyse- und Beratungsunternehmen Chainalysis veröffentlichte 2017 einen Bericht, dass die Zahl der insgesamt verlorenen Münzen auf 2,78 bis 3,79 Millionen BTC bezifferte – ein riesiger Teil des Gesamtangebots von 21 Millionen, die alle bis 2140 abgebaut sein werden.

Welchen Einfluss hätte es also auf den Bitcoin-Spotpreis, wenn weitere 1,1 Millionen zu diesen „verlorenen“ Zahlen hinzukommen würden? Fraglich ist auch, ob die vakanten 1,1 Millionen BTC bereits in der Analyse ganz oder zumindest teilweise berücksichtigt worden und daher bereits vom Markt eingepreist sind.

Die Annahme, dass die „Wright/ Kleiman-Bitcoin“ nicht berücksichtigt wurden, könnte allerdings für Bitcoin Preis sehr bullisch sein, da es zu einer erheblichen Verknappung des Angebots führen würde.

Featured Image: Diana Grytsku | Shutterstock

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