Bitwise: fehlende Krypto-Regulierung führt zu falschen Handelsdaten

Bitwise sieht am Bitcoin-Markt massive Abweichungen vom tatsächlichen Handelsvolumen. Die Schuld sieht man vor allem bei unregulierten Börsen.

Bitwise Daten richten sich auch an die SEC

Ob gewollt oder ohne tatsächlich darauf abzuzielen: In gewisser Weise leistet das Unternehmen Bitwise Asset Management mit seiner aktuellen Analyse den Forderungen Schützenhilfe für viele Kritiker und Politiker, die sich dafür stark machen, dass Digitalwährungen von Ark bis Zcash und Unternehmen im Bereich der Blockchain Technologie endlich einer strengeren Regulierung unterzogen werden. Die aktuelle Auswertung des Betreibers eines Indexfonds auf Basis von Kryptowährungen kommt zu dem Ergebnis, dass sage und schreibe 95 Prozent des Handels- und Wallet-Volumens auf Kryptobörsen ohne Regulierung potentiell gefälscht seien. Die ermittelten Details hat das Unternehmen auch der US-Börsenaufsicht SEC übermittelt, die sich derzeit mit der Freigabe von ETFs auf Bitcoin befasst. Hier setzt Bitwise an, denn das Unternehmen selbst strebt die Zulassung eines börsengehandelten Bitcoin-Fonds an.

Fällt der eigentliche Bitcoin-Handel überschaubarer aus?

Von den täglich am sogenannten Spot-Markt verbuchten Bitcoin-Umsätzen (umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro) könne ein Löwenanteil nicht eindeutig bestimmten Börsen zugewiesen werden. Der Anbieter schließt, dass es sich größtenteils um gefälschte Handelsvolumen handele. Oder aber die Anteile lassen sich mit Geldwäsche erklären, wie es in der Analyse ebenfalls heißt. Bitwise seinerseits beruft sich in der Stellungnahme auf die Plattform CoinMarketCap bzw. den dort eingesetzten Statistik-Tracker für die Kryptobranche. Hier tauchen laut Bitwise im großen Stil verdächtige Informationen auf. Das Ergebnis: Die „echte“ Größe des Marktes für den Bitcoinhandel ist kaum definierbar. Nach Auffassung des Fondsbetreibers liegt das wirkliche Handelsvolumen also weit unter den am Markt kursierenden Werten. Die Berechnungen kommen auf knapp über 240 Millionen Euro.

Auswertung nimmt auch Bezug zu bestimmten Plattformen

Als ein Portal mit Auffälligkeiten hinsichtlich der Käufe und Verkäufe nennt die Analyse die Börse Coinbene. Insbesondere allzu konstant verlaufende Handelsvolumina auf Börsen stuft die Bitwise-Bewertung als kritisch ein. Auf seriösen Plattformen, so die Experten des Unternehmens, komme es aufgrund der Tages- und Nachtzeiten zu deutlicheren Schwankungen. Dies treffe nun einmal vorrangig auf regulierte Börsen zu. Auch andere aktuelle Studien sehen hohes Manipulationsrisiko im unregulierten Markt. Ruhe in die Debatten über den Nutzen einer Markt-Regulierung zum Handel mit Währungen wie Ethereum oder Ripple werden diese Mutmaßungen eher nicht bringen. Dass sich staatliche Behörden von der Argumentation aus der Branche selbst zur ETF-Freigabe bewegen lassen, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Featured Image: Von Wright Studio | Shutterstock.com

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