Bitmain verkauft Bitcoin und kauft Bitcoin Cash vor eigenem Börsengang

Bitmain will seinen gigantische Börsengangn (IPO) noch in diesem Jahr abschließen. Schätzungsweise sollen 18 Milliarden US Dollar eingenommen werden, was Bitmain auf eine Marktkapitalisierung von knapp 50 Milliarden US Dollar befördern würde und somit einer der höchsten Tech-IPOs aller Zeiten wäre. 

Für viele aber noch erstaunlicher ist ein Detail, welches in den Pre-IPO-Dokumenten verborgen lag. Die durchgesickerten Dokumente zeigen nämlich, dass Bitmain bis zum 31. März 2018 mehr als 1 Million Bitcoin Cash (BCH) in seiner Bilanz im Wert von fast 600 Millionen US-Dollar (zum aktuellen BCH Kurs) hielt.

Im Dezember 2016 hielt Bitmain noch 71.560 BTC. Dies war bevor Bitcoin Cash existierte. Laut dem Pre-IPO-Investoren-Deck verkaufte Bitmain dann den Großteil seiner Bitcoin für Bitcoin Cash nach dem Hard Fork bei 900 USD. Es war zu beobachten, wie das Unternehmen seine Bestände verlagert hat und 49.478 BTC verkauft hat, um 1.021.316 BCH zu erhalten, wie die Pre-IPO-Dokumente zeigen.


Nachdem BCH im August 2017 noch rund 0,2 BTC wert war, liegt der Bitcoin Cash Wert aktuell nur noch bei 0,08 BTC. In den letzten 3 Monaten machte Bitmain durch die schlechtere Performance von Bitcoin Cash im Vergleich zu BTC damit eine halbe Milliarde USD Verlust.

Bedeutsam ist auch, dass der Anteil an BCH mehr als 5 Prozent der derzeit im Umlauf befindlichen 17,3 Millionen BCH und mehr als 10 Prozent der 8,4 Millionen BCH repräsentiert, die seit dem Hard Fork vom August 2017 bewegt wurden.

Diese beeindruckenden Zahlen könnten bedeuten, dass sich Bitmain als BCH-Wal versuchen wollte.

Als Bitmain letztes Jahr ankündigte, dass es sich hinter Bitcoin Cash während des Hard Forks des Haupt-BTC-Netzwerks wegen unüberbrückbarer Differenzen über die Blockchain-Skalierung stellte, gab der Mining-Riese sein Geld dort hin, wo CEO Jihan Wu es propagierte. Der Hard Fork wird deshalb von Vielen als die Folge von Bitmains Versuch, die Bitcoin-Blocksize mit dem gescheiterten SegWit2X-Fork im August 2017 zu ändern, betrachtet.



Nach dem Scheitern von SegWit2X verfolgte Jihan Wu eine Politik der Schaffung einer Mining gesteuerten Alternative zu Bitcoin – Bitcoin Cash. Die Unterstützung basierte, auf der Befürchtung, dass Bitmains Gewinne durch Mining-Fees schwinden könnten, wenn Bitcoin mithilfe von Second-Layer-Technologien wie Lightning Network skaliert werden würde.

Das Dilemma für Bitmain und CEO Jihan Wu scheint nun zu sein, dass angesichts der geringen Liquidität auf dem Kryptowährungsmarkt, es nur schwer möglich ist, die BCH-Bestände zu liquidieren, selbst wenn Bitmain dies gern machen würde. Da dies den Preis von BCH stark negativ beeinflussen und womöglich eine „Todesspirale“ verursachen würde, scheint eine Liquidierung nicht möglich. Letztlich verkauft Bitmain daher seine einzige liquide Anlage: Bitcoin.

Der Bitmain IPO

Dies ist deshalb interesant, da Bitmain, sich darauf vorbereitet, an die Börse – die Hong Kong Stock Exchange zu gehen. Die Frage, warum Bitmain gerade jetzt an die Börse strebt, könnte also mit Bitcoin Cash in Verbindung stehen.

Zwar erwartet Bitmain für das Jahr 2018 Einnahmen von mehr als 10 Milliarden Dollar, verglichen mit 2,5 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Wenn jedoch der aktuelle Bärenmarkt vor dem Börsengang des Unternehmens nicht umkippt, könnte der BCH-Anteil beginnen, die Gewinnzahlen stark zu belasten. Darüber hinaus sind die BCH-Bestände, wie vorab erklärt, nicht wirklich liquidierbar.


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