ConsenSys beauftragte Studie: EOS ist keine Blockchain, sondern ein „Cloud-Service“

Eine von ConsenSys bei der Firma WhiteBlock in Auftrag gegebene Studie behauptet, dass die fünftgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, EOS, keine Blockchain ist, sondern ein „Cloud-Service“. Die Ergebnisse enthüllten wohl auch einen geringeren Transaktionsdurchsatz, als EOS selbst behauptet.

Der Anbieter von Blockchain-Testlösungen, Whiteblock, hat einen erfolgreichen und unabhängigen Test der EOS-Plattform bekannt gegeben. Die für den Test benötigten Ressourcen wurden von mehreren Unternehmen, darunter dem Ethereum Community Fund, Maker DAO, Google, Duke, USC, MIT, Microsoft und ConsenSys, um ein paar der 23 Teilnehmer zu nennen, bereitgestellt. Die Ergebnisse könnten große Wellen schlagen, wenn man bedenkt, dass sich EOS selbst als „Ethereum-Killer“ vermarktet. Der am 1. November 2018 veröffentlichte Bericht mit dem Titel „EOS: An Architectural, Performance and Economic Analysis“ kommt nämlich zu dem Schluss, dass EOS keine Blockchain, sondern lediglich eine „verteilte homogene Datenbank“ ist.

Die Studie bleibt aber nicht nur bei dieser einen Anschuldigung, sondern führt drei weitere Mängel von EOS an. Die Schlussfolgerungen aus der Studie, die in einem Medium-Post veröffentlicht wurden, klingen dabei ziemlich hart:

  • Der EOS-Durchsatz ist deutlich geringer als ursprünglich in Marketingmaterialien wie dem EOSIO Dawn 3.0 Release behauptet.
  • EOS ist keine Blockchain, sondern ein verteiltes homogenes Datenbankmanagementsystem, ein klarer Unterschied ist, dass EOS-Transaktionen nicht kryptographisch validiert sind.
  • Der EOS Token- und RAM-Markt ist im Wesentlichen ein Cloud-Service für die Berechnung, bei dem das Netzwerk Rechenressourcen in einer Blackbox zur Verfügung stellt, auf die die Benutzer über Credits zugreifen können. Es gibt keinen Mechanismus für die Rechenschaftspflicht, da es an Transparenz mangelt, was Blockproduzenten in Bezug auf die Rechenleistung leisten können.
  • EOS leidet unter Konsensfehlern und hat keine byzantinische Fehlertoleranz.

Die Studie ergab, dass EOS bei optimalen Einstellungen 250 Transaktionen pro Sekunde (TPS) nie überschritten hat und dass der „aktuelle maximale Durchsatz von EOS bei etwa 4.000 TPS liegt“.

Der wohl größte Vorwurf ist aber, dass EOS keine Blockchain ist. Wie TheNextWeb berichtet, kam WhiteBlock zu dem Schluss, dass EOS im Wesentlichen ein Cloud-Service für Berechnungen ist, wobei das EOS-Netzwerk effektiv keine Rechenschaftspflicht hat, wie viel Rechenleistung Blockproduzenten schaffen können. Die Studie kam auch dem Schluss, dass die Architektur von EOS effektiv eine Zentralisierung fördert und der wichtigste Aspekt einer Blockchain, die Unveränderlichkeit durch das Design nicht gewährleistet ist.

EOS stand bereits vor wenigen Monaten in der Kritik, weil es Absprachen zwischen den Blockproduzenten gab. Die Kryptowährungsbörse Huobi, die einer von 21 Blockproduzenten (BP) ist, stand Ende september 2018 im Verdacht Stimmen von anderen BPs gekauft und verkauft zu haben. Während Huobi die Vorwürfe in bestritt, twitterte Ethereums Vitalik Buterin, dass die Kontroverse vorhersehbar war. Die Studie könnte somit ein weiterer Schlag für die Glaubwürdigkeit des EOS Netzwerks sein.

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