CEO Maex Ament von Centrifuge im Interview über die neuesten Projekte

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Wir bedanken uns bei Herr Maex Ament, CEO von Centrifuge, dass er sich Zeit genommen hat um mit uns über seine neuesten Projekte zu sprechen. Steigen wir doch direkt in die Materie ein oder Herr Ament?

„Es ist mir ebenfalls eine Freude, vielen Dank für die Einladung. Ja gern.“

Wie ist die Idee für Centrifuge erstanden?

„Ich bin mit mit meinen Mitgründern seit Jahren im Bereich „Fintech“ oder Financial Supply Chain unterwegs. Es ist mittlerweile unser viertes Startup im gleichen Gründerteam. Heute warten KMUs im Durchschnitt weltweit 60 Tage auf ihr Geld. In Deutschland ist es weniger, aber in anderen Ländern können es auch mal 90 oder 120 Tage werden.

Das heißt, richtig lange warten, bis mein Kunde mich bezahlt. Die Erfahrung zeigt, was funktioniert und was nicht. Die Blockchain-Technologie kann die Supply-Chain revolutionieren, denn sie ermöglicht eine neue Art der geschäftlichen Interaktion. Die Abwicklung von Lieferantenfinanzierung via Blockchain ist effizienter, reibungsloser und für jeden nutzbar.

Es ist aber wichtig zu bemerken, dass Lieferantenfinanzierung nur einer von vielen use-cases ist – zugegebenermaßen einer, der uns am Herzen liegt. Das Centrifuge OS (Operating Systems) wird eine Vielzahl von Anwendungen unterstützen, welche von Partnern und Drittparteien angeboten werden können.“

Wie unterscheidet sich der Centrifuge-Ansatz zu den aktuellen Prozessen im Handel?

„Im Prinzip ist unser OS für jedes Unternehmen, das Teil einer Lieferkette ist, interessant. Die Vermittlung einer Finanzierung erfolgt bei Centrifuge ohne Mittelsmann dezentralisiert über unsere Blockchain-Lösung. Wenn ich beispielsweise als Lieferant unser System benutze, bekomme ich sehr einfach Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Ich kann einzelne Rechnung zu attraktiven Konditionen früher bezahlen lassen, oder ich kann eine günstige Kreditversicherung bekommen, die vorher nicht so einfach verfügbar war. Der Grund dafür ist, dass die zugrundeliegenden Daten, sprich die Rechnung oder die Bestellung, auf denen die Finanztransaktion stattfindet, augenblicklich verifizierbar sind. Es ist demnach also nicht nur ein Stück Papier, sondern ein “unverwechselbarer Token”, der zwischen mir und meinem Kunden abgeschlossen und kryptographisch signiert wurde.

Diesen kann ich meinem Dienstleister zeigen und somit einfach und schnell beweisen, dass es sich um eine valide “Rechnung” handelt – ohne langwierige und kostspielige Prüfung. Der Onlinehandel hat sich nicht durchgesetzt, weil es vorher keinen Handel gab, sondern weil es so viel einfacher ist auf eine nahezu unbegrenzte Auswahl von Produkten zuzugreifen. Mit Centrifuge werden wir einfachen und schnellen Zugriff auf ein vielfältiges Angebot von Finanzierungen und Versicherungen anbieten.“

Warum ist das Centrifuge-Team besonders qualifiziert das Problem zu lösen?

„In unseren vorherigen Startups haben wir Software gebaut, mit der Unternehmen schneller an ihr Geld kommen. Da wir schon uns lange mit dem Gebiet beschäftigen, wissen wir mittlerweile, was funktioniert und was nicht. Wir glauben, dass wir mit Blockchain-Technologie können die finanzielle Supply Chain neu definieren und das Ganze künftig wesentlich besser, fairer und skalierbarer machen können.“

Warum setzt Centrifuge auf die Open-Source-Natur des Blockchain-Protokolls?

„Wir wollen, dass Centrifuge für jedes Business aber auch jeden Entwickler zugänglich ist. Auch wenn wir zuerst eine einfache und flexible Finanzierung der Lieferkette auf Centrifuge OS anbieten, kann jeder andere auf Centrifuge eine eigene Lösung anbieten.

Damit schaffen wir ein vielfältiges Ökosystem, in dem Unternehmen ihren Dienstleister auswählen können. Diese Wahl ist auch deutlich einfacher als bisher, da die Daten bereits auf in Centrifuge OS gespeichert sind. Ein Unternehmen muss also einer anderen Lösung nur Zugriff auf die notwendigen Daten geben und kann starten. Ähnlich wie eine App auf dem Smartphone, der man Zugriff zu bestimmten Daten erteilt.“



Welche Technologie steht hinter dem Centrifuge-Betriebssystem?

„Unsere technologische Basis ist die Ethereum-Blockchain. Wir legen eine Schicht darüber, in der Business-Entitäten und -Objekte – Kunden, Lieferanten, Rechnungen, Bestellungen, Zahlungen – verfügbar und handhabbar gemacht werden. Auf dieser Datenschicht können dann in Zukunft App-Entwickler aufsetzen.“

Warum setzt Centrifuge auf Ethereum?

„Was Ethereum unserer Meinung nach auszeichnet, ist einerseits das bereits vorhandene Ökosystem anderer Applikationen, die entwickelt werden oder zum Teil sogar schon verfügbar sind, und andererseits die Community, bestehend aus einer Vielzahl von erfahrenen Entwicklern. Seien wir mal ehrlich: Bis vor einem Jahr gab es wenige Alternativen im Smart Contracts Umfeld.

Heute gibt es – wenn auch erst seit wenigen Wochen – EOS; Dfinity ist noch nicht ausgereift, andere sind noch weiter weg von einem Go Live. All diese Lösungen haben im Vergleich zu Ethereum noch nicht bewiesen, dass sie tatsächlich funktionieren. Daher denken wir aktuell, wenn es um Smart Contracts geht, dass Ethereum die beste Wahl ist. Natürlich wissen wir, dass Ethereum nicht perfekt ist.

Wir glauben auch, dass klassische zentrale Ansätze immer performanter sind und besser skalieren, aber wirkliche Dezentralisierung ohne Mittelsmann bietet so viele neue Möglichkeiten für Business Modelle, die heute noch keiner oder nur im Ansatz kennt. Wir glauben fest daran, dass die Blockchain sich im B2B-Bereich durchsetzen wird. Berlin hat so viele großartige Blockchain-Projekte, wie Polkadot oder Golem, die sehr aktiv mit der Ethereum-Foundation daran arbeiten, Ethereum besser zu machen und die Probleme wie Performance, Skalierung und weitere zu lösen. Das ist für uns auch der Grund, in Berlin zu sein.“



Welche Art von Token wird verwendet?

„Das Modell kombiniert einen Work/Governance Token, der gestaked wird, mit einem preis-stabilen Token, um Anreize für Node-Betreiber, Datenproduzenten und/oder -verbraucher und App-Entwickler im Netzwerk zu bündeln.

Assets innerhalb des OS können die Form von nicht-fungiblen Token (NFT; ERC-721-Standard) annehmen, um eine Integration mit dem Ethereum-Ökosystem zu ermöglichen. NFT-Metadaten werden mit den privaten Daten des NFT-Besitzers verknüpft, die über das P2P-Netzwerk angefordert werden können.“

Wie sind die Next Steps? Gibt es bereits Pläne, wann das Protokoll öffentlich verfügbar sein soll?

„Aktuell arbeiten wir an zwei Projekten: Ein Projekt ist in Zusammenarbeit mit einem großen deutschen Chemiekonzern, bei dem wir in den nächsten zwei Monaten als Proof-of-Concepts zeigen wollen, dass das System funktioniert und dass Daten zwischen dem Konzern und seiner Lieferantenkette ausgetauscht werden können.

Das zweite Projekt ist im Versicherungsumfeld. Hier arbeiten wir mit einer Kreditversicherung zusammen. Den Begriff Kunde würde ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht verwenden. Ich glaube nicht, dass es im Blockchain-Umfeld wirklich viele funktionierende Live-Projekte gibt. Das sind Proof-of-Concepts und da wollen wir uns mindestens noch sechs Monate Zeit nehmen, bis wir live gehen.“

Wir bedanken uns bei Herr Aement für das Gespräch und wünschen den Projekten alles Gute. Weitere Informationen über Centrifuge gibt es auf der offiziellen Webseite.

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